vorlÄufige rahmenrichtlinien .erscheinungsbild als gemeinschaftfehlerhafterund verantwortlicher

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  • VORLUFIGERAHMENRICHTLINIEN

    BERUFSSCHULEBERUFSFACHSCHULE

    FACHOBERSCHULEFACHSCHULE

    EVANGELISCHERRELIGIONSUNTERRICHT

    KULTUSMINISTERIUM

    ZurckZurckzum Inhaltsverzeichniszum Inhaltsverzeichnis

  • An der Erarbeitung der vorlufigen Rahmenrichtlinien haben mitgewirkt:

    Brer, Edda Halberstadt

    Dr. Bchner, Frauke Drbeck

    Flske, Ulrich Wernigerode

    Schulz, Gabriele Stendal

    Stoek, Hartwig Halle (betreuender Dezernent des LISA)

  • Vorwort

    Eine gute Bildung ist von entscheidender Bedeutung fr die Zukunft unseres Landes und seinerMenschen. Bildung und Ausbildung sind Voraussetzung fr die Entfaltung der Persnlichkeiteines jeden wie auch fr die Leistungsfhigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

    Schule ist also kein Selbstzweck, sondern hat die jeweils junge Generation grndlich undumfassend auf ihre persnliche, berufliche und gesellschaftliche Zukunft vorzubereiten. AlleSchlerinnen und Schler sind zu frdern. Dies bedeutet auch, dass jede/jeder die ihr bzw. ihmmgliche Leistung erbringen kann und die dafr gebhrende Anerkennung erhlt.

    Dies gilt nicht nur fr die Lerninhalte, sondern auch fr alle anderen Bereiche einschlielich desSozialverhaltens. Gleichwohl haben gerade Rahmenrichtlinien die Schule als Ort ernsthaftenund konzentrierten Lernens zu begreifen und darzustellen. Lernen umfasst dabei berFaktenwissen hinaus alles, was dazu dient, die Welt in ihren verschiedenen Aspekten undZusammenhngen besser zu verstehen und sich selbst an sinnvollen Zielen und Aufgaben zuentfalten.

    Rahmenrichtlinien knnen und sollen die pdagogische Verantwortung der Lehrkrfte nichtersetzen. Sie beschreiben nicht alles, was eine gute Schule braucht. Ebenso bedeutsam fr dieQualitt einer Schule ist die Lern- und Verhaltenskultur, die an ihr herrscht. Eine Atmosphre,die die Lernfunktion der Schule in den Vordergrund stellt und die Einhaltung von Regeln desZusammenlebens beachtet, kann nicht ber Vorschriften, sondern nur durch die einzelneLehrkraft und das Kollegium in enger Zusammenarbeit mit den Lernenden erreicht werden.

    Konkret erfllen die Rahmenrichtlinien verschiedene Zwecke: fr die Schulaufsicht sind sieAnhaltspunkte zur Wahrnehmung der Fachaufsicht, fr Betriebe und Lernende knnen Sie dasUnterrichtsgeschehen durchschaubarer machen; Hersteller von Lehr- und Lernmitteln erhaltenHinweise zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien.

    Alle Rahmenrichtlinien haben ein Anhrungsverfahren durchlaufen, an dem viele Institutionenund Personen beteiligt waren.

    Die in diesem Heft enthaltenen Rahmenrichtlinien fr den evangelischen Religionsunterrichttreten am 01.06.2003 in Kraft. Sie unterliegen einer sechsjhrigen Erprobungszeit.In dieser Zeit bitte ich alle Lehrkrfte darum, mir Hinweise und Stellungnahmen zurberarbeitung dieser Rahmenrichtlinien zuzuleiten.

    Allen, die an der Herausgabe dieses Heftes mitgewirkt haben, sage ich meinen herzlichenDank.

    Ich wnsche allen Lehrerinnen und Lehrern bei der Planung und Durchfhrung ihresUnterrichts viel Erfolg.

    Magdeburg, im Februar 2003

    Prof. Dr. Jan-Hendrik OlbertzKultusminister

  • 5

    Inhaltsverzeichnis

    Seite

    1 Aufgaben des Faches evangelischer Religionsunterricht an berufsbildendenSchulen .........................................................................................................................6

    2 Ziele und fachdidaktische Konzeption ...........................................................................8

    3 Zur Arbeit mit den Rahmenrichtlinien ..........................................................................12

    4 Grundstze der Unterrichtsgestaltung .........................................................................13

    5 Inhalte .........................................................................................................................165.1 bersicht.....................................................................................................................16

    5.2 Darstellung der Lernfelder und Themen ......................................................................17

  • 6

    1 Aufgaben des Faches evangelischer Religions-unterricht an berufsbildenden Schulen

    Als ordentliches Lehrfach begrndet sich der evangelische Religionsunterricht vom

    Aufgabenfeld der Schule her, deren Bildungs- und Erziehungsziele er frdert, konkretisiert,

    ergnzt und gegebenenfalls kritisch begleitet. Er leitet die Schlerinnen und Schler an zur

    Respektierung der Wrde des Menschen, zur freien Selbstbestimmung in Verantwortung

    gegenber Andersdenkenden, zur Diskussion und Anerkennung ethischer Werte, zur

    Achtung religiser berzeugungen und zur Sorge um ein friedliches Zusammenleben.

