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  • Vereinigung ehemaliger Schler des Humboldtgymnasiums Solingen VeSCH e.V.

    Das Jahr

    Ausgabe 2009

    Herausgegeben von:

    Georg AngenendtHanno Dreger

    Matthias GerschwitzAndreas Schultz

    1

  • In eigener Sache 31903 Auf der Suche nach dem Grundstein 5Schler managen ihr eigenens Unternehmen 18Neulich im ICE (1) 20Theater-Tagebuch (1) 226 Richtige 24Otto Gmelin 28Neulich im ICE (2) 36Abi, Ausland, Abenteuer 38Theater-Tagebuch (2) 45Ick hab erst in die Kohle jemacht ... 48Neulich im ICE (3) 52Junge Menschen, alte Sprache: Die Altgriechich AG 54Who Is Who In HGS? 55Die 5. Klassen 2009 61Beitrittserklrung zur VeSCH 64

    Kontaktadressen fr eMail:Matthias Gerschwitz: mail@gerschwitz.comAndreas Schultz: schultz-mail@t-online.de

    Wir bedanken uns bei unseren Inserenten fr die Untersttzung.

    Das Jahr 2009

    2

    Mitteilungen der Vereinigungehemaliger Schler (VeSCH e.V.)des Humboldtgymnasiums So-lingen, Humboldtstr. 5, 42719Solingen, Telefax: 0212/6598150.Herausgeber: Georg Angenendt,

    Hanno Dreger, Matthias Gersch-witz, Andreas Schultz (Telefon:0212/338384). StadtsparkasseSolingen (BLZ 342 500 00), Kon-to 112 15 40. Einzelpreis: 1,- ;kostenloser Versand fr Mitglie-

    der. Mitgliedsbeitrag: 10,-/Jahr;Studenten/Auszubildende 5,-/Jahr. Anzeigenpreise auf An-frage. Druck: Druckhaus FischerSolingen. Layout & Satz: Ger-schwitz Kommunikation Berlin.

    Inhalt

  • Immer wenn ich am Humboldtgymnasium vorbeifahre, meldet sichmein schlechtes Gewissen und ich werde daran erinnert, dass dieVeSCH-Zeitung fertig gestellt werden muss. Bin ich dann wieder zuHause (etwa fnf Minuten spter), habe ich den Gedanken meist wiedervergessen. Im ersten Moment klingt es das doch sehr abgeklrt, aber esist einfach nur ehrlich gemeint und gibt mehr oder weniger dieSituation wieder, in der sich die meisten der derzeit in der VeSCH akti-ven Mitglieder befindet. Die Schulzeit liegt lange hinter uns (mittler-weile auch fr unsere Kinder) und ein Bezug zur Institution oder dendort ttigen Menschen verliert sich langsam in der Zuflligkeit.Ursprnglich war die Zeitung einmal als eine Art Bindeglied zwischender Schule und den Ehemaligen gedacht gewesen und viele Jahrekonnte dies durch an der Schule ttige Lehrer, Ehemalige als Elternaktueller Schler/innen und Elternvertreter sicher gestellt werden.

    Aber die Zeiten ndern sich: Unsere Kinder werden lter und pltz-lich sind wir eben nur noch Ehemalige und die in frheren Jahrendurchaus segensreiche Verbindung ist pltzlich wie abgeschnitten. DieFunktion der Zeitung scheint eine Einseitige zu werden, die sich berkurz oder lang nur noch in einer Art Ehemaligenkult zu verlustierendroht. Auch wenn wir nicht glauben, dass wir dieses Stadium bereitserreicht haben, mchten wir auch nicht, dass es soweit kommt. Nichtsist schlimmer als eine idealisierende Ehemaligenherrlichkeit. Uns istdabei bewusst, dass wir die beralterung der VeSCH-Aktiven nichtschlagartig ndern knnen. So mchte ich an dieser Stelle gerade dieGeneration der Ehemaligen zwischen Dreiig und Vierzig (einundvier-zig geht auch noch) oder besser, der heutigen Ehemaligen- und gleich-zeitigen Elterngeneration der Humboldtschler/innen ansprechen, unsdabei zu helfen, die Lcke in der Verbindung zur Schule wieder zuschlieen. Der Umstand, dass sich die Aktivitten der derzeitigen Mann-schaft auf die Herausgabe der Zeitung und die Organisation der Ehe-

