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  • Faszinierendezum Schneiden Falten Aufstellen

    Mit Anleitungen und Schnittvorlagen in Originalgre

  • Ramin Razani

    FaszinierendeGr uft karten

  • Inhalt

    4 Einfhrung

    6 Galerie der Modelle

    33 Erluternder Teil33 Material und Werkzeug

    34 Das Papier

    35 Das bertragen der Vorlage

    35 Einige praktische Tips

    36 Die Grundfaltungen

    38 Vorbungen

    39 Falthinweise

    42 Vorlagen

    Einfhrung

    In diesem Buch stelle ich Ihnen eine Aus

    wahl meiner Modelle vor. Ich habe sechs

    Grundfaltungen verwendet. Modelle, die

    pltzlich zum Vorschein kommen, wenn

    man sie wie die Seiten eines Buches

    ffnet, und die man wieder vollstndig

    Zusammenlegen, in einen Umschlag

    stecken und mit der Post verschicken

    kann. Die Faltkarten sind also zweidimen

    sional angelegt und verwandeln sich beim

    Empfnger in dreidimensionale Plastiken

    Die ziemlich strenge Auswahl legt dem

    Leser verschiedene Anwendungsmglich

    keiten und Gedankengnge nahe: Man

    knnte beispielsweise ein kleines Blatt

    Papier verschenken, dessen eigentlicher

    Wert in der Zeit liegt, die man fr seine

    Verwandlung aufgebracht hat.

    Es ist amsant festzustellen, da man im

    Zeitalter der elektronischen Kommunika

    tion - Worte, Zeichen und Bilder werden

    zu Energie verdichtet zum Empfnger

    transportiert - kleine rumliche Gebilde

    verschicken kann, die der gute alte Post

    bote austragt.

    Der Unterschied zwischen den Dimen

    sionen - auf dem Weg flach, am Ziel

    rumlich - gleicht einer Metapher fr die

    Reisezeit, wie es sie bis zum vergange-

  • en Jahrhundert gab, als man zustzlich

    ' einkalkulieren mute: zum Umsteigen,

    .m die Kessel der Lokomotiven wieder

    iufzufullen oder die Pferde der Postkut-

    ::ne zu wechseln - das ganze Leben, das

    ;h in diesem besonderen Universum

    rtspielte, das die Strae darstellte. Eine

    Zeit, die wir heute auf Null zu reduzieren

    .ersuchen und ihr dadurch die Bedeu

    tung nehmen, als seien alle Orte gleich

    ind die Entfernungen zweitrangig.

    Die Verfhrung oder die Herausforderung,

    die die kleinen Papierstcke hervorrufen,

    nag bertrieben scheinen. Trotzdem hofft

    man seit langem, da Werke dieser Art

    ne Sicht dessen verndern knnten, der

    ie anfertigt.

    hnliche Arbeiten waren 1925 das didak-

    sehe Ziel des sogenannten Vorkurses

    n Design am Bauhaus. Krzlich habe

    ch in einem Seminar des Lehrstuhls fr

    Architektur die Erfahrung gemacht, wie

    nicht die Studenten bestimmte Probleme

    uer rumlichen Gestaltung dank solcher

    Modelle verstehen.

    Eine vergleichbare Technik, das Origami,

    at einen rituellen Ursprung: heilige und

    rsprnglich geheime Handlung, ber-

    -agen auf eine Technik schlichter Rituale

    'ur ganz alltgliche Ttigkeiten wie die

    -ischerei.

    Wohin knnte nun - jenseits der Betrach

    tungen ber die Zeit - eine sicherlich

    entspannende Ttigkeit wie das Zeichnen,

    Rechnen und Schneiden fhren?

    '-neinbar konnten diese Operationen auf

    :em Papier mit der Concept Art verknpft

    werden. Dabei hilft die Mglichkeit - dank

    mesein Buch zum Beispiel - zu Viel-

    rachen des Knstlers zu werden. Dies

    hier sind Ausfhrungen in limitierter

    Stckzahl, die der Knstler zu diesem

    Zweck entwirft und die durch andere Per

    sonen ausgefhrt werden, die mehr oder

    weniger industrielle Hilfsmittel verwenden.

    In diesem Buch wird diese Phase der

    Ausfhrung ausgelassen: Der Leser

    bekommt den Schnittplan der Modelle

    und die Methode zu ihrer Ausfhrung

    vorgelegt und wird so gleich zum Bau

    meister.

    Andere Autoren haben zwischen Concept

    Art und Land Art eine negative Affinitt

    festgestellt, die allgemeine Verneinung

    operationeller Methoden.

    Mehrere dieser Modelle beinhalten eine

    Zweideutigkeit bezglich des Mastabs,

    die an Land Art denken lat: Sie scheinen

    etwas anderes darzustellen, etwas gre

    res, aus unterschiedlichen Materialien

    bestehendes, ja fast Teile der Landschaft

    zu sein. Im Zusammenhang mit diesen

    Modellen konnte man auch von umge

    kehrten Readymades sprechen.

    Wenn man bedenkt, da das Design,

    selbst das erfolgreichste, dazu bestimmt

    scheint, auf den Schuttpltzen der ganzen

    Welt zu landen, und da die schne, von

    Loewy entworfene Coca-Cola-Flasche

    durch eine Invasion von Blechdosen

    ersetzt wurde, auch wenn sie wiederver

    wertet werden knnen, kommt man zu

    dem Schlu, da unser Bedarf an Ver

    brauchsgtern bei weitem gedeckt ist.

