wissenswert 21 - magazin der leopold-franzens-universität innsbruck

of 24/24
Migration Innsbrucker Zeithistoriker arbeiten die Arbeitsmi- gration nach Tirol ab den 1960ern auf. Seite 18 www.uibk.ac.at Beilage zur Tiroler Tageszeitung Nr. 21 Oktober 2012 – Österreichische Post AG, Info.Mail Entgelt bezahlt Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Unterricht Ein Innsbrucker For- schungsteam widmet sich den Phänomenen des Lernens. Seite 12 Apotheke aus dem Kräutergarten Seite 14

Post on 09-Mar-2016

226 views

Category:

Documents

0 download

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Bereicherung der biologischen Forschung / Rasante Forschung für den Spitzenski / Interkulturelles Projekt / Das Tier und wir / Lehren und Lernen / Apotheke Kräutergarten / Winterspiele unter Palmen / Migrationsland Österreich / Hightech-Studien in Tirol

TRANSCRIPT

  • MigrationInnsbrucker Zeithistoriker arbeiten die Arbeitsmi-gration nach Tirol ab den 1960ern auf.

    Seite 18

    www.uibk.ac.atBeilage zur Tiroler Tageszeitung

    Nr. 21 Oktober 2012 sterreichische Post AG, Info.Mail Entgelt bezahlt

    M a g a z i n d e r L e o p o l d - F r a n z e n s - U n i v e r s i t t I n n s b r u c k

    UnterrichtEin Innsbrucker For-schungsteam widmet sich den Phnomenen des Lernens.

    Seite 12

    Apotheke aus dem Krutergarten

    Seite 14

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 3

    wissenswert Magazin der Leopold-Franzens-Univers i tt Innsbruck 16. Oktober 2012

    Grndungsherausgeber: Komm.-Rat Joseph S. Moser, Apr i l 1993 ; Herausgeber: Gesel lschafterversammlung der Moser Holding AG; Medieninhaber (Ver leger) : Schlsselver lag J . S . Moser Ges. m. b. H. ; Herstel ler : Intergraphik Ges. m. b. H. ; Sonderpubl ikat ionen, Leitung: Frank Tschoner; Redakt ionel le Koordinat ion: Eva Fessler , Chr ista Hofer ; Redak-t ion: Eva Fessler , Nicole Ginzinger, Nina Hausmeister , Chr ista Hofer , Stefan Hohenwarter , Susanne E. Rck, Daniel Sai ler , Uwe Steger, Chr ist ina Vogt; Covergestaltung: Stephanie Brej la, Cathar ina Wal l i , Fotos Ti te lseite: PantherStock, Chr ist ian Schwier/ fotol ia.com, Walter Jud/Stadtarchiv Hal l i . T . : Bi ldarchiv 8/16-5; Fotos Seite 3: Eva Fess ler , www.istockphoto.com, Ulr ike Grienke/Judith Rol l inger. Anschr i f t fr a l le : 6020 Innsbruck, Ing.-Etzel-Strae 30, Postfach 578, Tel . 53 54-0, Bei lagen-Fax 53 54-3797.

    I m p r e s s u m

    e d i t o r i a l

    Univ.-Prof. Dr. Tilmann MrkRektor der Universitt Innsbruck

    Foto

    : ww

    w.m

    ario

    rab

    enst

    ein

    er.c

    om

    Liebe Leserin, lieber Leser!

    Gerade haben wieder ber 4000 junge Menschen begonnen, bei uns zu studieren. Wir freuen uns ber dieses Interesse, machen uns jedoch auch Gedanken darber, wie wir internationalen Standards entspre-chend diese Studierenden knftig betreuen knnen, wenn unsere Ressourcen nicht annhernd im gleichen Ausma steigen. Derzeit sind wir weit von einem op-timalen Zustand entfernt und brauchen entweder die Mglichkeit, den Zuwachs entsprechend unserer Res-sourcen zu begrenzen, oder aber deutlich mehr Geld.Auch wissenschaftlich haben wir Zuwachs bekommen. Seit September sind das Institut fr Limnologie am Mondsee und das Institut fr Biomedizinische Alterns-forschung in Innsbruck Teil unserer Universitt. Diese hervorragenden Forschungsinstitute mit ihren insge-samt 70 MitarbeiterInnen waren bisher bei der ster-reichischen Akademie der Wissenschaften und wurden im Zuge der Umstrukturierung der AW bernom-men. Sie werden unser Forschungsportfolio perfekt ergnzen und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Lehre einbringen. Ebenfalls sehr erfreulich ist, dass wir uns im aktuellen THES-Ranking trotz wachsender internationaler Konkurrenz um 13 Pltze steigern konnten und im Spitzenfeld der weltweit 17.000 Uni-versitten liegen, gleichauf mit den Exzellenzuniversi-tten Konstanz und Tbingen.All das erhht die Sichtbarkeit der Universitt Innsbruck und damit des Hochschulstandortes Tirol und hilft uns, die bereits jetzt schon hohe Forschungsleistung auszu-bauen. Gemeinsam mit unseren Partnern in der Tiroler Hochschulkonferenz wollen wir so die Attraktivitt des Campus Tirol entscheidend steigern.

    O K T O B E R 2 0 1 2

    4 Bereicherung der b io logischen Forschung Die AW- Ins t i tu te f r B iomed iz in i s che A l te rns fo r-

    s chung und L imno log ie wurden Te i l de r Un i .

    6 Rasante Forschung fr den Spit zensk i In e inem Spezia l labor wi rd das Gle i t ve rha l ten von

    Sk ie rn unter wissenschaf t l i chen Bedingungen geprf t .

    8 Interkulture l les Projek t I nnsb rucke r Stud ie rende ent war fen e ine

    K inde r t agess t t te f r St raenk inder in Cuzco .

    10 Das T ier und wir Die Bez iehung z wischen Mensch und T ie r so l l

    in e ine r Vor le sungsre ihe be rdacht werden .

    12 Lehren und Lernen Ein Fo r schungs team unte r suchte an St andor ten

    de r Neuen Mi t te l s chu le Phnomene des Le rnens .

    14 Apotheke Krutergar ten Die Pharmazeut in Jud i th Ro l l inge r unte r sucht

    St ruk tu ren in de r Natu r, d ie gegen V i ren he l fen .

    16 Winterspie le unter Palmen Stud ie rende p r fen soz io - konomische und ko lo -

    g i s che Ef fek te de r O l ympischen Sp ie le au f Sot sch i .

    18 Migrat ionsland sterre ich Vor fnf z ig Jahren hat s te r re i ch begonnen , A n -

    werbeabkommen f r A rbe i t sk r f te abzusch l ieen .

    20 Hightech-Studien in T i ro l Die Uni Innsb ruck se t z t we i te re S chwer punk te in

    te chn is chen und te chn iknahen Fo r schungsz weigen .

    i n h a l t

    10

    6

    14

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 4

    Die AW-Institute fr Biomedizinische

    Alternsforschung und Limnologie sind

    seit September 2012 Teil der Uni Innsbruck. wissenswert stellt

    die beiden Neuzugnge vor.

    Bereicherung der biologischen Forschung

    Forschungsstandort Mondsee: Das Gebude des Instituts fr Limnologie wird derzeit innen ausgebaut. Foto: Forschungsinstitut fr Limnologie, Mondsee

    Die bernahme von zwei international erfolgreichen Forschungsinstituten der sterreichischen Akademie der Wissenschaften (AW) bereichert die biologische Forschung an der Uni Inns-bruck. Beide Einrichtungen mit ihren 70 Mitarbeite-rinnen und Mitarbeitern wurden daher in die Fakul-tt fr Biologie integriert.

