gridiron kyjev session

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dialogue with inga zimprich

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  • End / ending: Hotel KvjevBratislava (07.04.08 13.04.08) Rajsk 2

    international coffeeshop (ics), Lillian Fellmann

    The request for continuity, apparent in the rotating shifts and the different intensities of day and night-work. (End: if there is no next point, how can one even move at all?)

    The GRIDIRON Hotel, Kvjev Session: (dialogue with Inga Zimprich)

    Initiated by Joel Verwimp

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Bratislava 6:45

    Tokio 1:45

    Moscow 8:45

    Tel Aviv 7:45

    London 5:45

    New York 12:45

    Sydney 2:45

    Report

    It is uncomfortable now to blend into a new days reality. It is time to putthe beer bottle into the trash-bin as it might appear acquard to meet awoman in the lobby drinking beer in the morning.Your hare and tortoise are fine. Not even the cleaning ladies have movedthem.But first of all I will admit that there is not much formatting yet from myside. I will instead formalize in reports what I wrote down in mynotebook. I might have to add to that later, as much as you are verywelcome to do.

    But let me start somewhere and let me be somewhere else later.

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Bratislava 6:52

    Tokio 1:52

    Moscow 8:52

    Tel Aviv 7:52

    London 5:52

    New York 12:52

    Sydney 2:52

    Report

    Wie ich dir schon gesagt habe, arbeite ich nicht oft mit Knstlern zusammen,oder nicht so, dass sie mir als Knstler auffallen. Deshalb bin ich dir sehrdankbar, dass du diese Tiere mit ins Spiel gebracht hast, also: das Spiel zumeinen und die Tiere zum anderen.Schau, dieser Film, wie dort die Sprache ber die Tiere gelegt wird, ist dasnicht seltsam? Da wird also das beobachten, vielleicht auch das dressieren,das filmen, das einfangen zusammengezogen in einer Narration die demganzen Tun dieser Tiere eine menschliche Geschichte gibt, eine Stimmeverleiht.Der Sprecher nicht als Kommentator, sondern als Stimme der Tiere.Sehr erinnert mich das an das Aufschreiben hier, an das Zusammenziehentrotz allem von dem gesehenen aber auch dem das ungesehene zu beobachtenund in eine Narration zusammenzubringen.Ich will nicht sagen, dass damit etwas geklrt wird, vielleicht grade, wie vielerklren darin ausbleibt ist wichtig. Doch diese Anhufung vonVerknpfungen herzustellen, dieses Zusammenziehen gleicht dem voice-overdieses und eines jeden Films.Dieses Sprechen, das Schreiben hat jenen Bezug zur Macht, den desErzeugens, des Geschichte erzeugens, der Geschichtsschreibung. DieserBezug wird uns in diesem Gebude oft begegnen und schon jetzt, hier ist erschon. Ganz zu Anfang. Zu Anfang?

    Vielleicht kann dieser Report spter eine Tonspur werden, die sich auf dieBilder legt, oder vielleicht kann ein Dokument im selben Raum wie dieBilder auch immer in sich eine Tonspur sein. Auf welche Bilder jedoch undwas es hier zu sehen gilt, was man also bespricht, auf und ber was man wiespricht und wie das zu ende fhren?

    In seinem dritten Vortrag ber

    das Wesen der Sprache

    schreibt Heidegger: Die

    Sterblichen sind jene, die den

    Tod als Tod erfahren knen.

    Das Tier vermag dies nicht. Das

    Tier kann aber auch nicht

    sprechen. Das

    Wesensverhltnis zwischen

    Tod und Sprache blitzt auf, ist

    aber noch ungedacht. Es kann

    uns jedoch einen Wink geben in

    die Weise, wie das Wesen der

    Sprache uns zu sich belangt

    und so bei sich verhlt, fr den

    Fall, dass der Tod mit dem

    zusammenghrt, was uns be-

    langt.

    (Agamben: Die Sprache und

    der Tod, erste Worte der

    Einleitung)

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Bratislava 7:05

    Tokio 2:05

    Moscow 9:05

    Tel Aviv 8:05

    London 6:05

    New York 1:05

    Sydney 3:05

    Report

    I had been upstairs for a little moment before my shift began to justwash and brush my teeth and see whether Id still need something. Fromthat moment on the room was inside, while here, the lobby had begun tobe outside. Merely the gesture of taking the decision to be at some placefor a period of time drew a defining line between the here and there.Then it was official that now I would stay here.To establish a realm.Is this the border of work?

