frauenfelder post - mai 2016

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Maiausgabe der Frauenfelder POST 2016

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  • Ausgabe5Mai2016

    So stelle ich mir das Pfingster-eignis damals in Jerusalem vor.Die Jesus-Anhnger hatten sichnoch einmal zu einem debriefinggetroffen. Die Ereignisse der letztenTage gingen tief: der ffentlicheFoltertod von Jesus, der Verrat ausden eigenen Reihen, die Ohnmacht.Dann aber auch das Verschwinden desLeichnams und die Erscheinungendes Auferstandenen, von denen soviele berichteten.

    Feuer undFlammeseinIn der Bibel lesen wir, in dieser Situ-ation sei der Geist auf sie heruntergekommen. Die Leute waren ineinem Raum versammelt und erleb-ten eine kollektive Be-Geisterung.Das Ereignis wird mit Feuerzungenbeschrieben, die sich auf die Kpfe

    niederliessen. Vielleicht eine ArtAura. Vielleicht kommt von diesemEreignis die Redewendung Feuerund Flamme sein. Die Begeisterunghatte zunchst eine ganz konkreteerste Folgeerscheinung: Die Leutebegannen in ihren jeweiligen Mut-tersprachen zu reden. Und wurdenverstanden, obwohl es sehr vieleverschiedene Sprachen waren. WennSprachen nur so einfach zu lernenwren! Ein paar Aussenstehendemeinten allerdings, die Leute httenzu tief ins Glas geschaut. Diese Skep-tiker erlebten keine Begeisterung undkein Pfingsten.

    DieGeburtsstundederKircheEs ist ein bisschen wie in der Nheeines Fussballstadions.Manche Leuteknnen nicht nachvollziehen, warum

    das Publikum tobt, bloss weil ein Ballin ein Netz geflogen ist. Das damaligePfingstereignis hatte noch viel weit-reichendere Folgen als nur das Sprach-wunder. Es ist die Geburtsstunde derKirche. Es blieb nicht bei der Begeis-terung, es wurde eine erste GemeindeimNamen von Jesus Christus gegrn-det. Von nun an wurde regelmssigzusammen gebetet, gesungen, berdas Evangelium nachgedacht undmateriell geteilt. Das war wenigerKommunismus im Stil von Lenin undMao alsmehr eine ArtGenossenschaftoder sharing community. Die Be-geisterung war sehr nachhaltig. Undist es bis heute noch. Auf der ganzenWelt feiern die Christen Pfingsten: dasGeburtstagsfest der Kirchen.

    Lassenwir uns begeisternLassen wir uns begeistern! Feu-er und Flamme sein. Das ist keinSelbstzweck, sonst ebbt es wieder ab.Begeistern mchten wir uns fr alldas, wofr Jesus Christus gelebt hat,gestorben und auferstanden ist. n

    FeuerundFlammeseinVonderBegeisterunglassenwirunsgernanstecken:

    Lachen,Jubeln,Klatschen,Mitsingen,Fanen.SogarwirnchternenSchweizerwollennicht immernurernstsein.

    PETERVOGELSANGER

    LesenffnetWeltenlautet die Botschaft von Kantonsbibliothe-kar Bernhard Bertelmann, denn durch Lesenkann man den Zugang zu einer neuen Weltentdecken. S. 4

    TagderoffenenWeinkellerAm 1. Mai ffnen viele ThurgauerWinzer ihreWeinkeller und laden zum Degustieren desSpitzenweins aus dem Vorjahr ein. S. 6

    EinUmdenkendrngtsichaufIst die Altersguillotine fr politische undffentliche mter noch sinnvoll angesichtsder Tatsache, dass sich immer wenigerLeute fr solche mter interessieren? S. 20

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  • Mai 2016 POST Politique Ausgabe 5 | 3

    DieMilchkuhverwehrtdas Euter

    Die Kantone und die Geg-ner der am 5. Juni zurAbstimmung gelangendenMilchkuh-Initiative warnen vorder finanziellen Mehrbelastung nachderen Annahme. Der Streit um dieVerteilung der Strassengelder ist inden letzten Tagen wieder neu ent-brannt. Die Nein-Sager pochen aufeigentmlich wirkende Argumenteund werden nicht mde zu betonen,dass es sich bei einer Annahme umeine unsinnige Privilegierung handelt(Zitat): Das Argument derMilchkuh-Initianten, dass Einnahmen aus derMinerallsteuer zweckentfremdet indie Bundeskasse fliessen, verkenntden Charakter der Abgabe komplett.Keines unserer Nachbarlnder kennteine solch privilegierte Lsung fr

    die Strasseninfrastruktur wie dies dieInitianten fordern. Eine vollstndi-ge Zweckbindung widerspricht denheutigen Grundstzen des schwei-zerischen Finanzsystems und htteein einschneidendes Sparprogrammzur Folge. Es schrnkt die ntige Fle-xibilitt im Bundeshaushalt ein undgefhrdet anstehende Reformen.Speziell an diesen Aussagen ist, dasssie darunter einige Leute machen, diesonst, wenn es um das Ausgeben vonGeldern geht, die gar nicht vorhandensind, lauthals von Selbstbestimmung,Eigenverantwortung sowie vom Ver-ursacherprinzip reden.

