frauenfelder post - mai 2015

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Maiausgabe der Frauenfelder POST 2015

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  • Ausgabe5Mai2015

    UnsereGesellschaftistweitgehendgeprgt von Egoismus. Jedernimmt sich politisch, gesell-schaftlich, kulturell und religis aus demberreichen Angebot das heraus, wasihm passt und zimmert sich darausseine eigene Religion, seine eigene Weltzusammen. Wir sind zu einer Gesell-schaft von Individualisten geworden.Niemandwill sichmehr binden.Vereine,aber auch politische Parteien, haben esdarumimmerschwieriger,Nachwuchszufinden. Selbstverwirklichung, Selbstfin-dung, bersteigertes Selbstbewusstsein,Selbstdarstellung und Selbstberscht-zungbeinahejederglaubt,angestacheltdurch seichte Unterhaltung einiger Pri-vatsender, in ihm stecke ein Star sindStichworte, die unsere Gesellschaft, diezu einerGesellschaft von Individualistenverkommen ist, prgen.

    ProblemewerdenwohlerkanntDie brennendsten Probleme der Ge-genwart wie Umweltverschmutzung,Erderwrmung,Vlkerwanderung,ber-mssiger Energieverbrauch in den hoch-entwickelten Lndern werden zwar er-kannt, man ist sich auch weitgehendeinig,dassetwasdagegenunternommenwerdenmuss.WennesjedochumseigenePortemonnaie,umeigeneEinschrnkun-gen oder eigenen Verzicht geht, schwin-det die Begeisterung. Man ist sich einig,dasserneuerbareEnergiengefrdertwer-denmssen.Wenn jedoch einWindparkoder einGeothermiekraftwerk inunmit-telbarer Nhe geplant wird, regt sich er-bitterterWiderstand.DieNutzungdieserTechnologien findet man zwar gut, aberbittenichthier.EsgibtbessereStandorte.DiebersMeereindringendenFlchtlin-ge sollen in Italien bleiben oder dorthin

    zurckkehren,wosiehergekommensind(auchwenn sie dort wegen kriegerischerAuseinandersetzungenoderDrrekeineExistenzgrundlage mehr haben) UnserLand ist voll. Jeder ist sich selbst derNchste und Solidaritt ist fr viele zumFremdwortgeworden.

    Vonder Ich-zurWir-GesellschaftUmdieweltweitenProbleme indenGriffzubekommen,musseinUmdenkenstatt-finden.JedervonunsmusszurVerbesse-rung der Situation beitragen. Es bringtunsnichtweiter,wenn jederdasProblemauf andere schiebt. Die Frage darf nichtlauten: Wer kann am effektivsten etwaszur Besserung der Situation beitragen?Sie muss lauten: Was kann ich dazubeitragen? Wir mssen uns von einerIch- zu einer Wir-Gesellschaft, zu einersolidarischenbrderlichen (oder schwes-terlichen)Gesellschaftwandeln,denndieProbleme der Gegenwart lassen sich nurgemeinsam lsen. Unsere Losung musswieder lauten: Gemeinsam statt einsam,nur gemeinsam sind wir stark. Gemein-samknnenwir sogarBergeversetzen.n

    Gemeinsamstatt einsamWir leben ineinerextremenIch-Gesellschaft. Jederdenktzuerstansich,will sichselberverwirklichen.DiegrossenProblemein

    PolitikundGesellschaft lassensich jedochnurgemeinsamlsen.

    ALOIS SCHWAGER

    Wirmssenwiederlernenzusammenzuhalten,amgleichenStrickzuziehen.

