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  • D a s E u r o p ä i s c h e E i s e n b a h n v e r k e h r s l e i t s y s t e m

    Das Informationsblatt des ERTMS

    Ausgabe Nummer 10,

    Februar 2009 Ebenfalls in dieser Ausgabe:

    • Digitale Kommunikation S.2 • Finanzierung für

    17 Projekte verabschiedet S.4 • Kommende Veranstaltungen S.4

    1

    2009 verspricht ein aufregendes Jahr für ERTMS zu werden. Für ERTMS-Projekte wurde die Finanzierung verabschiedet und im Bereich der Schienenverkehrssicherheit und -kommunikation sind weitere Fort schritte zu vermelden. Die vorliegende Ausgabe von Signal behandelt diese Fragen und die ERTMS-Erfolgsgeschichte in Italien.

    Das Signal-Team

    Italien – führend in der Technologie

    Trotz Regen und Nebel weihte Ferrovie dello Stato am 13. Dezember 2008 die Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand- Bologna ein. An der Zeremonie nahmen Vizepräsident Antonio Tajani, EU-Kommissar für Verkehr, und Karel Vinck, Europäischer Koordinator für ERTMS, teil.

    Die neu fertiggestellte Strecke Mailand-Bologna ist Teil der zukünftigen Verbindung zwischen Mailand und Neapel mit einer reinen Fahrzeit von 3 Stunden (bisher 5 Stunden und 40 Minuten). Die Fahrt von Mailand nach Bologna dauert bei einer kommer- ziellen Geschwindigkeit von etwa 300 km/h jetzt statt über zwei Stunden nur noch 65 Minuten.

    Der letzte Abschnitt dieser für Italien wichtigen Schienenverbindung zwischen Bologna und Florenz wird im Dezember 2009 einge- weiht. Sie besteht zu nahezu 90 % aus Tunnels und stellt daher für Aerodynamikexperten eine Herausforderung dar.

    Die Frecciarossa-Lokomotiven des Herstellers Ansaldo sind für Strecken ausgelegt, die bereits mit ERTMS Stufe 2 ausgestattet sind, was Italien zu einer technologischen Führungsposition verhilft.

    Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Bologna kostet 6,9 Milliarden Euro und wurde von der EU im Rahmen des transeuropäischen Verkehrsnetz- programms kofi nanziert.

  • 2

    Geschichte

    Die Entscheidung zur Standardisierung der digi- talen Zugkommunikation in Europa folgt der Idee des European Railway Traffi c Management System (ERTMS). GSM-R (Global System for Mobile Com- munications – Railway) ist eine Komponente von ERTMS und stellt ein Zugkommunikationssystem auf der Basis von öffentlichem GSM dar. ETCS (European Train Control System) verwendet GSM-R als Trägerfrequenz auf Stufe 2 und höher.

    Schlechte Kommunikation oder sogar das Fehlen einer Kommunikation zwischen Zugführern und Schieneninfrastrukturkontrolleuren führt oft zu Verspätungen und verpassten Anschlüssen. Die Analyse kritischer Schienensituationen deutet auf schlechte Kommunikation als einen Hauptgrund für gefährliche Situationen hin.

    Nahtlose grenzüberschreitende Schienenver bin- dungen sind für das Wachstum des internationalen Schienenverkehrs erforderlich. Die EU will die Eisenbahn-Interoperabilität in Europa erhöhen und einen Schritt weiter in Richtung Liberalisierung des Eisenbahnverkehrs gehen.

    Um gefährliche Situationen zu reduzieren und den bereits hohen Sicherheitsstandard des internati- onalen Schienensystems anzuheben, muss die Kommunikation:

    funktional optimiert werden;• koordiniert werden;• interoperabel sein;• weniger Komplexität, aber mehr •

    Anwendungsmöglichkeiten bieten; auf Systeme für eine optimierte • Interoperabilität angewendet werden.

    GSM-R in Europa und der Welt

    Europa hat sich letztendlich dazu entschlossen, Interoperabilität durch Umsetzen einer standardi- sierten digitalen Zugkommunikation als Haupt-

    baustein zu garantieren. In diesem Zusammenhang haben sich die europäischen Eisenbahnen auf GSM-R als neues Eisenbahn-Funkdigitalkommu nika tion s- system geeinigt; die Funktionalität wurde bereits in technischen Tests und im kommerziellen Betrieb nach- gewiesen. Die Umsetzung wird schrittweise und vor allem im transeuropäischen Netz und in den ERTMS- Korridoren erfolgen.

    Die Umsetzung macht nicht an den europäischen Grenzen Halt: auch in Nachbarstaaten und anderen Ländern wird eine Umsetzung erfolgen. GSM-R wurde bereits in mehreren Ländern wie Indien, China, Saudi- Arabien installiert und die Umsetzung ist soeben in Australien, Algerien und Tunesien angelaufen. In Russland, der Türkei, Libyen und Israel ist die Installation des Systems beschlossen. Umsetzung in Europa

    Eine Vorbedingung für grenzüberschreitenden Verkehr ist die Verbindung von benachbarten GSM-R-Netzen. Verbindungen zwischen mehreren Ländern wurden bereits eingerichtet. Momentan bestehen folgende Verbindungen, wie in der ersten Karte dargestellt:

    Deutschland – Niederlande• Deutschland – Schweiz• Deutschland – Schweden• Deutschland – Belgien• Deutschland – Frankreich• Schweden – Norwegen• Italien – Schweiz• Frankreich – Belgien• Belgien – Niederlande• Deutschland – Österreich• Deutschland – Tschechien•

    Weitere Verbindungen sind in Vorbereitung und werden bald in Funktion sein. Ergebnis wird in der Zukunft ein neues digitales Backbone-Netz für Eisenbahnen sein, das die Basis für wachsende europäische Eisenbahnanwendungen bildet; Kosten können gesenkt und Kapazitäten und Übertragungszuver- läs sigkeit erhöht werden.

