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  • Chronisch kranke Schler im SchulalltagEmpfehlungen zur Untersttzung und Frderung

    Herausgeber:Schsisches Staatsministerium fr KultusReferat Frderschulen, Integration Carolaplatz 1, 01097 DresdenBrgertelefon: (03 51) 564 25 26 E-Mail: info@smk.sachsen.deInternet: www.bildung.sachsen.de (Kein Zugang fr elektronisch signierte sowie fr verschlsselte elektronische Dokumente)Gestaltung:Lser & Partner, DresdenTitelbild:www.istockphoto.comDruck:Union Druckerei DresdenNeuauflage:Oktober 2012Auflagenhhe: 8.500Bezug:Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:Zentraler Broschrenversand der Schsischen StaatsregierungHammerweg 30, 01127 DresdenTelefon: +49 351 2103671Telefax: +49 351 2103681E-Mail: publikationen@sachsen.dewww.publikationen.sachsen.de

    VerteilerhinweisDiese Informationsschrift wird von der Schsischen Staatsregierung im Rahmen ihrerverfassungsmigen Verpflichtung zur Information der ffentlichkeit herausgegeben.Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum vonsechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Diesgilt fr alle Wahlen.

    Missbruchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informa-tionsstnden der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipoliti-scher Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zurVerwendung bei der Wahlwerbung.Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druck-schrift nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zuGunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden knnte.

    Diese Beschrnkungen gelten unabhngig vom Vertriebsweg, also unabhngig davon,auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfnger zu-gegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtungihrer Mitglieder zu verwenden.

    CopyrightDiese Verffentlichung ist urheberrechtlich geschtzt. Alle Rechte, auch die des Nach-druckes von Auszgen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgebervorbehalten.

  • 01

    Inhalt

    2 Einleitung

    3 Zielstellung der Handreichung

    4 Wer gilt als chronisch krank?

    5 Krankheitsbild: Angeborener Herzfehler

    6 Krankheitsbild:Aufmerksamkeitsdefizit- undHyperaktivittsstrung AD(H)S

    7 Krankheitsbild: Schulphobie

    8 Krankheitsbild: Schulschwnzen

    8 Krankheitsbild: Schulangst (Angststrung)

    9 Krankheitsbild:Anorexie / Anorexia nervosa / Magersucht(Appetitsverlust oder -verminderung)

    10 Krankheitsbild: Autismus

    11 Krankheitsbild: Borderline-Strung

    12 Krankheitsbild: Asthma bronchiale/Bronchialasthma

    13 Krankheitsbild: Bulimie / Bulimianervosa / Ess-Brech-Sucht (Ochsenhunger)

    14 Krankheitsbild:Chronisches Nierenversagen Scher als Dialysepatienten

    15 Krankheitsbild:Diabetes mellitus (Honigser Durchfluss)

    16 Krankheitsbild: Drogensucht

    17 Krankheitsbild:Chronisch-entzndliche Darmerkrankungen

    18 Krankheitsbild: Epilepsie/Fallsucht

    19 Krankheitsbild:Leukmie ALL (akute lymphatischeLeukmie) / T-Zell-Leukmie

    20 Krankheitsbild: Mukoviszidose /Cystische Fibrose (zher Schleim)

    21 Krankheitsbild:Neurodermitis atopica/atopische Dermatitis/endogenes Ekzem

    22 Krankheitsbild: Psychose

    23 Krankheitsbild: Rheuma

    24 Krankheitsbild:1. Strung des Sozialverhaltens /2. Strung des Sozialverhaltens mitdepressiver Strung

    25 Abschlussbericht der schsischen Klinikschulen zum Projekt Interklinikschule

    28 Beispielhafte Falldarstellung Vortrag zum Krankheitsbild Borderline-Strung

    32 Quellen und Mitarbeit

  • 02

    Einleitung

    Der Titel der vorliegenden Broschredrckt ihr Anliegen klar aus: Unter-sttzung und Frderung chronisch krankerSchlerinnen und Schler. Bildung undErziehung sind fr kranke Kinder undJugendliche von besonderer Bedeutung.Der Unterricht bietet den Schlerinnenund Schlern die Mglichkeit, trotz ihrerKrankheit mit Erfolg zu lernen. Befrch-tungen, in den schulischen Leistungen inRckstand zu geraten, werden vermindert.Unterricht kann auch die physische undpsychische Situation der kranken Kindererleichtern. Sie knnen lernen, mit derKrankheit besser umzugehen. Fr Kinder,die lange krank sind, ist Unterricht einewichtige Voraussetzung und Mglichkeitfr die Teilnahme am Leben in derGemeinschaft.

    Die Broschre soll Handlungs- undArbeitsgrundlage sein, insbesondere fr die an allgemeinbildenden Schulen ttigenLehrerinnen und Lehrer, die chronischkranke Kinder bilden und erziehen. Ihnensoll geholfen werden, mit den einzelnenSchlern in sensibler Weise umzugehen,ihnen mit dem erforderlichen Verstndnisund der angemessenen Nhe zu begegnen.Und sie erhalten Hinweise, wie eine chro-nische Erkrankung ggf. bereits im Vorfelderkannt werden kann und welche pda-gogischen und frderpdagogischen Ma-nahmen sinnvoll sein knnen. Erfolgreichwird die Schule in ihrem Bemhen abernur sein, wenn sie dabei mit den Elternund der Klinik- und Krankenhausschulezusammenarbeiten kann. Auch fr ein solches kooperatives Zusammenwirken bietet die Broschre Hinweise.

