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Revolutionäre und Freidenker: Marco Lutz und Reto Kestenholz im Interview. Mathias Grob von Grobkonzept präsentiert seine Kunst.

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  • Revolutionre

    c reat i ve l i ne s

    nr. 2screensh t

    & FreidenkerMarco Lutz und reto Kestenholz im Interview Mathias Grob von Grobkonzept prsentiert seine Kunst

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    Aint NoSushi Sled!

    PLAY videohttp://yooo.tv/2010/josh-dirksen-the-sick-stick/

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  • wow!cor!

  • 5wow!cor!

    Wenn man Interviews von gestandenen Fahrer in fr-

    heren Zeiten liest, so war eine gngige Antwort auf die

    Frage, was denn Snowboarden fr sie bedeutet oder

    beinhaltet: Progression. Heute kriegt man das nicht

    mehr so oft zu hren natrlich lsst fast jeder Fah-

    rer verlauten, dass sein Ziel der nchsten Zeit ist, neue

    Tricks zu lernen, aber das Empfinden um den Begriff

    scheint nicht mehr so allgegenwrtig zu sein, resp. be-

    zieht sich mehr auf die persnliche Weiterentwicklung

    wie die allgemeine Progression des Snowboardens.

    Da stellt sich dich Frage, was dazu gefhrt hat oder

    ob es heute keine Progression im Snowboarden mehr

    gibt?

    Ich wage den Vergleich aufzustellen, dass es sich mit

    der Progression im Snowboarden und dem Empfinden

    darum, gleich entwickelte, wie bei jedem von uns ber

    die Jahre, die er auf dem Schnee verbrachte. In den

    ersten drei Jahren macht man jeden Tag auf dem Board

    so grosse Fortschritte, dass diese einem bewusst wie-

    derfahren umso mehr ist man gestoked von die-

    ser Progression und diese wird zum Thema. Auch das

    Snowboarden entwickelte sich anfnglich dermassen

    schnell, dass jedem Fahrer die Entwicklungen beinahe

    tglich vor Augen gefhrt wurden und zum entspre-

    chenden Bestandteil des Gefhls, was Snowboarden

    beinhaltet, wurde.

    Wie beinahe berall werden die Schritte der Weiter-

    entwicklung kleiner mit jedem hheren Level, das man

    erreicht. Progression gibt es im Snowboarden aber

    auch heute noch (man denke nur einmal an die gan-

    zen double inverted tricks). Jedoch findet sie langsa-

    mer statt und wird dadurch nicht mehr gleich wahrge-

    nommen wie frher.

    Damit Progression berhaupt erfolgen kann, braucht

    es Persnlichkeiten, die sich abseits vom Herkmmli-

    chen, vom Konformen bewegen und ihre eigene Mei-

    nungsbildung anstreben und ihre eigenen Ideen und

    Entscheidungen verfolgen.

    Einiger dieser im alltagssprachlichen Gebrauch ge-

    nannten Individualisten widmen wir diese Ausgabe

    von Screenshot.

    Erfahrt mehr ber Marco Lutz, der als Quereinsteiger

    in die Filmbranche fand und bei seinen Projekten seit

    jeher penible darauf achtet, sich vom konformen Uni-

    versalismus abzuheben. Weiter erzhlt uns Quer-

    kopf reto Kestenholz mehr von seinen Ansichten und

    mit Mathias Grob stellen wir euch einen Knstler vor,

    der eine Art des Graffiti Sprayens ausbt, wie es in der

    Schweiz nur eine handvoll Personen machen.

    Dass Errungenschaften von Individualisten und Leu-

    ten, die an ihre Vision glauben und ihren Weg gehen,

    schlussendlich wieder dem Kollektiv dienen, verdeut-

    licht auch der Bericht ber Q Parks. Die Firma hat sich

    ber die letzten Jahre als Konzipierer und Vermarkter

    von Snowparks im deutschsprachigen raum etab-

    liert und ihr verdanken wir die Progression zahlreicher

    Parks.

    Wir sind berzeugt, dass auch die in dieser Ausgabe

    vorgestellten Fahrer Helen nadig, Patrick Burgener

    und Jan Scherrer weiterhin ihren Weg gehen werden

    hoffentlich wie ihr selbst mit eigenen Entscheidungen

    und Meinungsbildung.

    Andr

    InTro

  • CONTENTLink-Funktion: Klicke auf den Titel, um direkt zum Artikel zu gelangen.

    Q-ParksWie sieht der perfekte Snowpark aus, wie wird er konzipiert und welche Philosophie steckt da-hinter?

    S. 42

    Marco LutzIdeen um Ideen. Marco hat viele davon und die meisten sind noch nicht umgesetzt.

    S. 32

    reto KestenholzWir wollten retos Statement zur aktuellen Snowboardszene h-ren und wie er sich darin fhlt.

    S. 10

  • 7Helen nadigEin kleines Come-Together mit der Bdnerin aus Chur. Von nichts, kommt nichts.

    S. 66

    Fotografengallerie

    Brandgallery

    Unsere Hausfotografen zeigen ihr Knnen und kommentieren ihr Bild.

    Fantastische Bilder, die eure Augen verwhnen.

    S. 22

    S. 48

    Q-ParksWie sieht der perfekte Snowpark aus, wie wird er konzipiert und welche Philosophie steckt da-hinter?

    S. 42

    Jan & PatDie zwei rookies aus der Schweiz sind auf Vormarsch. Ein kurzes Interview dazu.