    FrGabrieleKeck,seit 2011 Direktorin des Historischen Muse-ums Thurgau, ist ein Museum ein dreidimen-sionales Lesebuch, in dem man die Gegen-stnde zum Erzhlen bringt. S. 4

    Lieberdeftigabkassierenalshelfen. Hohe 90 Prozent der Online-Leser-schaft fordert die Privatisierung derStrassenverkehrsmter. Mit gutem Grundhaben sie die Nase gestrichen voll.. S. 3

    TagderoffenenKellertrenDer 1. Mai ist der Tag der Arbeit, aber auchder Tag der offenen Kellertren, an dem dieWinzer die Jungweine vorstellen. S. 13

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  • Mai 2015 POST Politique Ausgabe 5 | 3

    Lieberdeftigabkassierenalshelfen

    Eine Testumfrage der POST-Medien fordert die Privatisie-rung der kantonalen Strassen-verkehrsmter sowie die Auslagerungvon deren Aufgaben an rtlicheGaragenbetriebe. Mit dieser For-derung, aufgeschaltet am 15. Mrz,wollten die POST-Medien von ihrenOnline-Lesern wissen, was ihre Mei-nung dazu ist. Das Resultat erstaunt.12'561 Personen haben abgestimmt(Stand 15. April). 7976 von ihnen(63%) finden dies eine sehr gute Idee,weil damit Not leidende Garagenbe-triebe wieder (zustzliche) Auftrgeerhielten. 3391 Abstimmende (27%)meinen, dass dieser Vorstoss ber-fllig ist, denn die Strassenverkehrs-mter shen sich sowieso nicht alsDienstleister. Lediglich 754 Personen(6%) halten das fr keine gute Idee,weil damit mehr arbeitslose Beamteauf der Strasse stnden. Nur gerade

    3,5% (440 Personen) hatten dazu kei-neMeinung undwollten auf die Fragekeine Antwort geben. Etwas mehrals 90% oder 11'367 Abstimmen-de sind also der Meinung, dassdie kantonal gefhrten Strassen-verkehrsmter berflssig sind. Dasheisst nichts anderes, als dass neunvon zehn Frauen und Mnnern mitden staatlichen Dienstleistungen,was die Motorfahrzeuge betrifft,unzufrieden sind und lieber von Spe-zialisten der Garagenbetriebe bedientwrden.

    Mit FugundRecht?Diese Frage stellt sich anhand des Re-sultates. Genaueres Hinsehen zeigt,das Frau und Herr Schweizer von derpermanenten Kollektivierung sowievom staatlichen Gesetzes- und Kon-trollwahn unter dem Strich nichtsanderes als eine Entmndigung die

    Nase gestrichen voll haben. Ebensozeigt das Ergebnis, dass die Zeichender Zeit mit leeren Versprechungenseitens der Politik lngst und oft alsreine Lgen erkannt worden sind.Nur ein Beispiel ist die angeblicheUntersttzung der KMU durch denStaat. Man weiss schon seit Jahren,dass die Autobranche, mit einemUmsatz von rund 100 MilliardenFranken im letzten Jahr ein wichti-ger Wirtschaftsfaktor, aufgrund desschwierigen wirtschaftlichen Um-feldes immer mehr serbelt. Ausserweiteren Erlassen und Vorschriften,welche die Selbststndigkeit zustz-lich enorm erschweren, hrt man vonPapa Staat jedoch nichts. Ob Existen-zen vor die Hunde gehen, interessiertihn nmlich nicht. Allein deshalbmsste der Punkt einer Privatisierungder Strassenverkehrsmter aus Sichtder Politik berprfenswert sein.Zahlreiche Garagen erhielten dadurchmehr Auftrge und somit endlich dienotwendige Untersttzung durch denBund, der sonst nichts anderesmacht,als in jeder erdenklichen Form abzu-kassieren. n

    MARCELTRESCH

    Hohe90ProzentderOnline-LeserschaftfordertdiePrivatisierungderStrassenverkehrsmter.MitgutemGrund:

    SiehabennmlichdieNasevonderVerstaatlichunggestrichenvoll.