    Das Institut fr Biomedizinische Alternsforschung in Innsbruck ist sterreichweit die einzige Forschungssttte, die sich aus-schlielich mit dem Thema Alterns forschung beschftigt, wobei die Biologie von Alte-rungsprozessen im Mittelpunkt steht. Das Forschungsinstitut fr Limnologie in Mondsee, Ober- sterreich, erforscht mit einem europaweit einmaligen ganz-heitlichen Ansatz die evolutio-nre kologie von Seen in der sich ndernden Umwelt. Bei-

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 5

    Stimmen zur Eingliederung

    M it den bertragungen der beiden AW-Insti-tute wird die Profilbildung an sterreichs Hochschul- und Forschungseinrichtungen wei-ter fortgesetzt. Strken wer-den gestrkt: Das ist gelebter Hochschulplan und dient dem Forschungsstandort sterreich, denn dadurch werden Syn-ergien bestmglich genutzt. Karlheinz Tchterle, Bundesmi-nister fr Wissenschaft und For-schung

    D ie sterreichische Akade-mie der Wissenschaften sieht in den bertragungen die Chance, die Arbeit der betrof-fenen Forschungseinrichtun-gen und die Arbeitspltze der Mitarbeiterinnen und Mitarbei-ter auch in Zukunft zu sichern. Helmut Denk, Prsident der sterreichischen Akademie der Wissenschaften

    D urch die Eingliederung wird das Profil der Fa-kultt entscheidend gestrkt. Damit knnen wir auch der stark wachsenden Zahl unse-rer Studierenden eine noch fundiertere Ausbildung fr den stark prosperierenden Markt der Life Sciences bieten. Ulrike Tappeiner, Dekanin der Fakultt fr Biologie

    de Institute verfgen ber ein einzigartiges Profil und haben sich international einen sehr guten Ruf erarbeitet. Durch die Vernetzung mit bestehenden Schwerpunkten an der Universi-tt ergeben sich hier zahlreiche neue Mglichkeiten sowohl fr die Forscherinnen und Forscher dieser Institute als auch fr zahl-reiche Arbeitsgruppen an der Universitt, erklrt Rektor Til-mann Mrk.

    20 Jahre AlternsforschungBereits 1992 von der AW

    gegrndet, hat sich das aktu-ell von Direktorin Prof. Beatrix Grubeck-Loebenstein geleitete Forschungsinstitut fr Biomedi-zinische Alternsforschung in den letzten 20 Jahren national und international zu einer renom-mierten Einrichtung auf dem Gebiet der Alternsforschung

    entwickelt und den Forschungs-standort Innsbruck auf diesem Gebiet bekannt gemacht. Es ist an zahlreichen internationa-len Forschungsnetzwerken und hochdotierten EU-Projekten be-teiligt. Die bertragung an die Universitt Innsbruck bietet eine ausgezeichnete Mglich-keit, die langjhrige Erfahrung und internationale Reputation des Instituts zu ntzen, um die gesellschaftlich hochrelevante Thematik Altern auf breiterer Ba-sis zu erforschen, verstrkt in die universitre Lehre einzubringen und gegenber der ffentlich-keit zu prsentieren, sagt Di-rektorin Prof. Beatrix Grubeck-Loebenstein.

    Die vier am Institut beheima-teten Arbeitsgruppen Immun-endokrinologie, Molekular- und Zellbiologie, Stammzellalterung sowie Fettgewebsbiologie un-tersuchen Alterungsprozesse auf systemischer, zellulrer und mo-lekularer Ebene. Ziel ist es bei- spielsweise, altersabhngige Ver- nderungen des Immunsystems oder die altersabhngige Dege-neration verschiedenster Zell-arten genau zu verstehen und neue Wege zur Vorbeugung

    altersbedingter Krankheiten zu finden. Durch die Vernetzung mit dem an der Fakultt fr Bi-ologie der Universitt schwer-punktmig behandelten The-ma Entwicklung ergibt sich zudem eine neue spannende Perspektive: Geplant ist, in Zukunft gemeinsam der Frage nachzugehen, wie embryonale beziehungsweise frhkindliche Entwicklungsprozesse das sp-tere Leben und das Altern beein-flussen. Durch verstrkten intel-lektuellen Austausch sowie die gemeinsame Nutzung von Me-thoden, Gerten, Infrastrukturen und Modellorganismen soll die Forschungsttigkeit rasch voran-getrieben werden, ist Grubeck-Loebenstein berzeugt.

    GewsserforschungAuch die Mitarbeiterinnen

    und Mitarbeiter des Forschungs-instituts fr Limnologie, Mond-see, freuen sich darber, ihre Forschung und Lehre gemein-sam mit den Innsbrucker Kolle-ginnen und Kollegen langfristig zu gestalten. Wir begren insbesondere die Synergien, die sich durch die Eingliederung in die Universitt Innsbruck in der limnologischen Forschung und Lehre ergeben, und sehen den neuen Aufgaben mit Freude und Optimismus entgegen, betont Institutsleiter Dr. Thomas Weisse. Das Institut fr Limnologie wur-de 1972 in Wien gegrndet und bersiedelte im Jahr 1981 in ein neues Institutsgebude im ober-sterreichischen Salzkammergut an den Mondsee. Die interna-

    tional renommierte Forschungs-einrichtung wurde krzlich in einer internationalen Evaluie-rung als exzellent begutachtet. Sieben Arbeitsgruppen widmen sich in Mondsee der Erforschung von See-kosystemen und der Evolution von Organismen in ei-ner sich ndernden Umwelt. Ihr bergeordnetes Ziel ist es, die Struktur, Funktionsweise und Dynamik der Swasser-kosys-teme zu verstehen. Dabei reicht der Fokus von Bakterien bis zu Fi-schen, um Muster und Prozesse kologischer und evolutionsbi-ologischer Relevanz zu untersu-chen. Beispielsweise ist ber die spezifischen kologischen Funk-tionen von Bakterien und Einzel-lern im Swasser noch wenig bekannt, und das, obwohl sie fr den grten Teil der stoff-lichen Umsetzungen in Seen verantwortlich sind. Die Unter-suchung der Entstehung und Er-haltung der Diversitt und Kom-plexitt aquatischer Organismen und Gemeinschaften passiert in Mondsee auf verschiedenen Ebe-nen: beginnend bei Moleklen (Gene und Proteine) ber Or-ganismen und Populationen bis zu Gemeinschaften. Das bildet das gemeinsame Forschungsziel fr die nhere Zukunft. Dieser ganzheitliche Ansatz, die evo-lutionre kologie von Seen in einer sich ndernden Umwelt zu erforschen, unterscheidet das von Thomas Weisse geleitete In-stitut von allen anderen Einrich-tungen, die in Europa Gewsser-forschung betreiben.

    [email protected]

    Am Rennweg ist das Institut fr Biomedizinische Alternsforschung beheimatet. Foto: Institut fr Biomed. Alternsforschung

    Beide Institute verfgen ber ein einzigartiges Profil und haben international einen sehr guten Ruf. Tilmann Mrk

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 6

    In einem Speziallabor un-tersucht Michael Hasler mit seinem Team das Gleitver-halten von Sportgerten unter wissenschaftlichen Bedingungen.

    Unscheinbar wirkt das Gebude am Gelnde des Instituts fr Sport-wissenschaften von auen, doch

    Von 0 auf 100 km/h in 0,4 Sekunden : Diese Geschwindigkeit erreichen Testskier im Tribometer, einer Forschungsanlage des Technologiezentrums fr Ski - und Alpinsport an der Universitt Innsbruck.

    Rasante Forschung fr den Spitzenski

    Michael Hasler justiert den Ski am Aluschlitten des Tribometers fr die Messung. Foto: Eva Fessler

    im Inneren verbirgt sich Hightech pur: eine rund 27 Meter lange Messstrecke des Technologiezent- rums fr Ski- und Alpinsport (Lei-tung Univ.-Prof. Werner Nach-bauer), auf der zum Beispiel ein Alpinski in nur 0,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt wer-den kann. Mit Hilfe dieses Gerts, eines Tribometers, untersuchen die Innsbrucker Forscher um Mi-

    chael Hasler seit 2011 das Gleit-verhalten verschiedenster Materi-alien auf Schnee und Eis. Unser Ziel war es, mit dem Tribometer ein Gert zu bauen, mit dem wir Sportgerte unter realen, aber trotzdem wissenschaftlich mess-baren Bedingungen testen kn-nen, erklrt Hasler den Haupt-zweck der Anlage. Wir wollen herausfinden, welche Krfte auf

    ein Sportgert einwirken und wie sich das im Gleitverhalten zeigt, erlutert der Wissenschaftler wei-ter. Wichtig ist dabei, dass die Tests mit Hilfe des Tribometers kontrollierbar und auch wieder-holbar sind. Dies ist zum Beispiel bei Skitests am Berg nicht mg-lich, da Sonne, Wind, Temperatur und Schneebeschaffenheit Para-meter sind, die wir nicht beein-

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 7

    flussen knnen, schildert Hasler. Mit dem Tribometer knnen die-se Umweltfaktoren wie in einem Labor gezielt gesteuert werden egal ob es sich um Luftfeuchtig-keit, Schnee- oder Lufttemperatur handelt.

