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  • Prostitution in Deutschland

    Seminar: Menschenrechtsbildung am Beispiel Antidiskriminierung und Vielfalt

    Dozent: Volker Kaufmann

    Aimée Garcia, Esther Haug und Lilith Häußer

  • Gliederung

    • Prostitution allgemein

    • Geschichte

    • Rahmenbedingungen

    • Folgen

    • Gesetzeslage

    • Bezug zur Sozialen Arbeit

    • Diskussion

  • Prostitution allgemein

    Definition:

    - pro-stituere aus pro und statuere (lat.)  zur Schau stellen, preisgeben

    - „ältestes Gewerbe der Welt“

    - Personen, die körperliche, sexuelle Dienstleistungen in den verschiedensten Arbeitsbereichen erbringen oder erbracht haben und damit in einer bestimmten Phase ihres Lebens ihren hauptsächlichen Lebensunterhalt sichern bzw. gesichert haben

  • Prostitution allgemein

    Zahlen und Fakten

    - täglich ca. 1,2 Millionen Männer

    - Jahresumsatz ca. 15 Milliarden Euro

    - 400.000 Prostituierte in Deutschland

    - 90 Prozent Frauen

  • Prostitution allgemein

    Bundeskriminalamt

    - 2011 wurden in Deutschland 482 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen

    - Polizeilich wurden 640 Opfer von sexueller Ausbeutung festgestellt

    - 94 % Frauen

    - die meisten Frauen kamen aus Rumänien

  • Prostitution allgemein

    Verschiedene Formen

    - Prostitution in Bordellen oder bordellähnlichen Einrichtungen

    - Straßen- und Wohnungsprostitution

    - Prostitution auf Anruf (Callgirls)

  • Prostitution allgemein

    Unterscheidung nach Motivation und Selbstbild:

    - Freiwillige Prostitution

    - Beschaffungsprostitution

    - Zwangsprostitution

  • Geschichte

    • „ältestes Gewerbe der Welt“

    • kein genauer Entstehungszeitraum bekannt

    • Historischer Diskurs:

    • Dufour im 19. Jhd. in „Weltgeschichte der Prostitution“

     3000 v. Chr. Tempelprostitution

    • Scheer, aktuell Sklaverei

  • Geschichte

    • In griechischer und römischer Antike gewinnt Prostitution an Bedeutung

    Hetären (= Gefährtinnen)

    • 12./13. Jhd. „Frauenhäuser“ in Deutschland

    • 15. Jhd. Prostituierte werden ausgegrenzt

    • 18./19. Jhd. Prostitution lebt auf  Industrialisierung

    • 1901 Sittenwidrigkeit

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    Laufhaus, Bordell

     Prostituierte mieten Zimmer an

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    Straßenstrich

     Einschränkungen durch Sperrgebietsverordnungen

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    Apartment, Privatwohnung

     sehr persönliche und diskrete Arbeitssituation

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    B/D/S/M-Studio

     Bondage & Discipline, Dominance & Submission,

    Sadism & Masochism

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    Lovemobil

     (gemietete) Wohnwagen

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    Escortbereich, Haus- & Hotelbesuche

     sexuelle Dienstleistung ist nicht zwingend

     Begleitung des Kunden (Essen,…)

  • Rahmenbedingungen

    Prostitutionsstätten

    Sexualassistenz, Sexualbegleitung

     Sonderform der Prostitution

     Ausbildungsgänge zu besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen absolviert

  • Rahmenbedingungen

    Einstiegsgründe

  • Rahmenbedingungen

    Einstiegsgründe

  • Rahmenbedingungen

    Einstiegsgründe

    •Geld

    •Alternativlosigkeit

    •Schuldenabbau

    •Finanzierung des Drogenkonsums

    •Unterhalt der Familie

    •Verarmung in den Herkunftsländern

    •Hoffnung auf besseres Leben in der Fremde

    •Alternativen zur bürgerlichen Gesellschaft

  • Rahmenbedingungen

    Die Beteiligten

    Bordellbetreiber_innen, Zuhälter_innen

  • Rahmenbedingungen

    Die Beteiligten

    Bordellbetreiber_innen, Zuhälter_innen

    Freier

  • Rahmenbedingungen

    Die Beteiligten

    Bordellbetreiber_innen, Zuhälter_innen

    Freier

    Prostituierte

  • Folgen

  • Folgen

    physische Folgen

     erleben physischer Gewalt

     Unterleibsschmerzen, Entzündungen im Intimbereich

     Bronchitis, Lungenentzündungen

     Geschlechtskrankheiten

    …

  • Folgen

    sexuellen Folgen

     verändertes Männerbild

     zerstörte Sexualität

     gestörtes Lustempfinden

    …

  • Folgen

    psychischen Folgen

     Stress, Überlastung

     Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Alpträume

     gestörtes Selbstwertgefühl

    …

  • Gesetzeslage

    • seit 1. Januar 2002: Prostitutionsgesetz

    Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz – ProstG)