    Nach der Klinikentlassung steht vor allenBeteiligten die verantwortungsvolleAufgabe der konkreten schulischen undsozialen Reintegration des chronisch kran-ken Kindes. Reintegration bedeutet mehrals nur Rckkehr in die Stammschule. Die meisten Kinder und Jugendlichenbentigen nach der Entlassung besonderepdagogische Aufmerksamkeit. Je nachKrankheitsbild sind langfristige und inten-sive Bemhungen notwendig. Interdiszi-plinre Zusammenarbeit, Beratung derEltern und der Stammschulen durch dieKlinik- und Krankenhausschulen sowie die Koordination von Hilfesystemen (z. B. Jugendhilfe und rehabilitativeEinrichtungen) sind dafr unerlsslich.

    Fr Lehrer der allgemeinbildendenSchulen, in die chronisch kranke Kindernach einem Krankenhausaufenthaltzurckkehren, ist es wichtig zu wissen,dass schulpdagogische Begleitung diesenKindern und Jugendlichen helfen kann. So gilt es als unbestritten, dass Schule als Raum der sozialen Integration eineunvergleichbare Chance fr Kinder undJugendliche mit einer chronischenErkrankung (bietet), in einer Gemeinschaftleben zu lernen. Erfolgserlebnisse, nichtnur in Leistungsbereichen, qualifizierteSchulabschlsse, Erleben sozialerKompetenz, Erfahren von Akzeptanz beieinfhlsamer Begleitung durch Lehrkrfteund Mitschler erffnen dem betreffendenSchler Chancen zur Bewltigung seinerLebenssituation.1

    Jeder Schule in Sachsen steht dieBroschre Empfehlungen zur Unter-sttzung und Frderung chronisch krankerSchlerinnen und Schler als Handlungs-und Arbeitsgrundlage zur Verfgung. Sie soll dazu beitragen, Pdagogen allerSchularten sowie die Mitarbeiter der Schul-aufsicht fr die Belange chronisch krankerSchler aufzuschlieen.

    Die Autoren verbinden mit der Verffent-lichung der Empfehlungen die Hoffnung,dass sie als

    Arbeitshilfe angenommen werden, die Verantwortung und Kompetenz

    aller allgemeinbildenden Schulen in der Bildung und Erziehung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher strken,

    Anregung und praktische Untersttzungbieten und

    zur Optimierung der sonder-pdagogischen Frderung in Sachsen beitragen.

    Allen, die am Zustandekommen derEmpfehlungen beteiligt waren, insbeson-dere dem Projektleiter, Herrn Prof. Ertle,gilt herzlicher Dank fr die geleisteteArbeit.

    1 aus G. Schmitt, Kindheit und Jugend mitchronischer Erkrankung, Gttingen 1996

  • 03

    Zielstellung der Handreichung

    Am Projekt Chronisch kranke Schlerinnenund Schler an den allgemeinbildendenSchulen, kurz Interklinikschule genannt (sieheAbschlussbericht), haben insgesamt siebenSchulen an Kliniken mitgearbeitet (Dresden,Freiburg i. Br., Freital/Sachsen, Gelsenkirchen,Herdecke/Ruhr, Leipzig und Tbingen). DieTtigkeit erstreckte sich ber drei Jahre undwurde von der Robert Bosch Stiftung GmbHals Drittmittelgeber untersttzt. Die Leitungdes Projektes bernahm Herr Prof. Ertle. AlsSchirmherrin fr die Klinik- und Krankenhaus-schulen Sachsens engagierte sich FrauDombois.

    Herr Prof. Ertle formulierte folgende Ziele undHoffnungen zur Projektarbeit:

    Aus dem Projekt Interklinikschule sollenImpulse fr die Bewltigung des Schulalltages chronisch kranker Kinder erwachsen.

    Vorschlge, Erwgungen und Empfehlungen sollten auch als Vorsorge verstanden und weiterentwickelt werden.

    Das Thema Krankheit und stabilisierendepdagogische Angebote sollte zu einemselbstverstndlichen Anliegen aller Schularten gemacht werden.

    12 % bis 15 % unserer Schler sind chronisch krank. Diese Tatsache sollte endlich zu einem Nachdenken in der Lehrerausbildung und in der Lehrerfort-bildung fhren.

    Daran anknpfend ergeben sich folgendeGedanken und Schlussfolgerungen fr dieArbeit der Klinik- und Krankenhausschulen:

    Die Arbeit als Lehrer an einer Klinik- undKrankenhausschule erfordert neben soliderUnterrichtsarbeit genaue Kenntnis ber dasKrankheitsbild der Schler. Sicherheit imUmgang mit den Kranken sowie die Suchenach schulischen Frdermglichkeiten sindHerausforderungen, denen sich jeder Kollegestellen muss. Bewhrt hat sich die Zu-sammenarbeit mit den Heimatschulen, indemwir von diesen Zuarbeit zu Lehrplaninhalten,Informationen zum Leistungs- und Arbeits-verhalten der Schler abfordern. Wir geben beiEntlassung neben erteilten Stoffgebieten und

    Zensuren auch Empfehlungen zum Umgangmit dem Schler.

    Die Klinik- und Krankenhausschulen Sachsensknnen auf eine langjhrige gute Zusammen-arbeit von Medizinern und Pdagogen zurck-blicken. Dadurch schulte sich unser Blick frdie Krankheitssymptome, die fr die pdagogi-sche Arbeit in der Schule relevant sind. DasErstellen von schnell berschaubaren ber-sichten zu hufigen Krankheitsbildern erach-ten viele Kollegen als besonders hilfreich.Damit mchten wir die Lehrer an denHeimatschulen sensibilisieren, bestimmteDetails im Verhalten ihrer Schle

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