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    In eigener Sache

  • maligentreffen (alle fnf Jahre) beschrnken (mssen), knnte der/dieeine oder andere ja zu dem Schluss kommen lassen, sich daran zubeteiligen, ohne gleich befrchten zu mssen, in Arbeit zu versinken.Journalistische Begabung ist nicht zwingend erforderlich, aber durch-aus von Vorteil. Ich denke die Zeitung kann nur gewinnen. Wer Inte-resse hat, der melde sich bitte bei mir (schultz-mail@t-online.de).

    Nichtsdestoweniger haben wir uns auch bei dieser Ausgabe wiedermehr als nur Mhe gegeben, eine ausgewogene Berichterstattung berdie Schule und das wahre Leben abzuliefern. Letzteres soll sich in garsurrealistischen Szenen im Flaggschiff der Deutschen Bahn, dem ICE,abgespielt haben. Ein klrender Hinweis sei erlaubt: Ich bin immernoch berzeugter Bahnfahrer!

    Natrlich kommt auch die Historie der Schule nicht zu kurz, ebensowenig das aktuelle Theatergeschehen, Hanno Dreger sei Dank. Meinbesonderer Dank gilt jedoch den Autoren aus dem unmittelbarenUmfeld der Schule. Genau diesen Bereich wrden wir gerne erweitern.Bei der Planung zu unserer nchsten Ausgabe haben wir denn auchvorsichtig ins Auge gefasst, einmal mehr ber die Vernderungen inder Schule zu berichten, die man als Folge der nicht immer glckli-chen bildungspolitischen Diskussionen der letzten Jahre ansehen kann.Sei es der Spagat zwischen dem zentralen Turbo-Abitur und modernenFormen der Kinderarbeit, die Wahl zwischen Ganztagsbetreuung undKinderverwahranstalten oder einfach nur der fr Puristen als Sakrilegeinzuordnende Angriff auf die 45-mintige Schulstunde. Themen gibtes genug! Wer sich berufen fhlt, sich zu diesen oder anderen Themendes alltglichen bildungspolitischen Wahnsinns (Man mag mir das ver-zeihen. Ich bin mit einer Lehrerin verheiratet, ich kann nicht anders!),der tue sich keinen Zwang an und schicke uns mglichst sofort seinenArtikel. Zum Glck gilt: Nach der Zeitung ist vor der Zeitung!

    (Andreas Schultz)

    P. S: In diesem Jahr werden wir die Mitgliedsbeitrge wieder fr zwei Jahre einziehen. Wennirgendjemand damit nicht einverstanden ist, der mge doch bitte auf einen fr die VeSCHkostenintensiven Widerspruch gegen die Lastschrift verzichten und sich einfach bei uns melden.

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    In eigener Sache

  • Erste Fortsetzung

    Gibt es den Grundstein des Humboldtgymnasiums von 1903 wirk-lich? Wie kann man das herausfinden? Denn eine exakte Aussagebedarf ja des nachprfbaren Beweises. Also Quellenforschung! DieSolinger Zeitungen von 1903 werden ein solches Ereignis nichtbergangen haben, wie sie es heute auch nicht tten. Alle gedruck-ten Publikationen zu Solingen werden im Stadtarchiv gesammelt.Verlassen wir also Feld und Auen und kehren ein in den Dmmer-schein des Magazins, wo das Solinger Kreis-Intelligenz-Blatt in lau-fenden Regalmetern von gebundenen Folianten auf Einsicht wartet.Man darf sie herausnehmen, darin blttern und lesen. Manche sindaufwendig eingeschweit, Seite fr Seite, einige noch im Originalerhalten, und wenn man die morbiden Bltter umwendet, entweichtdaraus der Moderduft eines Jahrhunderts. Manchmal fehlt ein Band,dann kann man die Artikel nur vom Mikrofilm im Negativ entzif-fern. Hinweise auf das Gesuchte sind sprlich, aber die Entdek-kungsreise selbst zieht den Suchenden auf ihre Art immer tiefer insvergangene Leben, das gleichzeitig fremd und vertraut ist.