    Unbekannte KrfteAuch wenn sich der Winter-

    sport mit seinen Gerten rasant entwickelt hat, ist noch immer relativ wenig ber die Krfte be-kannt, die zwischen Material und Schnee bzw. Eis herrschen. Hier wollen die Innsbrucker Wissen-schaftler mit ihren Tests anset-zen. In erster Linie geht es dabei um den Wasserfilm, der zwischen Sportgert und Schnee bzw. Eis entsteht und der fr die Gleitei-genschaften und die daraus re-sultierenden Geschwindigkeiten wichtig ist. Der Wasserfilm re-duziert nmlich die Reibung, die fr den Geschwindigkeitsverlust

    verantwortlich ist, erlutert Has-ler weiter. Untersucht wird dieser Aspekt bei Skibelgen aus ver-schiedenen Materialien, diversen Kufenoberflchen sowie Oberfl-chenbehandlungen wie etwa Be-schichtungen und Wachsen.

    Viele offene FragenDie Fragestellungen der Wis-

    senschaftler sind dabei vielfltig: Wie muss der Wasserfilm beschaf-fen sein, um mit einem Sportge-rt zum Beispiel Ski oder Rodel eine mglichst hohe Geschwin-digkeit erreichen zu knnen? Wel-che Parameter mssen vorhanden sein, um den optimalen Wasser-

    Mit bis zum 100 km/h rast der Ski auf einem Messschlitten ber die speziell prparierte Schneeauflage. Foto: Eva Fessler

    Uns interessiert in erster Linie der Wasserfilm zwi-schen Ski und Schnee, denn er reduziert die Reibung. Michael Hasler

    Erforschung von Sportgerten

    D as Technologiezentrum fr Ski- und Alpinsport wurde 2005 ge-grndet. Dabei konnte auch auf Mittel der Tiroler Zukunftsstif-tung zurckgegriffen werden. Neben der Universitt Innsbruck sind noch der sterreichische Skiverband, der Verein der Unternehmen und der sterreichische Rodelverband Gesellschafter des Zentrums. Betei-ligt sind weiters das Institut fr Sportwissenschaft und das Institut fr Physikalische Chemie der Uni Innsbruck. Ziel ist die Erforschung von Sportgerten, -anlagen und -textilien. Eines der Projekte ist das K-Re-gio-Projekt Alpine Sporttechnologie: Gleiten auf Schnee und Eis.

    film zu erzeugen? Also: Welche Temperatur mssen etwa Luft und Schnee bzw. Eis haben? Wie beeinflussen Wachse oder andere Materialien die Entstehung des Wasserfilms auf Schnee oder Eis?, ergnzt Hasler. Bekannt ist zum Beispiel, dass bei extrem tiefen Temperaturen der Wasserfilm nur unter bestimmten Bedingungen entstehen kann.

    Ideale TestbedingungenDie idealen Testbedingungen,

    um all diesen Fragen auf die Spur zu kommen, liefert das Tribome-ter. Die etwa 27 Meter lange Mess-anlage besteht aus einer Wanne, die mit Schnee oder Eis gefllt werden kann. Khlschluche sor-gen dabei fr die gewnschte Temperatur. ber dieser Wanne befindet sich ein Aluschlitten, an dem zum Beispiel ein Ski oder eine Rodelkufe fixiert werden knnen. Gleichzeitig enthlt der Schlitten Gerte, um jene Krfte zu messen, die auf das Sportge-rt wirken. Mittels eines Seilzugs wird das Testgert beschleunigt, das am Ende der Messanlage mit einer Magnetbremse wieder zum Stehen gebracht wird. Alle Mess daten werden elektronisch an die Computeranlage in einem Nebenraum bermittelt. Wh-rend des Tests darf niemand im Tribometer-Raum sein. Das ist aus Sicherheitsgrnden wichtig, schlielich erreichen wir ja en-orme Geschwindigkeiten, unter-streicht Hasler.

    Anfang Oktober haben die For-scher mit der Schneeproduktion fr das Tribometer und den ersten Messungen begonnen. Insgesamt zwei Jahre werden die Skitests dauern, dann sollen konkrete Er-gebnisse vorliegen, die nicht nur fr die Wissenschaftler wichtig sind, sondern auf die auch Skifir-men und der Rennsport warten.

    [email protected]

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 8

    Ein Lehmbau soll das Haus fr Kinder werden, ganz in der Bautradition der Pe-ruaner. Geplant wurde es am Institut fr Gestaltung. studio2 unter Leitung von Dr. Clemens Plank.

    Irgendwo im peruanischen Cuzco wartet ein Hanggrundstck darauf, mit einem Haus fr Straenkinder bebaut zu werden. Die Eigentmer haben enge Verbindungen nach sterreich. So kam es zu einem ungewhnlichen Studienangebot fr Innsbrucker ArchitekturStudierende.

    Ihre Aufgabe im vergangenen Sommersemester war es, eine Kindertagessttte zu planen, die peruanischen Kindern aus armen Verhltnissen einen Platz schenkt, an dem sie sich tagsber sicher und geborgen fhlen knnen.

    Mehr als ein Raum Der Verein Wayna Warma

    Austria hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Kinder so zu untersttzen, dass sie die Schule abschlieen knnen. Bisher sind seine Mglichkeiten sehr begrenzt: Ein etwa 18 m2 groer Raum bietet zehn Kindern fr einige Stunden am Tag einen sicheren Rckzugsort. Sie erhalten Untersttzung beim Lernen und, soweit es finanziell mglich ist, bekommen ein warmes Essen und die Gelegenheit, sich zu waschen.

    Die Kinder kommen aus rmlichsten Verhltnissen. Zwar gibt es eine Schulpflicht, doch die Umstnde lassen eine ausreichende Schulbildung oft nicht zu. Die meisten Kinder mssen arbeiten, damit die Familien berleben

    Architektur-Studierende der Uni Innsbruck profitieren von einem auerge-whnlichen interkulturellen Projekt : Im Seminar Innenraum und Design entwarfen sie eine Kindertagessttte fr Straenkinder in Cuzco.

    Studierende planen ein Haus fr Kinder in Peru

    Fr dieses Hanggrundstck in Cuzco entwarfen Innsbrucker Architektur-Studierende ein Haus fr Kinder.

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 9

    knnen. Nicht wenige haben al-koholabhngige Eltern, auch Ob-dachlosigkeit ist ein Thema. Dass diese Kinder einen Ort haben, an dem sie mit ihren Familien leben, heit noch lange nicht, dass sie auch ein Dach ber dem Kopf haben, bringt Clemens Plank, Architekt und Seminarleiter, ihre Situation auf den Punkt.

    Um diesen Kindern zu helfen, bentigt es etwas mehr als ei-nen einzigen Raum. Daher gibt es schon lnger berlegungen, ein greres Haus zu schaffen. Als ein Vereinsmitglied dann an-bot, einen Teil seines eigenen Grundstcks zu bebauen, konn-ten die Plne konkreter werden. Nun fehlte es noch an Geld und einem guten Konzept. An dieser Stelle wandte sich die in Salzburg lebende Kunsterzieherin Edith Brandsttter, die in engem Kon-

    takt zum Verein steht und auch selbst schon in Cuzco mit den Straenkindern gearbeitet hat, an Architekt Clemens Plank. Der wie-derum wollte gern die Studieren-den einbeziehen und organisierte im Rahmen eines Seminars einen Ideenwettbewerb.

    Die Resonanz war riesig, es mel-deten sich viel mehr Studierende an, als betreut werden konnten. Am Ende standen 20 Entwrfe, die groteils von Zweier-Teams erarbeitet wurden. Doch bis da-hin war es ein langer Weg, be-gleitet von mehreren Workshops zu verschiedenen Themen.