    ImJahr2013setztedieAutobrancherund 98 Milliar-den Franken um.Der Automobil-handel mit ei-nem Umsatzvo-lumen von 15,9Milliarden, das

    Garagengewerbe mit 18,4, das Transport-gewerbe mit 19,4, der Treibstoffhandel mit12,5 und die Zulieferfirmen fr die Auto-mobilindustrie mit 14,2 Milliarden. DasAuto ist ein wichtigerWirtschaftsfaktor derSchweiz. Aber auch eine bedeutende Fi-nanzquelle fr Bund, Kantone und Gemein-den. Dabei liegt der Eigenwirtschaftlich-keitsgrad des privaten Personenverkehrsnach Berechnungen des Bundesamtes frStatistik bei ber 100 Prozent. Sollendie Strassenverkehrsmterprivatisiertwerden?Das isthierdie Frage. Symbolbild Internet

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Wir stehen bereits wieder an der Schwelle desMonats Mai, jenes Monats, der von Dichtern,Sngern und Liedermachern alsWonne-

    monat besungen wird, der Monat, in dem esendlich Frhling wird, in dem die Natur zuneuem Leben erwacht. Fr viele ist das die

    schnste Zeit des Jahres.

    Doch warum heisst der Monat Mai eigentlichWonnemonat? Eingefhrt wurde der NameWonnemond durch Karl dem Grossen im8. Jahrhundert , althochdeutsch wunnima-not, was so viel heisst wieWeidemonat, alsojener Monat, an demman das Vieh wieder aufdieWeide treiben kann.Wenn die Dichter undSnger heute denWonnemonat besingen,gehen sie von der heutigen Bedeutung desWortesWonne aus, was so viel heisst wie

    Wohlbehagen, Glck.

    In diesem Sinn wnsche ich alleneinen erflltenWonnemonat!

    Alois SchwagerChefredaktor POST

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  • 4 | Ausgabe 5 POST Persnlich Mai 2015

    DasMuseumeindreidimensionales Lesebuch

    Gabriele Keck hat eine neueberuflicheHerausforderungge-sucht und diese 2011 imThur-gau gefunden. Seither steht sie demTeam des Historischen Museums desKantons Thurgau mit Sitz im SchlossFrauenfeld vor. Die Aufgabenstellungdie sie hier vorfand, ist vergleichbarmit jener, der sie sich bereits in Bernerfolgreich gestellt hatte. Hier wie dortbefindet sich die Ausstellung in einemhistorischen Gebude. Hier in einemmittelalterlichen, denkmalgeschtztenSchloss, in beengten Verhltnissenmit unzureichender Infrastruktur. DasMuseum ist nicht rollstuhlgngig, esverfgte weder ber einen Shop nochberMglichkeiten, Sonderausstellun-gen durchzufhren. Neue Depots sindntig, um heikle Objekte fachgerechtzu lagern.Bei der SuchenachneuenL-sungenkannGabrieleKeck ihre reichen

    Erfahrungen, die sie in Bern gemachthat, hiermiteinbringen.

    Standortevaluation luftWeil der Raum imSchloss fr eineWei-terentwicklung beschrnkt ist, hat derKanton eine Standortevaluation frein neuesMuseum in Auftrag gegeben.Ein Entscheid ist noch nicht gefallen.In der Zwischenzeit versucht GabrieleKeckmit ihremTeamdas Beste aus derSitaution zu machen. Fr eine Sonder-ausstellung, die im vergangenen Jahrber die Bhne ging und dem ThemaAugust Knzler. Thurgau Tanzaniagewidmet war, konnte sie das AlteZeughaus inFrauenfeld als temporrenAusstellungssaal benutzen.

    NeueProjekteAm ersten Maiwochenende, also am2. und 3. Mai, wird im Schaudepot St.

    Katharinental zwischen 11 und 17Uhrein Tag der offenen Tr durchgefhrt.Gleichzeitigwird eineneueAusstellungzum Thema