    GSM-R – digitale Kommunikation macht den Weg für einen sichereren Eisenbahnverkehr frei

  • Die zweite Karte zeigt den Status der Umsetzungspläne und bietet eine Übersicht der Umsetzungsstufen in Europa. Fünf Länder haben den ersten wichtigen Schritt der GSM-R-Umsetzung bereits abgeschlos- sen: Deutschland (24 000 km), Italien (8 500 km), Niederlande (3 000 km), Norwegen (3 000 km) und Schweden (8 500 km).

    Nationale Umsetzungspläne zeigen, dass 147 813 km in Europa mit GSM-R versorgt werden sollen, von denen 53 279 km (36 %) bereits betriebsbereit sind. Momentan sind 120 889 GSM-R-Mobiltelefone im Betrieb, davon 25 889 Führerstandtelefone. Gemäß den nationalen Umsetzungsplänen werden Ende 2010 60 % des geplanten Netzes betriebsbereit sein (Zahlen für Oktober 2008).

    Systeminstandhaltung

    GSM-R erlebt eine großartige Erfolgsgeschichte in Europa und gewinnt weltweit an Akzeptanz. Das System „lebt“ und erfordert aus vielerlei Gründen eine Instandhaltung:

    Einbinden von neuen Funktionen;• Beheben von Fehlern;• Verbessern von Funktionen.•

    Die Technologie ermöglicht die Nutzung neuer geschäftlicher Chancen, Betriebsoptimierungen und Effi zienzsteigerungen. Die Notwendigkeit der Gewährleistung von Interoperabilität verpflichtet zum Investitionsschutz. Um dies zu erreichen, hat die Europäische Eisenbahnagentur in ihrer Funktion als Systembehörde ein transparentes Prozess- Änderungsmanagementsystem unter Beteiligung der Sektorenvertreter CER und EIM installiert. Prozess und wichtigste Beteiligte wurden zusammen mit der UIC defi niert.

    Der Prozess selbst entspricht vollständig dem bestehenden ERTMS-ETCS-Änderungsmana ge- mentprozess und beruht auf den gleichen Annahmen. UIC hat zusammen mit der GSM-R-Branche die Rolle der Vorbereitung möglicher Lösungen für Probleme und von Vorschlägen für die Einbindung neuer Funktionen übernommen. Eine Gruppe von Fachleuten von ERA, CER, EIM und UIC legt fest, welche Punkte behandelt werden sollen.

    3

    GSM-R geplant

    GSM-R im Einsatz

    GSM-R erste Strecken betriebsbereit

    GSM-R-Bereiche betriebsbereit

    MSC verbunden

    Verbindung betriebsbereit

    Verbindung ist einzurichten

    Weitere Verbindung möglich

    Doppelverbindung für zeitlich begrenzte Datenspeicherung

    Auftrag erteilt/ momentan in Umsetzung

    Planungsphase/ Vergabe

    Machbarkeitsphase

    Umstellung Ende 2007

    GSM-R-Status in Europa

    In den folgenden Phasen wird unter der Feder- führung der ERA und in Zusammenarbeit mit der UIC eine detailliertere Analyse der Folgen für Interoperabilität und Investitionen durchgeführt. Schließlich wird nach Verabschiedung durch die Kontrollgruppe der Europäischen Kommission eine qualifizierte Stellungnahme vorgelegt. Eine enge Zusammenarbeit von ERA und UIC vermei- det doppelte Arbeit unter Beibehaltung der vollen Unabhängigkeit.

    Quelle: UIC und ERA

    Quelle: UIC und ERA

  • Hier fi nden Sie ausführlichere Informationen über das ERTMS: http://ec.europa.eu/transport/rail/interoperability/ertms/ertms_en.htm

    Die bisherigen Ausgaben von Signal liegen unter folgender Adresse vor: http://ec.europa.eu/transport/rail/interoperability/ertms/newsletter_en.htm

    Wenn Sie Signal abonnieren möchten, klicken Sie http://ec.europa.eu/comm/coreservices/mailing/index.cfm?serviceid=1267

    © Europäische Gemeinschaften, 2009 Die Wiedergabe mit Quellenangabe ist gestattet.

    Veröffentlicht von: Generaldirektion Energie und Verkehr Europäische Kommission – B-1049 Brüssel

    http://ec.europa.eu/dgs/energy_transport/index_de.html

    Rechtlicher Hinweis: Für den Inhalt dieses Informationsblatts sind Beamte der GD Energie und Verkehr verantwortlich, die darin ihre persönlichen Ansichten über die behandelten Themen wiedergeben. Diese Meinungen wurden von der Europäischen Kommission weder übernommen noch auf irgendeine Weise genehmigt und sind nicht

    als Darlegung der Ansichten der Europäischen Kommission oder der GD Energie und Verkehr zu verstehen.

    Datenschutzbestimmungen: http://ec.europa.eu/transport/rail/ertms/newsletter/doc/signal_privacy_statement_en.pdf

    4

    ERTMS-Agenda

    18. Februar 2009: Prag• Konferenz der tschechischen Ratsp

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