mündliche prüfungen .geprägt vom lesen und zuhören; aktives sprechen findet sehr selten statt

Download Mündliche Prüfungen .geprägt vom Lesen und Zuhören; aktives Sprechen findet sehr selten statt

Post on 17-Sep-2018

212 views

Category:

Documents

0 download

Embed Size (px)

TRANSCRIPT

  • Edition student-online: Mndliche Prfungen

    Das Werk einschlielich aller seiner Teile isturheberrechtlich geschtzt. Jede Verwertungauerhalb der engen Grenzen des Urheber-

    rechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Ver-lages unzulssig und strafbar. Dies gilt insbe-

    sondere fr Vervielfltigungen,bersetzungen, Mikroverfilmungen und elek-

    tronische Speicherformen sowie dieEinspeicherung und Verarbeitung in elektroni-

    schen Systemen.

    Mndliche PrfungenHerausgegeben von Albrecht Behmel, SebastianFrey, Thomas Hartwig, und Ulrich A. Setzermann

  • 2

    Liebe Leser,

    Wir freuen uns, da Sie sich fr eines der Handbcher der Edition student-online entschieden haben. Wir sind sicher, da Ihre Entscheidung zum er-folgreichen Ergebnis Ihrer Studien mit beitragen wird.Die Handbcher der Edition student-online setzen sich bewut von gngi-gen Ratgebern ab. Die Texte der vorliegenden Reihe werden nicht von je-weils einzelnen Autoren verfat, sondern entstehen aus der tglichen Ko-operation zwischen unserer Redaktion und Studenten, Hochschullehrern,Verlagen, Lektoren, Autoren und natrlich den Besuchern unserer Seite.Daher bilden gegenseitige Hilfestellungen, gesammelte Anregungen, hufiggestellte Fragen und immer wieder auftretende Probleme den Grundstockder Handbcher. Dieses "Rohmaterial" unserer tglichen Arbeit haben wirredaktionell aufbereitet und in eine bersichtliche Form gebracht. Dadurchwollen wir gewhrleisten, da unsere Titel erstens maximale Praxisnheaufweisen und zweitens, da die tatschlichen Fragen, wie sie jeden Tagneu entstehen, auch eine kompetente Antwort erhalten. Ich mchte michstellvertretend fr unsere Redaktion an dieser Stelle bei allen bedanken, diezum Gelingen des Buches mit beigetragen haben.Unsere Handbcher sind work in progress; sie werden stndig erweitertund aktualisiert. Daher sind uns alle Anregungen stets willkommen, ob Loboder Kritik, die uns helfen, unsere bestehenden Ratgeber noch effizienterzu gestalten oder neue Titel zu verfassen. Auch unsere Leser sind herzlichdazu eingeladen, eigene Vorstellungen und Beitrge mit einzubringen, dieunsere Handbcher noch hilfreicher machen knnen.Um Ihnen den Kontakt zur Redaktion zu erleichtern, haben wir ganz hintenim Buch ein Faxformular fr Sie bereitgestellt. Wir freuen uns auf Ihre Mei-nung!

    IhrAlbrecht Behmel

  • 3

    Inhaltsverzeichnis

    1. Einleitung 4

    2. Was ist eine Prfung? 93. Vorbereitung 173.1 Lesen 183.2 Mindmapping 224. Die Prfung 284.1 Anfang und Ende einer Prfung 284.3 Der Beisitzer 345. Redewendungen 356. Argumentieren 436.1. Beweisen 436.2. Definieren 527. Kleine Stilkunde 577.1 Tropen 58(8. Der Abend vor der Prfung) 619. Wenn es nicht geklappt hat 64

    10. Checklisten 6710.1 Checkliste zur Vorbereitung 6910.2 Checkliste zur Prfung 7210.3 Checkliste fr Vortrge 7711. Hufige Fehler bei mndlichen Prfungen 8112. bung: Texte darstellen 8413. Literaturangaben 89

  • 4

    1. Einleitung

    Eine mndliche Prfung liegt vor Ihnen. Vielleicht ist es Ihre erstePrfung, vielleicht haben Sie bereits einige hinter sich gebracht. Pr-fungen sind unangenehm, weil wir uns wie auf dem Prfstand fhlen.Wir sind unsicher, ob wir gut genug gelernt haben. Wir wissen nicht,wie wir uns in dieser belastenden Situation verhalten werden. Mgli-cherweise haben wir sogar richtiggehend Angst vor dem Prfungstagoder dem Prfer. Wie auch immer: die Prfung mu bewltigt werden.Wir mssen da einfach durch. Dieses Handbuch zeigt Ihnen, wie esgeht.