    Der Religionsunterricht in den berufsbildenden Schulen knpft an den vorangegangenen

    Unterricht an, vertieft und erweitert vorher erworbene Kompetenzen. Als Fach allgemeiner

    Bildung trgt er dazu bei, die Jugendlichen zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und der

    Gesellschaft in sozialer wie kologischer Verantwortung zu befhigen.

    Auf der Grundlage reflektierter Tradition fragt der evangelische Religionsunterricht nach dem

    Ganzen, nach dem Sinn menschlichen Lebens und der Welt. Er errtert die Antworten,

    welche Menschen heute auf diese Fragen geben und welche sie in der Geschichte gefunden

    haben. Mensch und Welt zeigt er in ihrer Geschpflichkeit, in ihrem Bezug zur biblischen

    Ethik und im Licht des kirchlichen Glaubens und Lebens.

    Er macht deutlich, wie die Welt aus religiser Sicht begrndet werden kann. Die Bindung des

    evangelischen Religionsunterrichts an Glaubensbekenntnisse und ethische Grundstze der

    evangelischen Kirche intendiert nicht dogmatische Enge oder Bevormundung. Vielmehr will

    er den Blick weiten, Sinnangebote vorstellen, so dass die Schlerinnen und Schler

    reflektiert ihre eigenen Wege gehen knnen.

    Der evangelische Religionsunterricht versteht sich als elementarer Dienst am Leben junger

    Menschen, der ihnen Orientierungshilfen gibt, ihre Urteils- und Entscheidungsfhigkeit

    frdert. Dabei sollen die Auseinandersetzungen mit den Gegebenheiten des Lebens sowie

    die Fragen nach Sinnzusammenhngen und Denkrichtungen Raum finden. In diesem

    Kontext ist der evangelische Religionsunterricht bemht, die religisen Dimensionen in den

    Kulturen und Gesellschaften zu zeigen und den christlichen Glauben als einen mglichen

    Lebensweg plausibel und nachvollziehbar vorzustellen.

    Angesichts der schnell fortschreitenden Globalisierung und deren Folgen auch im beruflichen

    Bereich bietet der evangelische Religionsunterricht Raum und Gelegenheit, sich aktuellen

    Herausforderungen zu stellen und darauf bezogene Denk- und Bewusstseinsprozesse

    anzubahnen.

    Indem der evangelische Religionsunterricht die jungen Menschen befhigt, Zusammenhnge

    kritisch zu bedenken und zu eigenen folgerichtigen Urteilen zu kommen, zielt er auf ein

    Mndigsein, das sich in einer verantwortlichen Lebensgestaltung im persnlichen,

  • 7

    beruflichen und gesellschaftlichen Bereich widerspiegelt. Mit dem Aufgreifen von Sinnfragen

    und der Begegnung mit den biblisch-christlichen Antworten ermglicht der evangelische

    Religionsunterricht Identittsfindung und wirkt einer Ideologisierung bestehender

    Verhltnisse entgegen. Er kann damit den Schlerinnen und Schlern Anste geben, die

    Spannung zwischen der Zweckrationalitt ihrer beruflichen und menschlichen Existenz

    einerseits und deren Sinnerfllung andererseits zu erkennen und auszuhalten. Der

    evangelische Religionsunterricht will die Schlerinnen und Schler beim bergang vom

    Jugend- zum Erwachsenenalter, von der Schule zur Arbeitswelt bzw. whrend des

    Ausbildungsprozesses kritisch begleiten.

    Die technische und gesellschaftliche Entwicklung fordert die Verantwortlichkeit des

    Menschen stets neu heraus. Angesichts neuer Technologien und Forschungen sind Kritik-

    und Entscheidungskompetenz gefragt. In der Arbeitswelt spielen ethische Fragen

    zunehmend eine Rolle (Umwelt, Technikfolgeabschtzung). Die Realisierung von

    Demokratie wird in einer kulturell und religis vielfltigen Gesellschaft zunehmend schwierig.

    Zu all diesen Fragestellungen kann der evangelische Religionsunterricht seinen fach-

    spezifischen Beitrag leisten, aber auch fachbergreifend, fcherverbindend und fcher-

    integrierend arbeiten. Insbesondere ist zu prfen, inwieweit sich die Lernbereiche von

    berufsbezogenen Fchern und des Faches evangelischer Religionsunterricht verknpfen

    und lernfeldspezifisch integrieren lassen.

    Evangelischer Religionsunterricht gehrt wie auch Ethikunterricht und katholischer Religions-

    unterricht zum gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld. Diese Fcher sind durch

    wesentliche Bildungsinhalte verbunden. So kommen im Ethikunterricht religise Inhalte vor

    wie im Religionsunterricht ethische Fragestellungen behandelt werden. Eine Kooperation der

    Fcher liegt deshalb nahe. Darber hinaus ist die Zusammenarbeit mit weiteren Fchern

    anzustreben.

    Zu einem zeitgemen Religionsunterricht gehrt der kumenische und interreligise Dialog.

    Auch von daher empfiehlt sich eine Kooperation der Konfessionen. Die konkreten Interessen

    und Wnsche der Schlerinnen und Schler sollen dabei Bercksichtigung finden.

  • 8

    2 Ziele und fachdidaktische Konzeption

    Im Folgenden werden fachdidaktische Leitlinien aus verschiedenen Perspektiven entfaltet:

    vier Kompetenzen, die im evangelischen Religionsunterricht zu erwerben sind, drei

    didaktische Orientierungen, denen der evangelische Religionsunterricht wie jeder Unterricht

    an ffentlichen Schulen verpflichtet i

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