frauenfelder post - oktober 2015

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Oktoberausgabe der Frauenfelder POST 2015

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  • Ausgabe10Oktober2015

    Tglichmachensichzehntausendevon Menschen, getrieben vonder Sehnsucht nach Frieden,Sicherheit und einem menschenwr-digen Leben, auf die Flucht. Tendenzsteigend. Bei diesen Zahlen muss voneiner eigentlichen Vlkerwanderunggesprochen werden. Nur pure Ver-zweiflung kann Menschen in solchenMassen dazu bringen, ihreHeimat undsogar ihren Kulturkreis, nur mit demNtigsten auf sich, zu verlassen. Wernimmt schon freiwillig die beinaheunmenschlichenStrapazeneinerFluchtins Ungewisse, mit der Gefahr dabei zusterben, auf sich?DieseMenschen sindunverschuldet ineineauswegloseSitua-tiongeraten. IhreHuser sindgrssten-teils zerbombt und unbewohnbar, diegesamte Infrastruktur ihrer Heimat istzerstrt. Es gibt dort weder gengend

    Nahrungsmittel noch Arbeit. Wer hierberleben will, muss das Land verlas-sen.DieAuffanglager imangrenzendenAusland sind jedoch bereits hoffnungs-los berfllt. Auch dort herrschen un-haltbare Zustnde. So sehen sie keinenandern Ausweg, als weiterzuziehen.Weder Mauern und Stacheldraht nochPolizei und Militr kann sie aufhalten.Sie glauben an ihre Chance, ihr Rechtauf ein menschenwrdiges Dasein undan unsere Solidaritt.

    Vonder andernSeite betrachtetWir, die im Gegensatz zu jenen die inihrerNotbei unsanklopfen, inFrieden,Freiheit,Wohlstand undberfluss auf-wachsen durften, mssen uns fragen:Wie haben wir dieses Privileg verdient,gerade hier zu leben? Wir knnten unsgerade so gut in der umgekehrten Lage

    befinden. Verpflichtet uns das nichtzu Dankbarkeit und Solidaritt? Nurgrenzenlose Arroganz kann uns dazubringen, diese Menschen an unsererGrenze zurckzuweisen.

    Solidarisch auchmit EuropaNach Italien und Griechenland werdenzurzeitDeutschlandundsterreichvonFlchtlingen buchstblich berrannt.In dieser Situation setzt sich immermehr die berzeugung durch, dass dasProblem nur gemeinsam zu lsen ist.DieSchweiz tut gutdaran, sichauchmitEuropa solidarisch zu zeigen und sichgemss einem noch auszuhandelndengesamteuropischenVerteilschlssel ander Lsung des Flchtlingsproblemszu beteiligen. Unsere Grenzen frFlchtlinge zu schliessen und die ver-fehlte das-Boot-ist-voll-Politikwiederaufzugreifen, wie es eine sogenanntstaatstragende Partei verlangt, istzynisch undmenschenverachtend.POSTMedienhilfthelfen.GemeinsammitNosuf lancierenwir an derMartini-Mss eine Solidarittsaktion. n

    UnsereSolidaritt ist gefragtWeltweitbefindensichzurzeit rund60MillionenMenschenaufderFlucht.RunddieHlfteallerFlchtlingesindKinder. IndieserSituation istunsereSoldarittgefragt.Verweigern ist zynisch.

    ALOIS SCHWAGER

    DieMenschenaufderFluchtschreckenwedervorMilitrnochStacheldrahtzurck.

    HansjrgBrem,Frauenfeld,Leiter des Amtes fr Archologie ist verhei-ratet und Vater zweier Kinder. Als Genuss-mensch und Hobbykoch ist er am Samstagoft auf dem Markt anzutreffen. S. 4

    SchlussspurtDer wohl bisher teuerste Wahlkampf derSchweiz geht in die Endphase. 3792 Perso-nen wollen in den Nationalrat. S. 7

    DerHhepunkt imFrhherbstDie Wega ist wohl eine der bedeutendstenPublikumsveranstaltungen im Frhherbst.Alt und Jung knnen sich wieder auf zahlrei-che Attraktionen inWeinfelden freuen. S. 15

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  • Oktober 2015 POST Politique Ausgabe 10 | 3

    Der Faustschlag indasKMU-Gesicht

    IneinemSchuldner- beziehungsweiseZahlungsverzug befindet sich eineFirma oder eine Person einer flligenund durchsetzbaren Forderung, wennsie ihreLeistungshandlungimZeitpunktdes verzugsauslsendenUmstandes inder Regel eine Mahnung nicht vor-genommen und diese Verzgerung zuvertreten hat. Das Schweizer Gesetzregelt diesen im Obligationenrecht. Imtglichen Geschft ist es blich, dassdreiMal eineMahnung ausgestellt wird,bevor die Zwangsvollstreckung eingelei-tet wird. Dies, obwohl kein Gesetz eineZahlungserinnerung nach Fristablaufvorschreibt. Es ist also ein Wohlwollendes Glubigers, zuzuwarten, bis dieForderungbeglichenist.Fallssieesber-hauptwird.Hierzulande ist es schonfastblich, dass Schuldner gewohnheitsm-ssig ohne zu bezahlen einkaufen,Warenoder Dienstleistungen ohne die Beglei-

    chung einer Rechnung bestellen und zuguter Letzt straflos ihres Weges ziehen.Zum einen kann nmlich ein Schuld-ner im Extremfall auf Verfahrenshilfepochen und so auf Staatskosten seinenProzess fhren. Zum andern muss ersichkaumvoreiner langenProzessdauerfrchten. Dafr sorgt schliesslich VaterStaat, der je nachKanton undErmessender gerichtlichen Instanz ein Vermgenals Eintrittsgeld ins Gericht verlangenkann. Dies erschwert es dem Glubigermit tiefem Einkommen oder wenigergutem Geschftsgang zu seinem gutenRecht zukommen.