    Wir wollen zwei Dinge mit diesem Handbuch erreichen:Erstens: wir wollen Ihnen die Angst vor Prfungen nehmen und zwei-tens wollen wir Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie eine mnd-liche Prfung von Seiten der Prfer erlebt wird, was einen Prfer beiPrfungen strt, was ihm imponiert und mit welchen Erwartungen er ineinen Termin geht. Vielleicht wird es Sie erstaunen zu hren, daauch Dozenten vor Prfungen nervs sein knnen, da sie sich freu-en, wenn eine Prfung locker und entspannt vonstatten geht und daes auch fr Prfer ein Erfolgserlebnis ist, wenn ein Examen schlielichmit einem guten Resultat zu Ende gegangen ist.Es gibt typische Fehler, die in mndlichen Prfungen immer wiedergemacht werden. Deshalb haben wir dieses Handbuch verfat, damitSie aus den Erfahrungen anderer Studenten schpfen knnen, umkeine hnlichen Fehler zu begehen und somit ein insgesamt besseresErgebnis erzielen zu knnen. Sie werden sehen, da die meistenFehler sehr leicht zu vermeiden sind, weil es sich um Formfehler, umfalsche Taktik, um falsche Vorbereitung oder falsches Verhalten voroder whrend einer Prfung handelt. Hier knnen wir helfen.

  • 5

    Sie knnen daher von diesem Handbuch folgende Hilfestellungen er-warten: Verbesserung Ihrer Lernstrategie Sprachliche Mittel zur Bewltigung von Prfungen Vermeidung von typischen Fehlern vor und whrend der Prfung

    Das Handbuch kann Ihnen jedoch weder das Lesen noch das Lernenselbst ersetzen. Auch die notwendige bung kann allein dadurch ge-wonnen werden, da man sich bewut Situationen aussetzt, die denCharakter eines wissenschaftlichen Gesprchs haben. Das kann Ih-nen das Buch natrlich nicht ersetzen. Hier ist Ihre Initiative gefragt.Wir mchten Ihnen ferner zeigen, da Prfungen im Grunde nichtsanderes sind als Gesprche.

    Lerngruppen helfen bei der Vorbereitung

    Sie stehen vor einer mndlichen Prfung, entweder im Grund- oder imHauptstudium. Vielleicht ist es Ihre erste Prfung seit dem Abitur,vielleicht haben Sie schon einige Prfungen an der Universitt hintersich. Auf jeden Fall aber spren Sie Belastung, wenn Sie daran den-ken, da Sie demnchst auf dem Prfstand stehen werden, begut-achtet, von einem Dozenten und einem Beisitzer. Diese Situation istfr Sie neu, denn das Studium an deutschen Universitten in seinergegenwrtigen Form geht in der Regel nicht auf die spezifische Situa-tion der Prfung ein. Sie besuchen zwar Vorlesungen, bungen undSeminare, aber eine ausgesprochene Vorbereitung auf Prfungen gibtes nicht. Man geht sozusagen ganz ohne Proben in die Premiere.Dabei wre es sehr leicht, Prfungskurse anzubieten, also Tutorien,die nur dazu da sind, Prfungssituationen zu simulieren. Wenn IhreUniversitt nichts derartiges anbietet, so grnden Sie mit ein paar Ko-

  • 6

    militonen so schnell wie mglich ein inoffizielles Tutorium, in dem Siesich auf Prfungen ganz allgemein vorbereiten.