    Die Notbremse ziehenEbenso empren sie sich, wenn sichandere Staaten in die Schweizer Ge-

    schfte und Politik einmischen. MitLetzterem haben sie ja recht. Dochpltzlich werden alle gutgemeintenMeinungen zur unwiderruflichenMakulatur, wenn es darum geht, dassman allenfalls Einschrnkungen frDinge machen muss, die man nichteinmal selbst berappt. Zur Erinne-rung: Mit allen Abgaben, Steuern,Gebhren und anderes mehr be-zahlen die Autofahrer schon lngstdie von ihnen benutzten Strassenzum Volltarif. Aus dieser Sicht ist esnicht berraschend, dass sie mit derMilchkuh-Initiative die Notbremsezugunsten einer fairen Verkehrs-finanzierung ziehen wollen. Diesentspricht ja nichts anderem als demimmer wieder und gern zitierten Ver-ursacherprinzip. Handelte der Staatdanach, mssten die Initiativ-Gegnermehr als Baukltze staunen, wenn siebeispielsweise fr die Vollkosten derBahn aufkommenmssten. Ihr Ticket

    FORTSETZUNG AUF SEITE 9

    MARCELTRESCH

    DieMeinungenberdieMilchkuh-Initiativesindgemacht.Alle26Kantonsregierungen lehnensieab.DieAutofahrer wollenabernicht (noch)mehrgemolkenwerdenundforderneinJa.

    DerStandpunktDie Strassenbe-ntzer zahlenheute jedesJahr rund 9 Mil-liarden Franken

    an Steuern, Gebhren und Abgaben anden Bund die kantonale Motorfahr-zeugsteuer ist in diesem Betrag nochnicht einmal enthalten. Davon fliesst eingrosser Teil in den allgemeinen Bundes-haushalt und finanziert dort generelleAufgaben wie den ffentlichenVerkehr.Gleichzeitig werden die Strassenbentzerimmer strker zur Kasse gebeten, um dieKosten fr den Erhalt und Ausbau derStrasseninfrastruktur zu decken dasGeld dafr wre aber bereits vorhanden.(auto-schweiz.ch)

    PropagierendasVerursacherprinzip imStrassenverkehr. Bild: AlexanderBlum

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Alles neu macht der Mai ... so beginnt einaltes Volkslied. Der Mai wird darin als Monatbeschrieben, der einen Neuanfang setzt. DieNatur erwacht zu neuem Leben und lockt dieMenschen ins Freie, in den Garten, wo allesspriesst und blht. Der Mai gilt fr viele Men-schen als die schnste Jahreszeit. Entspre-

    chend wird er von Dichtern und Sngern auchimmer wider besungen. Er ist ein Monat, dersmtliche Sinne anregt.Wir spren die wr-mende Sonne auf der Haut. Blumendfte kit-zeln unsere Nase, munteres Vogelgezwitscherdringt an unsere Ohren, frisches, sattes Grnund blhende Blumen in allen Farben erfreu-

    en Augen und Gemt.

    Lassen wir uns doch von diesen Glcksgefh-len, von der Aufbruchsstimmung in der Natur,anstecken. In diesem Sinne wnsche ich Ih-nen eine wonnevolle Frhlingszeit ...

    Alois SchwagerChefredaktor POST

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  • 4 | Ausgabe 5 POST Persnlich Mai 2016

    BernhardBertelmann: LesenffnetWelten!

    Bevor Bernhard Bertelmann zumKantonsbibliothekar gewhltworden ist, hat er in rund 25Jahren das Bibliothekswesen in ver-schiedenen Funktionen Fond kennengelernt. Er ist also ein Praktiker, dersmtliche Bereiche des Bibliothek-wesens kennt. Begonnen hat er nacheiner Sekundarlehrerausbildung in derPestalozzi-Bibliothek in Zrich, der f-fentlichen Bibliothek der Stadt Zrich.Hier hat er sich zum Diplom-Biblio-thekar ausbilden lassen. Von hier aushat er nach St. Gallen in die moderne,wissenschaftliche Bibliothek der Uni-versitt HSG gewechselt. Die Zeit anderHSGhat ihn, wie er selber bekennt,starkgeprgt.AnseinerdrittenStation,der Kantonsbibliothek St. Gallen, derVadiana, mit ihren grossartigen histo-rischen Bestnden hat er schliesslichauch den historischen Bereich kennengelernt. Hier war er Stellvertreter desKantonsbibliothekars.

    SmtlicheBereiche vereintIn der Thurgauer Kantonsbibliothekfindet er nun alle drei Bereiche vereint.Mit der Integration der Stadtbiblio-thek 1864 ist sie zur Volksbibliothekgeworden und mit der bernahme vonTeilen der Klosterbibliotheken verfgtsie ber einen wertvollen historischenGrundbestand. Ihre Kernaufgabe aberist, wie Bertelmann betont, die PflegederThurgoviana,SchriftenberundausdemThurgau zu sammeln, pflegen undzuvermittlen.Dadurch ist dieKantons-bibliothek Teil des Gedchtnisses desKantonsundhilftmit,die Identifikationdes Kantons zu strken. Mein Ziel istes, die einzenenBereiche nicht gegenei-nander abzuschotten, so Bertelmann.Darum sei es ihm ein Anliegen, dassauch immer eine Person mit einer wis-senschaftlichen Ausbildung hier ttigsei, jemand der auch die Sprache derWissenschaft spreche. Die Kantonsbi-bliothek sei fr alle da. Das drckt sich

    auch in der Breite der Veranstaltungenaus, die von der Kantonsbibliothekangeboten werden: von wissenschaft-lichen Anlssen ber Dichterlesungen,Lesungen von lokalen Autoren bis zumBuchstart vonKindern. Auch das Enga-gement bei der Aktion Frauenfeld liestein Buch oder amFrauenfeder Bcher-fest vom27. bis 29.Mai gehrt dazu.

    Anspruchsvolle AufgabeDie Aufgabe als Kantonsbibliothekar istsehr anspruchsvoll. Neben dem Fach-wissen zur Betreuung einer vielfltigenBibliothek muss er auch die Fhigkeitbesitzen, Personal zu fhren, werdendochinderKantonsbibliothekinsgesamt23Personen fr14Stellenbeschftigt inklusi