    Immermehr inderKreideDie Zahlen der Betreibungs- und Kon-kursstatistik der letzten 20 Jahren spre-chen Bnde: Lagen diese bei den Be-treibungshandlungen in den KantonenZrich, Schaffhausen undThurgau nochbei 304'631, stiegen diese bis 2014 aufsage und schreibe 490'205 Flle. Ein Ge-samtfrankenbetrag in Milliardenhhe!Tendenz steigend! Anstatt der Staat nurz.B. Klein- und Kleinstbetriebe schtztund untersttzt, macht er genau das

    Gegenteil.Dies, obwohldiePolitik immerlauthalsschreit,dieKMUzuuntersttzen.Doch im Rahmen der Debatte ber denSchutz der Schuldner geht nmlich bei-nahe unter, dass es fr dieUnternehmenimmer aufwndiger, teurer und kompli-zierter wird, berechtigte Forderungeneinzutreiben. Ein Beispiel: Das Unter-nehmenhat seine Leistung erbracht. DerSchuldner kann oder will (was immermehr der Fall ist) nicht bezahlen. Die Fir-ma muss also versuchen, die Forderungauf dem Rechtsweg einzutreiben. Machtsiees,entstehenunbersichtlicheKosten.Im Extremfall flattert der Verlustscheinins Haus. Trifft dies ein, kann die Ge-samtabrechnung ber dem Mehrfachender ursprnglichen Forderung liegen.Erhlt der Schuldner die Verfahrenshilfe,schmunzelt er zum ersten Mal. Hilfe frdieKMUgibt es nicht. Sie tragen dieVer-antwortung selbst. Ab ins Beispieldetail:DieRechnungfrdieDienstleistungeinesThurgauer Unternehmens betrgt 501Franken. Mahnverfahren gleich erfolg-los. Die Kosten fr Zahlungsbefehl undInkasso belaufen sich auf 240 Franken.Diejenigen fr die Verhandlung beimBe-treibungsamt auf 350 Franken. Der Vor-schuss des Gerichtes auf 1800 Franken.UnterdemStrich:2390FrankenAufwandfrdieFirma,umwennberhaupt501Frankenzuerhalten.FrdieSchuldnerin:EinGrinsen imGesicht! n

    MARCELTRESCH

    ImmermehrSchuldner frnendemHobby,WarenundDienst-leistungenzubeziehen,ohnezubezahlen.AmEndesinddieGlu-bigerdieGelackmeierten,weildieSchuldnergeschtztwerden.

    DasVorschuss-Systemhat seit der Einfh-rung der neuenSchweizerischen Zi-vilprozessordnung(2011) einen ent-scheidendenVor-teil: die Gerichtemssen nach erle-

    digter Arbeit dem Geld nicht nachrennen. Da-mit kann die politische Mehrheit im Parlamentvon Bern die Kosten der Justiz tief halten. DieKehrseite der Medaille: erschwerter Zugangzum Recht. Nur Reiche knnen prozessieren.Unternehmer aber, die sich erdreisten, eine ei-gene Firma zu fhren und nichts anderes alsihr Recht einfordern wollen, sind dagegennicht arm genug, ummit einer Verfahrenshilfeauf Staatskosten prozessieren zu knnen. Schuldnergeniessen teilsmehrVorteile alsGlubiger imRecht. Bild Internet

    Liebe Leserin, lieber Leser

    EinThema,daszurzeitganzEuropaerschttert, istdas Flchtlingsdrama. Die POSTMedien habensichentschlossen,nichtnurdarberzuberichten,sondern mit einer Solidarittsaktion, die wir zu-sammen mit dem Nordostschweizer Unterneh-

    mer Forum (Nosuf) lancieren, zu helfen.

    AlsMedien-Partner nehmenwir auchdieses Jahrwieder an der MartiniMss vom 12. bis 19. No-vember in Frauenfeld teil. Aber anstatt uns dortselber in den Vordergrund zu stellen, verkaufenwir an unserem Stand den sogenannten Sauer-land-Brenner, ein im Sozialwerk St. Georg vonMenschen mit Behinderung hergestellten Ofen-anznder aus Reststoffen. DenVerkaufserls las-senwirvollumfnglichderSchweizerFlchtlings-hilfezukommen.MehrberdieseAktionerfahren

    Sie in der kommendenAusgabe.

    Alois Schwager. Chefredaktor POST

    Tel. 052 745 11 35, Fax 052 745 26 76info@fritzschneiderag.ch,www.fritzschneiderag.chOberstammheim/Diessenhofen

    Seit ber90 Jahren

    Otto Wgeli AGBau- und Mbelschreinerei8524 Iselisberg-Uesslingen052 744 50 00www.waegeli.ch

    Kommen Sie

    zum Probelie

    gen

    in unsere

    Ausstellung n

    ach

    Iselisberg.

  • 4 | Ausgabe 10 POST Persnlich Oktober 2015

    DieKinderhabenmeinLebenverndert

    Gut20JahrearbeitetderheutigeKantonsarchologe HansjrgBrem jetzt bereits im KantonThurgau.Er istmit einerBerufskolleginverheiratet,wohnt seit 2008 inFrauen-feld und ist Vater zweier Kinder. SeineKontakte zumAmt fr Archologie desKantonsThurgau reichen bis in die An-fnge des Studiums an der Uni Zrichzurck. Hier lernte er AlbinHasenfratzkennen. Zusammen mit ih