    StampflehmtechnikEine Herausforderung, die

    die Studierenden meistern muss-ten, war das zu verwendende Baumaterial. Die Bauordnung in Cuzco schreibt in dieser sensiblen Zone, die in einem ehemaligen Inka-Gebiet liegt, die Verwen-dung von Lehm als Baumaterial vor. Lehm ist ein perfekter Bau-stoff. Er ist billig und fast berall verfgbar. Seine Verarbeitung ist aber ziemlich aufwndig, wei Clemens Plank. Daher ist Lehm in sterreich ein luxuriser Baustoff, whrend er in Peru als Arme-Leu-te-Baustoff gesehen wird. Jeder,

    der es sich leisten kann, baut in Beton. Dabei hat Lehm viele Vor-teile. Wnde, die in Stampflehm-technik erstellt werden, sind ge-gen Wasser und Regen resistent. Die sehr dicken Wnde speichern viel Wrme und sorgen fr ein gutes Raumklima.

    Einer, der besonders viel ber Lehmbau wei, ist der Vorarlber-ger Martin Rauch. Er arbeitet seit ber dreiig Jahren mit dem Ma-terial und hat seine Verarbeitung stetig weiterentwickelt und ver-bessert. Er stand den angehenden Architekten whrend des Seminars sogar mit einem Workshop in sei-ner Werkstatt und mit viel Erfah-rung und Knowhow zur Seite.

    Ein Gefhl von ZuhauseOberstes Ziel des neuen Hauses

    soll natrlich sein, den Kindern ei-nen Ort der Geborgenheit, eines Zuhauses zu geben. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, widmeten die Seminarteilneh-mer dem Thema Wohnen und Zuhause sein in einem zweiten Workshop viel Zeit. Das Fazit: Es ist wahnsinnig schwer, Verallge-meinerungen zu treffen. Aller-dings wurde klar, dass man ein Gebude schaffen muss, in dem sich viele verschiedene Mglich-keiten auftun und das auch Be-stndigkeit Geborgenheit und Ru-he ausstrahlt, berichtet Clemens Plank. Das Haus soll den Kindern die Mglichkeit bieten, sich zu-sammenzusetzen und gemeinsam zu essen, aber auch Rckzugsorte schaffen. Natrlich ging man auch der Frage nach den kulturellen Gegebenheiten nach: Die peru-anische Kultur ist eng mit Musik verbunden. Wir brauchen Raum fr Rituale, zum Beispiel zum Tan-zen, formuliert Plank.

    Projekt mit HofcharakterDie Sieger des Ideenwettbe-

    werbs Daniel Kranebitter und Walter Rudig lsten diese Aufga-be, indem sie ein Ensemble aus drei Baukrpern schufen, die sich um einen Hof gruppieren. Daraus ergeben sich fr die Kinder eine Menge interessante Nischen. Die Entscheidung der Jury fiel klar auf diesen Vorschlag. Er spielt mit dem Thema Lehmbau, gleichzei-tig fgt sich das Ensemble gut in den Hang ein, erlutert Clemens Plank. Der Wettbewerbssieg er-ffnet den beiden Studenten nun weitere Mglichkeiten: In seinem Bro hat Clemens Plank ihnen ei-

    nen Arbeitsplatz eingerichtet, an dem sie das Projekt nun mit Archi-tekten weiterentwickeln knnen. Martin Rauch bietet ihnen an, sie im Bereich Lehmbau fit zu ma-chen, sodass sie dann selbst am Bau des Hauses in Cuzco mitarbei-ten knnen. Wir wollen mit den Siegern nach Cuzco fliegen, um uns vor Ort ein Bild zu machen. Sobald die Finanzierung des Pro-jekts steht, werden wir anfangen zu bauen, blickt der Architekt positiv in die Zukunft. Besonders wichtig ist dem Team, das Projekt mit einheimischen Arbeitern zu re-alisieren: Wir mchten nicht nur unsere Studierenden fit fr den Lehmbau machen, sondern auch die Menschen in Peru an diesem Wissen teilhaben lassen.

    [email protected]

    Das Siegerprojekt im Modell und als Grundriss: Rund um einen Innen-hof ordnen sich mehrere Bauteile an. Fotos: Uni Innsbruck Studio2

    Spatial Thinking Uni fr Interessierte

    Die Erforschung von Ph-nomenen des Gehirns wie dem menschlichen Bewusstsein und dem subjektiven Erleben ist eine der groen Forschungsfra-gen des 21. Jahrhunderts. Der Frage, welche Rolle die Architek-tur hierbei spielt und wie neu-rophilosophische Untersuchun-gen fr das Fach relevant sind, geht das Institut fr Gestaltung.studio2 in einem zweitgigen transdisziplinren Symposium vom 9. bis 10. November nach. Infos: www.uibk.ac.at/gestal-tung/spatial-thinking2/

    Dieses Projekt fr Kinder in Peru ist eine spannende Ergnzung zu unserer nor-malen Arbeit. Clemens Plank

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 10

    Wie Tierqulerei im Straf-recht verankert ist und wel-che Rechtsmaterien den Umgang mit Tieren auer-dem regeln, legt Strafrecht-ler Andreas Scheil im Rah-men einer Ringvorlesung dar, die unterschiedlichste Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung thematisiert.

    Das Tier und wir: Eine Bezie-hungskiste, die komplexer ist, als man meinen mchte, und die

    Gefhrte und Trophe, Helfer und Versuchsobjekt , Symbol und Nahrung : Die Beziehung zwischen Mensch und Tier soll in einer Vorlesungsreihe berdacht werden.

    Das Tier und wir

    angesichts aktueller wissenschaft-licher Erkenntnisse zunehmend in den Mittelpunkt gesellschaft-licher Diskussionen rckt und r-cken muss. Davon sind jedenfalls die Initiatorinnen und Initiatoren der Ringvorlesung mit dem Titel Human Animal Studies berzeugt. Wissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel aus Biologie und Verhaltensforschung, zeigen, dass Menschen und Tiere gar nicht so verschieden sind, daher mssen wir auch den Umgang mit ihnen berdenken, sagt ao. Univ.-Prof. Gabriela Kompatscher vom Or-ganisationsteam und fgt hinzu:

    Meine Erwartungen wren erfllt, wenn die Teilnehmer nach der Veranstaltung eine kritische Hal-tung gegenber tradierten Lehr-meinungen annehmen, aber auch die prsentierten Inhalte nicht kri-tiklos bernehmen wrden. Die Bandbreite der vierzehnteiligen Reihe reicht von historischen, phi-losophischen, rechtswissenschaft-lichen ber medizinische bis hin zu sprachwissenschaftlichen und alltagspraktischen Zugngen, die von internen und externen Vor-tragenden aus den unterschied-lichsten Bereichen dargestellt werden. Einer davon ist Univ.-

    Prof. Andreas Scheil vom Institut fr Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie der Universitt Innsbruck, der sich insbesondere mit dem Straftatbestand der Tier-qulerei beschftigen wird und wissenswert vorab einen kurzen Einblick in seinen Vortrag gibt.