    Die Fhigkeit, auf konkrete Situationen von Prfungen zu reagieren,wird an unseren Universitten nicht ausreichend gefrdert, das istganz offensichtlich. Das liegt nicht zwangslufig an den Fhigkeitender Dozenten oder an den Qualitten der Universitt, sondern an denFormen des passiven Lernens aus Bchern an sich. Unser Studium istgeprgt vom Lesen und Zuhren; aktives Sprechen findet sehr seltenstatt. Oft sind Seminare auch schlicht zu voll, das heit, man kommtselten zu Wort.Erst, wenn wir versuchen unsere Gedanken zu formulieren, knnenwir (und andere) berprfen, welchen Wert diese Gedanken berhaupthaben. Je weniger man spricht, desto geringer ist also die Qualitts-kontrolle der eigenen geistigen Leistung. Damit ist auch die bekannteSeminaratmosphre verbunden, in der oft Schweigen vorherrscht,wenn eine Frage gestellt wird. Vom Lesen und dem Besuch von Vor-lesungen kann man naturgem nicht erwarten, da sie unsereSprechkompetenz erhhen, in Seminaren ist es nur schwer zu ma-chen. Was bleibt brig?

    Grnden Sie eine Lerngruppe - am besten innerhalb einer Veranstal-tungsreihe. Alle Teilnehmer haben ja das gleiche Ziel, nmlich eineNote zu der Veranstaltung zu erwerben. Warum sollte man also nichtgemeinsam darauf lernen?

    Diese Gruppe sollte sich einmal in der Woche, am besten direkt vorder Veranstaltung treffen um zu ben. Nach einer Weile hat man sichkennengelernt und beginnt, einander etwas mehr zu vertrauen, aberdas Semester geht vorbei und die Ferien fangen an. Jetzt ist der ent-scheidende Punkt gekommen: Machen Sie weiter!

  • 7

    Sehen Sie diese Gruppe als Anfang einer wichtigen Tradition inner-halb Ihres Studiums, denn so eine Gruppe hat nur Vorteile:

    1. Sie lernen andere Studenten und deren Arbeitsweise kennen2. Sie teilen die Erkenntnisse Ihrer Mitstudenten3. Sie zwingen sich ber diesen Termin zum regelmigen Lernen

    und zum regelmigen Besuch der Veranstaltung4. Sie sind auf die betreffende Lehrveranstaltung besser vorbereitet5. Sie eignen sich Routine im Diskutieren und Darstellen an6. Sie kommen hufiger zu Wort als in berfllten Seminaren7. Es macht Spa, weil das Niveau der Gesprche im kleinen Kreis

    hher ist

    Ein wichtiger Punkt dabei ist, da diese Lerngruppe, dieses Kolloqui-um, oder wie immer Sie es nennen wollen in einem ungestrten Raumstattfindet, den Sie regelmig besuchen knnen. Das kann zuhausebei einem der Teilnehmer sein, in einem freien Raum des Institutsoder in einem Hinterzimmer eines Cafs. Die verlssliche Routine unddie Gleichmigkeit solcher Kolloquien tragen wesentlich zu derenErfolg bei.Eines ist klar: Sie mssen das Studium nicht als Einzelkmpfer beste-hen, aber ohne Initiative werden Sie allein bleiben. Diese Erkenntnissollte eine Selbstverstndlichkeit sein, ist sie aber leider nicht, und da-her wollen wir Sie ermutigen, selbst Schritte zu unternehmen, um IhrStudium effektiver zu gestalten. Sie knnen auf diesem Weg nicht alleLcken der universitren Ausbildung schlieen, aber es ist leicht mg-lich, das eigene Studium zu organisieren und maximalen Nutzen ausder Hochschulzeit zu ziehen.

  • 8

    Zur Organisation einer Lerngruppe

    Im Rahmen einer Lerngruppe werden genauso wie in einem Seminar,richtige Referate gehalten. Am besten sogar diejenigen, die Sie spterim Seminar halten werden. Daher sollte die Lerngruppe zeitlich so ein-geteilt sein, da die kommenden Referate in der Lerngruppe antizipiertwerden.Besprechen Sie in der Lerngruppe auch Ihre Literaturlisten. Verglei-chen Sie den aktuellen Stand und tauschen Sie sich aus, was IhreFortschritte der Lektre b

Recommended

View more >