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Bratislava 9:16

    Tokio 4:16

    Moscow 11:16

    Tel Aviv 10:16

    London 8:16

    New York 3:16

    Sydney 5:16

    Report

    Dass das Aufschreiben hier natrlich auch mein Beobachten von mir ist,bringt mich zu der Frage, inwieweit dieses Gebude aber vorschlgt,dieses ich nicht zu sein. Mich zu benutzen um in dieser Situation desReisens einen Ort aufzunehmen, whrend es fr mich heit, oder heienmuss, immer mehr heien muss, stillzustehen: Wie wrde sich dies aufmich auswirken, wenn man nun einmal annehmen wrde, einmodernistisches Gebude htte einmal verkrpern sollen, (und htte insich selbst nicht zu ende gebracht) mit der Zeit zu enden? Mit derGeschichtsschreibung, einer Unterbrechung von Historizitt alsrumliche Erfahrung zu erzeugen?Wre und einmal spter will ich in diesen Notizen dann doch derFrage der Nostalgie und dem unbeendeten darin nachgehen es alsomglich, dass wenn ich mich als Instrument benutze, um zu beobachtenund ich ein Objekt beobachte, dass vorschlgt die Zeit zu beenden, dasses mich beenden knnte? Unter welchen Bedingungen wre dasmglich?Wie knnte man also sich einem spezifischen Ort widmen, wenn dieserOrt innehalten will, sich aufgeben will und seine Orthaftigkeitaufzugeben scheint?Ob er das nun konkret tut, vielleicht tut er das nun nicht mehr, unddeshalb die Nostalgie, und deshalb die vielen Uhren von anderen Orten,die sich vielleicht grade jetzt aufgeben. Vielleicht ist das die Hoffnungder Orte, von dieser Hoffnung der Orte wissen wir aber nichts.Und vielleicht sind ihre Uhren ihr geheimes Signal.

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Bratislava 9:21

    Tokio 4:21

    Moscow 11:21

    Tel Aviv 10:21

    London 8:21

    New York 3:21

    Sydney 5:21

    Report

    Und davon wollte ich noch eben sprechen: Die Bar die mich als settingfr unser Gesprch so gestrt hat. Ich kann schon sehr rumlichfetischistisch sein und mein mich ber Orte rgern wird schon nochauftauchen, doch in diesem Haus, wo selbst mein Verharren so gutbehaust wird, wo ich Lust hab, die Seifen zu klauen, erschrickt michdiese Bar. Sagen wir, es ist tatschlich so, wie es dort aussieht und imrunden Zentrum in der Mitte vor der spiegelbestreiften Wand tanztenalso Animierdamen, die ihre Brustwarzen mit Reflektoren bedeckthielten: Dann frage ich mich noch immer, ob es denn jemals einmodernistisches Bordell gegeben hat? Woher kommt jene Inkonsequenzfunktionale, offene Rume zu entwerfen und dann in dem was wohleinmal Vergngen genannt wurde in lauschige Lauben, privateSitzecken abzurutschen und alle Wnde mit rotem Teppich zuberziehen?

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Bratislava 9:36

    Tokio 4:36

    Moscow 11:36

    Tel Aviv 10:36

    London 8:36

    New York 3:36

    Sydney 5:36

    Report

    Mimicry

    Anyways I should mention some thoughts Ive had about that specificplace the lobby is and why we chose to work here.Have you been sleeping at train stations in your life? I feel reminded ofthat. Some moment the thought crosses my mind whether she doesnthave a room looking at myself surrounded by bags, books, bottles ofwater, coke and beer, cables, ashtrays sitting in the lobby at five in themorning.I can work and concentrate well in cafs, in the noise of the semi-public.And unlike the room where I brushed my teeth and thus it becameinside, being in the lobby, I mimic an outside.I imitate to be public, I remain public with all the means it takes, not tobe. To make a space a place, thus, arranging for being able to be here,immerse myself in my desinterest while still remaining here, where weinvented a function which is, does it mean to be public?

    It might come down to that in provoking a situation of tiredness (thusthe slightest tension, lets say a division with the simplest means), adivision between my sleeping-cabin and an assigned space, just beinghere and having announced I would, it might enter production. And Imight transgress that line where institutionalizing is.

  • Hotel Kyjev

    Inga Zimprich

    Night Shift

    A dialogue with

    Jol Verwimp

    Mnchengladbach10:02

    Tokio 5:02

    Moscow 12:02

    Tel Aviv 11:02

    London 9:02

    New York 4:02

    Sydney 6:02

    Report

    That postcard I brought will be for you: I mentioned I had been visitingmy hometown in March and went to the local museum. It had been thefirst Sunday of the month and the museum was busy with families andchildren on a free-entrance day.When we are here and words are dropped as vision with regard tocultural policy (in the sense of the demand: You should have one) then wemust remember this institution, I must. Its workshop room where with theschool class I had to paint color-tables on a paper-top, to see that all basiccolors would turn white when youd spin it (it never did, it always turnedout grey with me).Where next door hang works by Broothaers, Beuys, Le Witt, and angryparents warn their children to not step on the buttons which putTanguelys work in motion.In my last report I told you something about the point ofinstitutionalizing, of seperating myself from my private, of performingproduction simply by assigning myself a place to remain at.This Free Entrance On The First Sunday Of The Month, is it theinstituti