    Signalwirkung StrafrechtDas vorstzliche, rohe Miss-

    handeln und das unntige Qu-len von Tieren stehen in ster-reich ebenso unter Strafe wie das Aussetzen hilfloser Tiere und das Vernachlssigen von Tieren beim Transport. Ein Versto gegen das

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 11

    den Test von Kosmetikprodukten und deren Inhaltsstoffen dr-fen zum Beispiel seit 1999 kei-ne Tierversuche mehr durch-gefhrt werden. Das ist schon ein groer Fortschritt, insgesamt

    ist das Bewusstsein deutlich ge-schrft worden, sagt Scheil. Er will ein noch weiteres, in sei-nen Augen wichtiges und nicht weniger umstrittenes Thema ein-bringen: das rituelle Schlachten von Tieren nach mosaischem

    LIFE widmet sich den Tierrechten

    D er Verein LIFE versteht sich als universitre Interes-sengemeinschaft fr Tierrechte und widmet sich der Aufkl-rung und Bewusstseinsbildung im Hinblick auf Tierschutz und Tierrechte, vorrangig an der Universitt Innsbruck. Gegrn-det wurde er von Studierenden und Lehrenden der Universitt Innsbruck sowie von Interes-sierten aus verschiedensten Be-rufsbereichen. Es knnen alle mitwirken, denen Tierschutz ein Anliegen ist. Das Thema be-trachten die Mitglieder des Ver-eins nicht isoliert, sondern auch im Kontext von Klimawandel und Nahrungsmittelknappheit. Infos: www.life-tierrechte.org/

    Gesetz kann gem Paragraf 222 des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe von bis zu 360 Tagesstzen bedroht werden. Auch das mutwillige T-ten eines Wirbeltiers ohne Grund ist ein Straftatbestand, der aller-dings erst vor wenigen Jahren als letzte nderung des Gesetzes er-gnzt wurde. Vor einigen Jahren hat ein Hundebesitzer aus Ober- sterreich seinen Hund erschos-sen, weil er ihm lstig wurde. Sein Handeln war nicht strafbar, weil er mit dem Hund als seinem Eigentum tun und lassen konnte, was er wollte, berichtet Andreas Scheil. Diese Gesetzeslcke wur-de auf Initiative einer Aktivistin geschlossen. Ein wichtiger Schritt, wie der Rechtswissenschaftler meint, denn in seinen Augen trgt das Strafrecht erheblich zur Bewusstseinsbildung bei. Um Menschen zu einem respektvollen Umgang mit Tieren zu bringen, gibt es natrlich zuerst einmal an-dere Rechtsmaterien, unter ande-rem eine schier unberblickbare Zahl an Bestimmungen fr den Tiertransport, von europischer Ebene abwrts. Das Strafrecht ist dann das letzte Mittel, um grobe Verste zu sanktionieren, sagt er und ergnzt, dass es im Jahr 2011 laut Verurteilungsstatistik 44 Verurteilungen wegen Tierqule-rei gegeben hat. Dass man vor Gericht landet, wenn man einem Tier unntig Qualen zufgt, hat schon einen sittenbildenden Cha-rakter, verdeutlicht Scheil, dem es als Tierfreund ein persnliches Anliegen ist, einen Beitrag zum Thema zu leisten. Wie man mit Tieren umgeht, ist ein Ausdruck von Kultur.

    Umstrittene FragenDen Umgang mit Tieren regeln

    allerdings noch andere Gesetze, wie das Tierversuchsgesetz, das Andreas Scheil im Bewusstsein, dass es sich dabei um ein sehr kontroversielles Thema handelt in seiner Vorlesung ebenfalls err-tern will. Die medizinische For-schung arbeitet mit Tierversuchen. Fr die gefhrliche, aber unerlss-liche medizinische Forschung am Menschen sind sie Voraussetzung, es gibt gesetzliche Hierarchien der Gefhrdung, beschreibt er die Rechtslage. Einschrnkungen bei Tierversuchen sind im Lau-fe der Jahre immer wieder durch Novellen hinzugekommen. Fr

    und islamischem Ritus. Hier kommt die Frage der Religions-freiheit ins Spiel. Es gab dazu in Innsbruck eine Verurteilung nach dem Tierqulerei-Paragraphen, die im Sinne der Religionsfreiheit vom Obersten Gerichtshof fr nichtig erklrt wurde, schildert Scheil. In der Diskussion um das Schchten steht hufig nicht der Tierschutz im Vordergrund, son-dern starke Ressentiments ge-genber anderen Religionen und Kulturen, gibt er zu bedenken. Es lohne sich daher, in diesem Zusammenhang auch darber zu sprechen.

    Offen fr alleDie auf Initiative der universi-

    tren Interessengemeinschaft fr Tierrechte LIFE ins Leben geru-fene und vom Institut fr Spra-chen und Literaturen, vom Ins- titut fr Germanistik und vom Institut fr Philosophie veranstal-tete Ringvorlesung wird fr Stu-dierende mehrerer Fakultten angeboten und anerkannt. Die Vortrge stehen auch allen Inte-ressierten offen. Die Reihe glie-dert sich in vier groe Blcke: das Verhltnis von Mensch und Tier in der europischen Geschichte, Mensch und Tier im modernen gesellschaftlichen Diskurs, Tiere in Sprache und Literatur, Tierrechte

    Dass man vor Gericht lan-det, wenn man einem Tier Qualen zufgt, hat sittenbil-denden Charakter. Andreas Scheil. Foto: Sigrid Scheil-Hastenrath in Theorie und Praxis. Sie hat am

    4. Oktober begonnen und endet am 31. Jnner 2013. Termine: an Donnerstagen whrend der Vor-lesungszeit ab 17.15 Uhr in unter-schiedlichen Hrslen im Gebu-de Innrain 52e. Informationen im Web unter http://bit.ly/Wu5Vum

    [email protected]

    Der Beziehung zwischen Mensch und Tier ist eine Ringvorlesung gewidmet. Fotos: www.istockphoto.com

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 12

    PISA, TIMSS und Co. Un-befriedigende Leistungs-ergebnisse als negative Resultate des Lernens. Die Ursache suchte man gr-tenteils lehrseits, nicht lern-seits. Ein neuer Zugang soll Abhilfe schaffen und den Lern erfolg verbessern.

    Ein Forschungsteam des Instituts fr LehrerInnenbildung und Schulforschung der Uni Innsbruck untersuchte anhand von Erfahrungen der sterreichischen Schlerinnen und Schler an Standorten der Neuen Mittelschule Phnomene des Lernens.

    Lernseits von Unterricht

    Persnliche Lernerfahrungen von Schlerinnen und Schlern liegen im Forschungsinteresse des Projektleitungsteams der Uni. Foto: Christian Schwier/fotolia.com

    Zwei Mdchen sitzen Seite an Seite an ihrem Schultisch und arbeiten an einer Mathematikaufgabe. Ein Mdchen fragt das andere, ob das Geschriebene richtig sei, diese nickt und bestrkt sie in der Korrektheit des bisher Gelsten. Mit einem Psst unterbricht die Lehrerin den Kommunikationsprozess der beiden Schlerinnen. Eines der Mdchen freut sich und teilt

    ihrer Banknachbarin mit, dass sie es nun verstanden habe. Ein weiteres Psst der Lehrperson lsst die beiden Mdchen verstummen. Dieses ,Psst unterbricht einen wichtigen Lernmoment. Es ist das Gesprch, in dem sich die beiden Mdchen etwas erklren. Die Lehrperson macht hier nicht primr einen Fehler, sie ist lediglich gewissenhaft in der Aufrecht

    erhaltung der schulischen Ordnung, aber sie unterbindet damit die persnliche Lernerfahrung der Mdchen, erlutert Projektmitarbeiterin Johanna Franziska Schwarz eine Lernerfahrung, die sich abseits der schulischen Ordnung und auerhalb des Wahrnehmungsfelds der Lehrperson vollzieht. Diese persnlichen Lernerfahrungen von Schlerinnen

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 13

    Ein Teil des Projektteams: Mag. Annemarie Winder, Mag. Anja Thielmann, Mag. Gabriele Rathgeb-Weber, Dr. Johanna F. Schwarz M.A. (vorne von links nach rechts), Mag. Silvia Krenn, Mag. Johannes Leeb, Univ.-Prof. Dr. Michael Schratz, Mag. Ingrid Handle, Mag. Evelyn Eckart (hinten). Foto: Uni Innsbruck

    und Schlern ihres Schulalltags liegen im Forschungsinteresse des Projektteams Michael Schratz, Johanna F. Schwarz und Tan-ja Westfall-Greiter vom Zentrum fr Lernforschung am Institut fr LehrerInnenbildung und Schulfor-schung der School of Education der Universitt Innsbruck. Der Ausgangspunkt ihrer Arbeit war die neue Schulsituation sowohl fr die Lehrpersonen als auch fr die Schlerinnen und Schler in der Neuen Mittelschule (NMS). Vor vier Jahren wurde die NMS als Pi-lotprojekt eingefhrt und in die-sem Zusammenhang war fr die Lehrerinnen und Lehrer aufgrund der Auflsung von Leistungs-gruppen eine groe Herausfor-derung gegeben. Wir nahmen diese Tatsache zum Anlass, um ster reich weit zu untersuchen, wie die Schlerinnen und Schler diese neue Situation erleben. Da-zu war es notwendig, ein Kon-zept zu entwickeln, das lernseits ansetzt, so Michael Schratz ber den Beginn des Projekts.