    Ob etwas bei Hofe in Berlin geschieht, ob ein Kronprinz auf demWeg nach Sddeutschland den Oh-ligser Bahnhof passiert, das gibtimmer einen Aufmacher. Selbst-verstndlich machen historischeEreignisse Schlagzeilen, z.B. alsPapst Leo XIII. stirbt und Pius X.ihm nachfolgt. Whrend es dem al-ten Pontifex gelungen ist, den Kul-

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    1903 Auf der Suche nach dem Grundstein

    Bahnhof Ohligs um 1900

  • turkampf im Deutschen Reich glcklich zu beenden, wird der neueHeilige Vater das ganze Gewicht seines Amtes darauf verlegen, diekatholische Kirche zu restaurieren und im Sinne der reinen Lehrezu zentralisieren. Die Pius-Bruderschaft benennt sich heute nachihm, dem 1954 Heiliggesprochenen.

    Dass die mazedonische Frage andauert, dass der Reichstag ge-whlt wird, solche Themen bilden den Mantel der Zeitung, immerumstndlich und mit blumenreicher Rede kommentiert. Danachfolgt die Rubrik Aus Rheinland und Westfalen, dann erst AusStadt und Region, worunter meistens auch Meldungen aus Ohligsund Wald zu finden sind. Zuletzt, aber nicht immer: Aus den Verei-nen: Gesangvereine, Schtzenvereine, Turnvereine, Veteranenver-eine, Wohlttigkeitsvereine, die fr die Buren-Frauen und -Kinderin den Concentration Camps sammeln. Manchmal finden sich unterdieser Rubrik auch die Sozialdemokraten. Sie firmieren tatschlichnoch als Verein. Das Solinger Kreis-Intelligenz-Blatt betrachtet ihreAktivitten kritisch:

    Bekanntlich haben in der letzten Stadverordnetensitzung [am 29.Januar 1903] die Sozialdemokraten die Gelegenheit, da sie in derMajoritt waren, benutzt, um Beschlsse durchzubringen, die zwarihren Prinzipien entsprachen, die aber bei dem groen Theile derBrgerschaft Unwillen erregten, so die Streichung eines Beitragsvon dreihundert Mark zu den Kosten der Kaisers Geburtstagsfeier[sic]. Die Regierung hat aber die Beschlsse als ungltig bezeich-net, da in der betreffenden Sitzung das Collegium garnicht be-schlufhig war.

    Die Begrndung der Provinzialregierung ist, was die Sozialdemo-kraten als ihre Chance gesehen haben: Mehr als die Hlfte der Abge-ordneten hat gefehlt. Erregte Debatte darber am 26. Februar. Ebensoerregt die Volksversammlung bei der Witwe Staudacher (2. Mrz)bei der der Abgeordnete Schallbruch das hufige und beliebige

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    1903 Auf der Suche nach dem Grundstein

  • Fehlen der Brgerlichen anprangert, whrend die Arbeiter wegenihrer Teilnahme an Sitzungen Lohnausfall hinnehmen mssten.

    Zwischen diesen ernsten Dingen allerlei Kurzweil zur Unterhal-tung. So erscheint am 10. Juni 1901 Zur Entwicklung des Frauen-studiums folgende Steigerung:

    Anrede des Professors an die Hrerschaft: um 1850 MeineHerren, um 1895 Meine Herren und Damen, um 1950 MeineDamen und Herren und um 2000 Meine Damen.

    Das ist Anfang des 20. Jahrhunderts als Witz gemeint, nicht etwaein Weitblick auf den realen Siegeszug der Mdchen unserer Tage.Denn die Pointe zndet damals nicht nur im blauen Dunst desRauchsalons, wo der Herr des Hauses sein Intelligenz-Blatt liest,vielmehr ist sie Ausdruck des allgemeinen Rollenverstndnisses.Das bezeugt der Hinweis vom September 1903, in dem lobend er-whnt wird

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