    Prostitution nicht mehr sittenwidrig

    - Ziel: Prostituierte vor Illegalität schützen

  • Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der

    Prostituierten (Prostitutionsgesetz - ProstG)

    § 1 Sind sexuelle Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt vorgenommen worden, so begründet diese Vereinbarung eine rechtswirksame Forderung. Das Gleiche gilt, wenn sich eine Person, insbesondere im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses, für die Erbringung derartiger Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt für eine bestimmte Zeitdauer bereithält.

    § 2 Die Forderung kann nicht abgetreten und nur im eigenen Namen geltend gemacht werden. Gegen eine Forderung gemäß § 1 Satz 1 kann nur die vollständige, gegen eine Forderung nach § 1 Satz 2 auch die teilweise Nichterfüllung, soweit sie die vereinbarte Zeitdauer betrifft, eingewendet werden. Mit Ausnahme des Erfüllungseinwandes gemäß des § 362 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und der Einrede der Verjährung sind weitere Einwendungen und Einreden ausgeschlossen.

    § 3 Bei Prostituierten steht das eingeschränkte Weisungsrecht im Rahmen einer abhängigen Tätigkeit der Annahme einer Beschäftigung im Sinne des Sozialversicherungsrechts nicht entgegen.

  • Gesetzeslage

    Änderungen

    - Prostituierte können sich bei den Behörden anmelden und sozialversichern

    - Anspruch auf eine Bezahlung ihrer sexuellen Dienste

    - Prostituierte können ihr Entgeld bei ihrem Arbeitgeber oder Freier einklagen

    - das Betreiben von Bordellen und ähnlichen Einrichtungen wurde legalisiert

    - angemessenes Arbeitsumfeld, sofern keine Ausbeutung vorliegt

    - laut Gesetz: Prostituierte können selbst entscheiden, welche Kunden und Sexpraktiken sie annehmen und akzeptieren wollen

  • Gesetzeslage

    Das Prostitutionsgesetz schafft

    keine klaren Regelungen und Strukturen im Umgang mit Prostituierten

    KRITIK

  • Gesetzeslage

    - Durch die Legalisierung von Bordellen werden immer mehr Flatrate-Angebote und Discounttarife angeboten

    - Aufgrund der hohen Kritik soll ein neues Gesetz eingeführt werden

     Kondompflicht

  • Bezug zur Sozialen Arbeit

    • Tätigkeitsbereiche von Sozialarbeitern:

    - Aufsuchende Sozialarbeit/ Streetwork

    - in Beratungsstellen/ Anlaufstellen

    - in der Einzelhilfe/ Beratung

    - Medizinische Versorgung

  • Aufsuchende Sozialarbeit/ Streetwork

    • Prostitutionsgewerbe in Rotlichtmilieu

     z.B. Leonhardviertel in Stuttgart

    • Prostitution in geschlossenem System

    „Geh-Struktur“

    • Der „offene Straßenstrich“

    Sowohl „Geh-“ als auch „Komm-Struktur“

    • Unterstützung, Stabilisierung, Beratung

    • Beratungen finden nicht im klassischen Setting statt

  • Aufsuchende Sozialarbeit/Streetwork

    • gute Möglichkeit für Erstkontakt

    • Infos verteilen

  • Soziale Arbeit in Beratungsstellen/

    Anlaufstellen

    • individuelles Angebot

    • mögliche Angebote:

    Streetwork

    Medizinische Versorgung

    Einzelberatung

    Rechtliche Beratung

    Umstiegsberatung

    …

  • Einzelfallhilfe, Beratung

    • richtet sich nach Individuum, lösungsorientiert

    • Empowerment

    • Folgende Fragen sind zu stellen:

    Was ist ihr Anliegen?

    Welches ist das dringendste Problem?

    Sind wir die richtige Stelle, um das Problem anzugehen?

    • leichtes Sprachniveau

    • Kriseninterventionen, Behördengänge

  • Medizinische Versorgung • KlientInnen haben keinen „normalen“ Zugang zum Gesundheitssystem •  oftmals keine Krankenversicherung • Infektionsschutzgesetz von 2001 geht in §19 auf indirekt auf Prostituierte

    ein: • § 19 Aufgab

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