    Dem Lernen auf der SpurWas ist Lernen? Lernen ist ein

    Feld, das von vielen wissenschaft-lichen Disziplinen beackert wird von der Neurobiologie bis zur Medizin, von der Psychologie bis zur Soziologie. Eine alltagssprach-liche Betrachtung des Wortes er-mglicht eine facettenreiche Aus-legung. Im deutschen Wort ler-nen verbirgt sich nmlich sehr viel. Es bedeutet, sich Wissen an-eignen, sich etwas ins Gedchtnis einprgen, Fertigkeiten erwerben, ein Handwerk erlernen oder im Laufe der Zeit zu einer bestimmten Einstellung gelangen. Es liegt ein wesentlicher Unterschied in der Aussage da habe ich etwas ganz Wichtiges gelernt und ich habe Vokabeln gelernt. Beide Aussa-gen meinen etwas anderes, er-lutert Schwarz. Um lernseits an-setzen zu knnen, muss demnach zuerst das Verstndnis von Ler-nen geklrt werden. Im Alltags-verstndnis herrscht der Gedan-ke vor, dass Lernen das Ergebnis von Lehren sei: Je besser die Lehr-person lehrt, desto besser lernen die Schlerinnen und Schler. In unserer Forschung sehen wir, dass dem nicht so ist. Die innova-tivsten Lehrmethoden knnen die Schlerinnen und Schler zum Verzweifeln bringen, anstatt sie zu untersttzen. Zudem haben wir erkannt, dass in den letzten Jah-

    ren in der Schulreform der Fokus verstrkt auf die Methoden gelegt wurde, aber weniger auf die Kin-der selbst, stellt Schratz fest. Wis-senschaftlich wurde Lernen bisher lediglich von den Ergebnissen her untersucht. Diese knnen gemes-sen, gewogen, gezhlt und quan-tifiziert werden. Lernen selbst entzieht sich der Untersuchung und ist nur im Vollzug auffindbar. Ausgehend von einem pdago-gischen Lernverstndnis sind wir zu einer phnomenologischen Forschungsorientierung gekom-men. Unser Untersuchungsgegen-stand wurde Lernen als Erfahrung. Lernen ist mehr als ein kognitiver Akt. In unserem Verstndnis ist es eine Erfahrung in eigenem Recht. Wir lernen nicht nur durch Erfah-rung, sondern Lernen selbst ist eine Erfahrung. Was das Wesen dieser Erfahrung ist, dem sind wir auf der Spur, sagt Schwarz, die selbst 20 Jahre als Lehrerin gear-beitet hat, bevor sie im Rahmen dieses vom FWF (Fonds zur Fr-derung der wissenschaftlichen Forschung) gefrderten Projektes zu einer vollzeitigen Forschungs-ttigkeit gewechselt hat.

    VignettenforschungEs gab fr die Umsetzung un-

    seres Konzepts kein angemessenes Forschungsinstrumentarium und daher entwickelten wir einen ei-genen Zugang die so genannte Vignettenforschung, so Schwarz. Vignetten sind schulische Erfah-rungsmomente, die von den For-schenden im Feld geschrieben und sprachlich narrativ verdichtet wer-den. Es sind kleine Erzhlungen aus dem Schulalltag, die aber in ihrer Verdichtung einen ber-schuss in sich tragen, der dann in der Auswertung ausdifferenziert wird. Das Fundament der Inns-brucker Vignettenforschung sind gelebte Erfahrungen der Sch-lerinnen und Schler selbst. Das Forschungsinteresse gilt den Er-fahrungen, die Schlerinnen und Schler an den Schulen machen, was ihnen dort widerfhrt und wie sie auf die Ansprche, die sich ihnen dort stellen, antworten. Die Frage, was davon dann Lerner-fahrungen sind, bedarf einer wei-teren Klrung. In der Verdich-tung nennen wir diese Vignetten auch Klangkrper des Lernens. Dadurch knnen wir noch einmal zum Klingen bringen, was in die-ser Dichte der unmittelbaren Situ-ation im Forschungsprozess mit-

    erlebt wurde, ergnzt Schratz. Bisher sind 75 Vignetten in einer aktuellen Publikation (Schratz, Schwarz, Westfall-Greiter 2012) publiziert worden. Die Ergebnisse der Vignettenforschung sollen vermehrt in die Lehre einflieen. Und dadurch unsere Lehreraus-bildung verbessern, so Schratz.

    Lernen verlangt InklusionZustzlich zum Projektlei-

    tungsteam arbeiten acht Stu-dierende an diesem groange-legten Forschungsvorhaben mit, die im Rahmen des Projekts ihre Dissertation schreiben, sieben weitere bilden die zweite For-schungsgruppe, die im Sinne einer Langzeitstudie an den glei-chen Schulen von den gleichen Schlerinnen und Schlern noch einmal Daten erheben, um die Lernerfahrungen der mittlerwei-le 14-Jhrigen im Abschlussjahr der Neuen Mittelschule zu erfas-sen. Derzeit entstehen weitere Forschungsgruppen am Standort Brixen der Freien Universitt Bo-zen sowie an der Pdagogischen Hochschule Vorarlberg. Fr die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ist dies eine geeignete Mglichkeit, um eine neue Thematik eigenstndig zu erforschen. Dabei beschftigen sich die Forschenden jeweils mit bestimmten Phnomenen des Lernens. Johanna F. Schwarz, die fr das wissenschaftliche Projekt-management zustndig ist, geht

    in ihrer Habilitation dem Poten-tial schulischer Lernerfahrungen nach und beschftigt sich vor allem mit dem Phnomen Zu-schreiben. Im Schulkontext ver-wandeln sich Zuschreibungen oftmals sehr leicht in Festschrei-bungen und Stigmatisierungen. Bei Kindern mit Migrationshin-tergrund wird leider manchmal die fehlende Sprachkenntnis als Ursache fr alle weiteren schu-lischen Probleme gewertet. Ein Kind, das nicht genug Deutsch versteht, darf zum Beispiel kein genuines Mathematikproblem haben, weil dieses als Folge der fehlenden Sprachkenntnis gewer-tet werden wrde. Lehrpersonen schreiben hier oft auch unbe-wusst Dinge zu, sagt Schwarz. Es geht hier auch um die Frage des Andersseins, der sich die Leh-rerinnen und Lehrer stellen ms-sen. Wie geht die Gesellschaft mit dem Anderssein um? Das wird in der Schule grundgelegt, weil dies der einzige Ort ist, an dem alle Staatsbrgerinnen und Staatsbrger zusammenkommen. Es muss den Lehrpersonen gelin-gen, dieses Anderssein selbst zu spren, damit sie den Umgang mit dem anderen auch unter den Kindern frdern knnen. Dafr ist unser Forschungsansatz ein sehr wichtiger Beitrag, der dazu beisteuern kann, Sensibilitt fr Unterschiede zu schaffen, fgt Schratz abschlieend hinzu.

    [email protected]

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 14

    Ao. Univ.-Prof. Judith Rol-linger vom Institut fr Pharmazie/Pharmakogno-sie der Uni Innsbruck sucht in ihrem Forschungspro-jekt Leitstrukturen aus der Natur, die gegen Grippe-Viren eingesetzt werden knnen.

    Wenn das erste Kratzen im Hals beginnt , besinnen sich viele wieder auf Omas alte Hausmittel. Warum dieses ber viele Generationen bermittelte Wissen groes Potenzial fr die Arzneistoffentwicklung birgt , erklrt die Pharmazeutin Judith Rollinger.