    Doch da gleiten diese Faltkarten unter

    unserer Tr durch, die, einmal geffnet,

    an Palaste und Tempel denken lassen,

    kleine Bauwerke oder Teile einer knst

    lichen Landschaft, die Form und Dimen

    sion in der Hand dessen verndern, der

    sie faltet. Zwar sind sie wie Designer

    stcke entworfen. |edoch vergnglich,

    vernderbar und unvollkommen, wie es

    zu einem ernsthaften Spiel pat, das bei

    uns Vernderungen hervorrufen mchte

    und iene Energie zu finden erwartet, die

    in den tiefen Falten der Rituale und den

    groen Rumen der Utopie verborgen ist.

    Heute finden sich die schnsten Designer

    stucke auch in den Museen. Das war von

    den Avantgardisten absolut nicht vorgese

    hen: Ihre Absicht war es, durch einfache

    Formen und wirtschaftliche Arbeitsschritte

    eine Massenproduktion zuzulassen und

    auf diese Weise Kunst allgegenwrtig zu

    machen Der Widerspruch wurde von

    Marcel Duchamp sichtbar gemacht, der

    Fundstcke ausstellte. Die Modelle in

    diesem Buch zeigen ebenfalls einen

    Widerspruch: die millimetergenauen

    Schnitte und ihre streng geometrische

    Konstruktion lassen an ein industrielles

    Produkt denken, aber die Menge der Kon

    struktionsschritte und das Fehlen einer

    wirklichen Funktion setzen eine leiden

    schaftliche Betonung, die im Gegensatz

    zur konomie industriellen Designs steht.

    Die Taubstummensprache liefert uns ein

    weiteres Thema, ber das es sich nach

    zudenken lohnt. Nach Sacks verdankt sie

    ihre extreme Komplexitt der Tatsache,

    da sie nicht aus Bildern, sondern aus

    Gebrden konstruiert ist. So knnen nur

    Taubstummenlehrer oder Menschen, die

    diese Sprache in frhester Jugend erlernt

    haben, sich in ihr ausdrcken, denn in

    den Gebrden existieren ganz persnliche

    Nuancen von Bildern und Zeit, die sie

    lebendig und bedeutungsvoll machen.

    Ebenso wie ein Hrender sich nur schwer

    vorstellen kann, da eine verschlsselte

    Bewegung im Raum eine persnliche

    Note haben knnte, die Gefhle vermit

    telt, findet man nur einen Zugang zum

    ernsthaften Spiel der verschiedenen

    Welten, die sich nur erffnen, wenn man

    diese Modelle von verschiedenen Stand

    punkten aus (und ihren imaginren

    Mastab verndernd) oder bei unter

    schiedlicher Beleuchtung (so da sich die

    virtuelle Geographie ndert) betrachtet.

  • Galerie der Modelle

    1. AusstrahlungUnter den zahlreichen Phnomenen, die

    durch einen Ursprung und ein Feld ge

    kennzeichnet sind, fallen einige durch ihre

    merkwrdige und sonderbare Geometrie

    auf.

  • 2. Stein im WasserNettes Andenken an einen melancho-

    i sehen Tag am See.

  • 3. Konferenz der PyramidenIn einer Zeit groer Unordnung ver

    sammeln sich sogar die Komgsgraber,

    knigliche Wchter der Landschaft, zur

    Beratung.

  • 4. Grer und kleinerGemeinsamkeiten. Unterschiede. Konti

    nuitt zwischen den Generationen

  • 6. Flying DutchmanVom Ufer aus erkennt man einen Wirbel

    aus Schiffsrmpfen, Segeln und Wellen

    Fr den Steuermann dagegen handelt es

    sich nur um Wind.

  • 8. Knig der WrfelEinst lebte ein Knig mit vielen Ansichten,

    verschiedenen Dimensionen, wechseln

    den Stimmungen...

  • 9. Kleiner olischer TempelDer Wind bewohnt eine Statte nicht; er

    Kann sie nur durchqueren und dabei mit

    Musik erfllen.

  • Der lebendige und unwiderstehliche

    Charme des Feuers rechtfertigt in seiner

    zerstrerischen Dimension die Bestrafung

    des Prometheus

    10. Brand

  • Wahrend man darauf wartet, da Aph

    rodite aus dem Schaum des Meeres

    geboren wird, erscheint aus dem Papier

    die apollinische Geometrie.

    11. Auftauchen

  • 12. Verwandtschaft der Gegenstze

    v.-i hrt nicht auf, sein Spiegelbild im

    sser zu betrachten, doch etwas bleibt

    n immer verborgen

  • Dieses weise Volk baut seine Hauser

    als Geilecht der Nachbarschaft - ein

    Spinnennetz ohne Hierarchie

    13. Pueblo

  • '.ach den Jakuten, einem sibirischen

    :*eppenvolk, smd die Sterne die Fenster

    >?r Welt. Sie sind ffnungen, die aus-

    zespart wurden, um die verschiedenen

    -:mrnlischen Sphren zu belften In den

    rtekischen Mythen (Mexiko), werden sie

    Mimixcoatl (Wolkenschlangen) genannt;

    existierten vor der Sonne und dienten

    - f als Nahrung In Guatemala verkrpern

    e Sterne noch in unseren Tagen die

    Seelen der Verstorbenen und in Peru

    ~ Seelen der Gerechten Die Kalevala

    Finnland) glauben, da die Sterne aus

    r -gmenten der kosmischen Eierschale

    14. Firmament entstanden sind. Laut trkisch-tatarischer b

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