    S. 56

    GrobkonzeptMathias Grob ist Schablonen-knstler und weiss damit umzu-gehen.

    S. 60

    Lnge des Artikels1 SeiteCredits

    Coverstory rider: Simon Le FvrePhoto: Claudio Casanovawww.novaphoto.ch

    Revolutionre

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    NR. 2screensh t

    & FreidenkerMarco Lutz und Reto Kestenholz im Interview Mathias Grob von Grobkonzept prsentiert seine Kunst

  • 9rider

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    hPLAY videohttp://yooo.tv/2009/twoleftfeet-trailer

  • Zur Person reto Kestenholz gibts wahrscheinlich so viel zu schreiben wie in einer kurzen Einleitung kaum Platz

    hat. So bleibt im Voraus des Interviews zu erwhnen, dass reto mit seinen 31 Jahren vielleicht bereits zur lteren

    Garde der Snowboardszene gehren mag, aber keineswegs so fhrt. noch immer springt er hher, weiter und

    vor allem stylisher wie die meisten seiner jngeren Artgenossen. Hinzu kommt, dass er sich auch zu anderen

    Dingen, ausserhalb des Snowboardens, Gedanken macht, was sich in der heutigen Profiszene nicht von selbst

    versteht und somit fr ihn spricht.

    So diskutierten wir mit reto ber Umweltschutz, seine 45 Meter-Kickersession vom vergangenen Frhling, Angst

    beim Snowboarden und das Pipesterben in der Schweiz.

    reto fhrt fr ride (ridesnowboards.com), Zimtstern (zimtstern.com), Electric (electricvisual.com),

    Clast (clastzoo.com) und Black Diamond (blackdiamondequipment.com).

    Retokestenholz

    Text Philippe Diener

  • 11

    kestenholz

  • Reto, erzhl mal, wie war der vergangene Sommer

    fr dich?

    Ziemlich speziell. Vergangene Jahre war ich den Som-

    mer hindurch vorwiegend in Zermatt zu Hause, um

    den Gravity Park (www.tbsparks.ch/projects/gravi-

    typark.html) zu shapen. Dieses Jahr musste ich jedoch

    aufgrund meines Krpers ein wenig krzer treten. Ich

    glaube aber, dass gewisse Abntzungserscheinun-

    gen, in meinem Fall ist es der rcken, nach 20 Jahren

    Snowboarden durchaus normal sind. So ging ich also

    vier Wochen westwrts nach Spanien und Frankreich

    und versuchte mich beim Surfen.

    Zuvor warst du beinahe das ganze Jahr Non-Stop

    auf dem Snowboard. Hattest du nie

    Motivationsprobleme?

    Eigentlich nicht. Ich gnnte mir meistens im Frhling

    sowie im Herbst je ein- bis zwei Monate Pause. Zudem

    erhielt ich Motivation zumeist auf dem Snowboard

    selbst. nirgends kann ich meinen Kopf besser durch-

    lften als auf dem Brett. Mein Beruf ist somit die

    beste Ablenkung.

    Ablenkung von was?

    Schon seit lngerem mache ich mir Gedanken, bezg-

    lich des Weltgeschehens, wobei logischerweise nicht

    nur positive Aspekte Einzug erhalten. Mit der Kreativi-

    tt, welche das Snowboarden bietet, ergeben sich mir

    immer wieder extreme Glcksmomente, welche Dis-

    tanz bringen.

    Man knnte kritisieren, dass du dich somit diesen

    Negativaspekten nicht stellst, sondern mit dem

    Snowboarden das Weite suchst.

    Bezglich sozial-, politischen Ungerechtigkeiten, ist

    das vielleicht ein Stck weit so. Dennoch versuche ich

    stets mein Alltagsleben zu optimieren. Wenig Energie

    brauchen, Zerstrungen mit meiner Existenz vermei-

    den und nicht zuletzt auch eine saubere natur zu hin-

    terlassen. Ich denke, dies ist die Aufgabe eines jeden.

    Bei vielen negativ-Themen kann nur wenig- bis gar

    keinen Einfluss haben, da scheint es mir logisch, dass

    ich soziales und umweltfreundliches Handeln im mei-

    nem unmittelbaren Umfeld durchsetze.

    Du sprichst die Umwelt an. Bei Zimtstern luft im

    Moment auch einiges. Stichwort: kologische

    Produktion. Kannst du nheres verraten?

    Zuerst soll gesagt sein, dass das Ganze nicht nur von

    mir lanciert wurde, ich aber dennoch froh bin, als

    Anstoss fungiert haben zu drfen. Schon immer stellte

    ich mir unwissend, jedoch kritisch die Frage, ob denn

    kologischere Produktion nicht mglich sei. Schon

    nur eine nhere Produktion, welche krzere Trans-

    portwege zur Folge htte, wrde einiges freundlicher

    aussehen lassen. Die Umsetzung war zu Beginn keine

    einfache Sache. Im Moment handelt es sich noch um

    einzelne Linien. Auf die kommenden Jahre sind jedoch

    90% der Kollektion von Zimtstern kologisch herge-

    stellt. Dies schlgt natrlich Wellen und immer fters

    klopfen etablierte Brands bei uns an, um sich diesbe-

    zglich zu erkundigen, was natrlich freut. So berei-

    tet es auch mir mehr Spass, mich fr einen Brand wie

    Zimtstern zu engagieren.

    Du musst dich also hundertprozentig mit deinen

    Sponsoren identifizieren knnen?

    Bezglich des Umweltaspekts ist das natrlich extrem