    Apotheke KrutergartenHausmittel werden auch heute noch gerne eingesetzt. Foto: fotolia.com

    Dass Naturstoffe wirken, ist fr Judith Rollinger unbestritten. 70 bis 80 Prozent der am Markt be-findlichen Antibiotika basieren auf Naturstoffen und rund 50 Pro-zent aller Arzneistoffe insgesamt sind Naturstoffe oder leiten sich davon ab, wei die Pharmazeu-tin. Pflanzen, aber auch Algen, Flechten und Pilze biosyntheti-sieren zielgerichtet chemische

    Verbindungen, so genannte Na-turstoffe, um Frafeinde und Mikroorganismen abzuwehren oder um Signalwirkungen abzu-geben. Dieses chemische Labora-torium der Natur ist evolutionr getrimmt und stellt eine uner-schpfliche Quelle an bioaktiven Substanzen dar. Die Natur stellt uns somit ein Repertoire an bio-synthetisierten Verbindungen zur

    Verfgung, das fr uns in der Su-che nach neuen Leitstrukturen fr die Arzneimittelentwicklung von unschtzbarem Wert ist.

    In ihrem vom Fonds fr Wis-senschaftliche Forschung gefr-derten Projekt will sie gemeinsam mit ihrem Team auf Basis der ein-heimischen, mediterranen und traditionellen chinesischen Volks-medizin antivirale Leitstrukturen

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 15

    Reinsubstanzen aus dieser aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannten Ingwerart (links im Bild) haben sich als gute Neuraminidase-Hemmstoffe (rechts) erwiesen. Fotos: Ulrike Grienke/Judith Rollinger

    Das Laboratorium der Natur stellt eine groe Be-reicherung fr unsere Arbeit dar. Judith Rollinger Foto: Rollinger

    identifizieren, die fr die knftige Arzneistoffentwicklung gegen Grippe-Viren in Frage kommen. Jedes Jahr mssen wir mit neuen Influenza-Virenstmmen rechnen, die sich pandemisch ausbreiten. Auch wenn die Grippeimpfung die erste Wahl im Kampf gegen die Viren ist, brauchen wir da-neben antivirale Medikamente zum einen, weil die Durchimp-fungsrate zu gering ist, und zum anderen, weil die Impfstoffe auch immer den aktuellen Virenstm-men etwas hinterherhinken. Die derzeit am Markt verfgbaren Medikamente gegen das Virus sind definitiv nicht ausreichend, beschreibt sie die Ausgangsmoti-vation fr ihr Forschungsprojekt.

    Quelle VolksmedizinUm passende Leitstrukturen

    gegen das Virus zu finden, durch-forstete die Wissenschaftlerin his- torische Quellen der Volksmedizin. Die schon 2000 Jahre alte Schrift De materia medica des Griechen Pedanios Dioscurides liefert bei-spielsweise eine Flle von Infor-mationen zu damals verwende-ten Medizinalpflanzen und stellt damit eine ertragreiche Quelle fr unsere Arbeit dar, so Rol-linger. Die Pharmazeutin betont aber, dass das volksmedizinische Wissen auch kritisch betrachtet werden muss. Volksmedizinische berlieferungen sind oft my-thisch hinterlegt und es ist hu-fig unklar, welche Pflanzenart und welches Krankheitsbild genau ge-meint sind. Vor 2000 Jahren gab es weder eine binre Nomenkla-tur noch die heute blichen diag- nostischen Mglichkeiten.

    Dennoch wei die Wissen-schaftlerin die historischen Quel-len zu schtzen: Auch wenn vieles mit groer Vorsicht be-trachtet werden muss, profitieren wir in unserer Forschungsarbeit von dieser jahrhundertelangen Empirie, die zugleich Hinweise auf Bioverfgbarkeit, Nutzen- und Risikoabwgung bietet. Vergiften wollten sich die Menschen mit diesen Heilpflanzen ganz gewiss nicht, hlt Rollinger fest.

    Anhand dieser Quellenstudien konnten die Wissenschaftlerinnen rund 50 Pflanzenarten auswhlen, die bei Grippesymptomen volks-medizinisch verwendet wurden bzw. immer noch werden. Im Labor werden diese Naturstoff-materialien analytisch und phyto-chemisch sowie virologisch unter-

    sucht, um schlielich die poten-ziell antiviralen Inhaltsstoffe aus diesen Vielstoffgemischen zu iso-lieren. Dabei konzentriert sich das Team auf zwei arzneistoffrelevante Proteine des Virus das Nukleo-protein und die Neuraminidase. Whrend das Nukleoprotein fr die Replikation und somit fr die Virusvermehrung bedeutend ist, ist die Neuraminidase ein Oberfl-chenprotein des Grippevirus und verantwortlich dafr, dass die in der Wirtszelle neu gebildeten Vi-ren freigesetzt werden und sich weiter verbreiten knnen, erklrt die Pharmazeutin. Die Neurami-nidase funktioniert vereinfacht gesagt wie eine Schere, die, wenn sie von einem passenden Arzneistoff blockiert wird, die Vi-ren nicht mehr von der Wirtszel-le abtrennen kann und somit die Ausbreitung im Krper des Infi-

    zierten unterbindet. Der im Zuge der vergangenen Grippewellen bekannt gewordene Wirkstoff Oseltamivir (Tamiflu) funktioniert auf diese Weise. Dieser Neurami-nidase-Hemmstoff wirkt aufgrund von Resistenzentwicklung jedoch nur noch eingeschrnkt, weshalb ein dringender Bedarf an besse-ren, innovativen Grippemitteln besteht, so Rollinger. Um eine Resistenzentwicklung zu vermei-den, knnte eine Eigenschaft der Influenza-Neuraminidase hilfreich sein, die aber zugleich auch eine Herausforderung in der Wirkstoff-suche darstellt: die Proteinflexibi-litt.

    Flexibilitt nutzenPharmazeuten sprechen bei der

    Bindung eines Wirkstoffes in der Bindetasche des Zielproteins hu-fig von einem Schlssel-Schloss-Prinzip. Wie bei vielen anderen Zielproteinen entspricht dieses Prinzip auch bei der Neuramini-dase berhaupt nicht der Realitt, da das Schloss flexibel ist das heit, dass der geschmiedete Schlssel nur bedingt passt, be-schreibt Judith Rollinger das Prob- lem. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe um Prof. Klaus Liedl vom Institut fr Theore-tische Chemie der Uni Innsbruck wird diese Proteinbeweglichkeit am Computer simuliert, um pas-sende Wirkstoffe (Schlssel) zu finden. Auch wenn die Flexibili-tt der Neuraminidase die Wirk-stoffsuche erschwert, kann sie, wenn passende Strukturen ge-funden wurden, auch den Vorteil

    haben, dass sie dahingehend op-timiert werden, dass sich weniger resistente Viren bilden knnen, betont die Pharmazeutin.

    Einen erfolgversprechenden Naturstoff, dessen Struktur hervor-ragend in die flexible Bindetasche der Neuraminidase des Grippe-Vi-rus bindet, fand das Team um Ju-dith Rollinger bereits vor drei Jah-ren: Wir konnten aus einer Ing-werart, die in der traditionellen chinesischen Medizin schon lan-ge bei Grippe-Symptomen einge-setzt wird, eine Reinsubstanz iso-lieren, die bei den virologischen Untersuchungen sehr gut abge-schnitten hat, erklrt Rollinger. Die Tests werden in Kooperation mit der Virologin PD Dr. Michaela Schmidtke an der Uni Jena durch-gefhrt. Die Leitstruktur der Ing-werart half den Forscherinnen da-bei, durch einen Strukturabgleich weitere hochaktive Naturstoffe gegen die Influenza-Neuramini-dase zu finden, deren antivirales Profil sehr optimistisch stimmt. Auch wenn diese Forschungser-gebnisse ein groer Erfolg sind, weist Judith Rollinger darauf hin, dass der Weg bis zum fertigen Medikament noch lang ist: Wir suchen Leitverbindungen, die als Neuraminidase-Inhibitoren sowie als Hemmer des Nukleoproteins in Frage kommen, und versuchen, die molekularen Hintergrnde zu verstehen; das ist Grundlagenfor-schung. Bis zum fertigen Arznei-stoff sind noch sehr viele Schritte der Prfung und Optimierung notwendig.

    [email protected]

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 16

    Was bringen Megasportevents einer Region auf lange Sicht? Wird der Tourismus gefrdert, die Wirtschaft? Solche berlegungen stehen meist im Vorfeld einer Bewerbung um die Austragung von Megasport events. Nicht so in Sotschi. Hier berwiegen mehr als anderswo politische Motive. Ob und was der Region dennoch bleiben knnte, wollen Innsbrucker Geographen zeigen.

    Die Motive, die Olympischen Win-terspiele 2014 in Sotschi auszutra-gen, sind vorwiegend politisch, erklrt Univ.-Prof. Ernst Steinicke vom Institut fr Geographie an der Universitt Innsbruck. Er, Do-zent Kurt Scharr und Studieren-de erstellen in einer Arbeitsgruppe so genannte Ex-ante-Analysen fr Megasport events. Im Zuge dieser unabhngigen Untersuchungen wird erhoben, welche Auswir-kungen sportlicher Groereignisse auf die regionale Entwicklung zu erwarten sind. Zustzlich erheben die Innsbrucker Forscher die Stim-mung bzw. Erwartungshaltung der Bevlkerung. Und wir planen fr Sotschi auch eine Ex-post-Analyse, um die tatschlichen Effekte nach den Spielen zeigen zu knnen, er-lutert Steinicke.

    Forschung mit HindernissenDie Olympischen Spiele in Sot-

    schi stellen die Forscher vor beson-dere Herausforderungen. Von of-fizieller Seite bekommt man kaum Informationen, wissenschaftliche Untersuchungen existieren nicht

    Troubles in Paradise? Olympische Winterspiele 2014 an einer subtropischen Kste? Welche soziokonomischen und kologischen Effekte die Olympischen Spiele auf Sotschi haben, untersuchen Forscher und Studenten an der Uni Innsbruck.

    Winterspiele unter Palmen Sotschi 2014

    1934 wurde im Rahmen der ersten grundlegenden Umgestaltung des Kurortes der neue Bahnhof erffnet. Das heutige reprsentative Gebude (u. l.) stammt aus dem Jahr 1956. Der Tourismus in Sotschi spielte sich bislang fast ausschlielich in den zahlreichen Sanatorien und Betriebserholungsheimen entlang der Kste ab z. B. im Sanatorium Ordonikidse, das 1937 errichtet wurde. Die Olympischen Winterspiele werden daran nicht viel ndern. Sehr wohl wird sich stdtebaulich etwas tun. In den nchsten Jahren wird es im zentralen Bereich von Sotschi durch den anhaltenden Bauboom zu einer Verdichtung kommen. Die sozialen Wohnbauten der 1960er-Jahre (Hruovkas) (u. r.) weichen zunehmend Hochhusern. Fotos: Scharr/Steinicke

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 17

    und die sprachlichen Hrden sind immens, erklrt der Geo graph. Die Mittel und Wege, wie Sotschi auf die Olympischen Spiele vorbe-reitet wird, sind jedenfalls kritisch zu betrachten. So wurden etwa Teile der Bevlkerung am schm alen Kstenstreifen von Sotschi zwangs-umgesiedelt, um Platz fr eines von zwei olympischen Drfern zu schaf-fen. Das Olympische Dorf 1 in Adler liegt an der Kste und beherbergt das olympische Stadion, in dem die Eisbewerbe ausgetragen wer-den. Die Effekte der Zwangsum-siedelungen werden wir aus strate-gischen Grnden erst in der dritten Analyse genauer unter die Lupe nehmen, erklrt Steinicke. Bisher wurde vor allem die Stimmung in der Bevlkerung erhoben.

    2011 fhrten wir mit einer Gruppe Studenten in Sotschi in das man brigens nur mit Visum, Versicherung und Einladung ge-langt Umfragen zu den Olym-pischen Spielen durch, erzhlt Ernst Steinicke. Mit Untersttzung der ansssigen Universitten konn-ten die sprachlichen Barrieren ber-wunden werden. Die Bevlkerung selbst zeigte sich auskunftsfreudig. Das Ergebnis: Die Stimmung sei generell eher positiv, aber kritisch. Viele wrden jedoch eine Preisstei-gerung frchten. Als positiv scht-zen die meisten den steigenden Be-kanntheitsgrad Sotschis ein, das in Russ land als Kaukasische Riviera vor allem whrend der Sowjetunion seine Bltezeit als Kur-Destination erlebte. Auch der russische Prsi-dent Wladimir Putin hat sich dort eine Villa errichten lassen ver-mutlich der eigentliche Grund, wa-rum Sotschi als Austragungsort der Spiele gewhlt wurde.

    Subtropischer WintersportOlympische Winterspiele in den

    mediterranen Subtropen sind au-ergewhnlich und das gilt ins-besonders fr die ber 140 km lange Bandstadt Gro-Sotschi an der Kste des Schwarzen Meeres. Trotzdem eignet sich Sotschi her-vorragend fr Winterbewerbe. Der Kamm des Westkaukasus, der H-hen bis zu 3000 Meter erreicht, beschert dem unmittelbar nrdlich anschlieenden Gebiet viel Nie-derschlag. Die Wintersaison reicht von November bis Juni. Gute Be-dingungen, um eine nachhaltige Wirkung fr den Wintertourismus zu erzielen, knnte man meinen. Aber Wintersport ist in Sotschi nicht wirklich interessant.

    Wenig NachhaltigkeitNur ein verschwindend gerin-

    ger Teil der Bevlkerung ist ber-haupt schon einmal Ski gefahren. Deshalb wird auch der Wintersport nach den Spielen keine Bedeutung haben und die Sportsttten werden vermutlich nicht ausgelastet sein. Hinzu kommen die drastisch hohen Preise, etwa der Seilbahnen.

    Dass der Binnen- oder gar der in-ternationale Tourismus zunehmen wird, ist ebenfalls unwahrschein-lich, weil man in Sotschi nur unter erschwerten Bedingungen einreisen kann. berdies ist der Standard es gibt bis dato nur ein Fnf-Sterne-Hotel weit von den europischen Erwartungen an ein Tourismusge-biet entfernt; schon allein die hygi-enischen Bedingungen, die starke Abwasserbelastung, wrden viele europische Touristen abschrecken, meint Ernst Steinicke. Deshalb wird auch das Megasport event keine nachhaltigen Effekte haben. Was bleibt, ist natrlich ein gestiegener Bekanntheitsgrad und die verbes-

    serte Infrastruktur in Wohnbau und Verkehr. Wobei auch hier einiges kritisch zu sehen ist. Es wird zum Beispiel eine Schnellbahn ins Ge-birge gebaut, die nach den Spielen vermutlich niemand mehr braucht. Was sicher von bleibendem Nutzen ist, sind die innerstdtischen Struk-turen, die verbessert werden. Trotz-dem ist der Verkehr in Sotschi ein groes Problem. Es kommt bereits jetzt zu regelmigen Infarkten, die einer innovativen Lsung bedrf-ten. Diese Lsungsanstze bleiben jedoch aus, merkt Steinicke kri-tisch an. Der Pistenbau selbst wird sich nicht gravierend auf die kolo-gie auswirken. Durch die intensive Weidewirtschaft gibt es bereits viele plane Flchen, Rodungen werden kaum ntig sein. Die Lifte reichen nicht in das kaukasische Biosph-ren-Reservat, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklrt wurde. Rein rechtlich wird es in Sotschi diesbezglich keine Probleme ge-ben, betont der Fachmann. Mehr Schwierigkeiten sieht der Experte beim Wasser. Der Fluss Mzymta entspringt in 3000 Metern Seeh-he und fliet auf einer Strecke von

    Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe Sotschi-2014 whrend einer Konferenz an der Universitt Sotschi (v. r.: Rektorin G. Romanova, K. Scharr, E. Steinicke). Foto: Scharr

    Das Projekt Sotschi 2014

    Die nachhaltigen Effekte der Olympischen Winterspiele in Sotschi untersuchen Priv.-Doz. Mag. Dr. Kurt Scharr und ao. Univ.Prof. Mag. Dr. Ernst Steinicke vom Institut fr Geographie der Univer-sitt Innsbruck gemeinsam mit Stu-dierenden in drei Querschnittana-lysen sowie einer Ex-post-Analyse. Die bisherigen Ergebnisse liegen bereits in Buchform vor.

    nur 50 km auf Meeresniveau. Diese starke Gelndeneigung verbunden mit den heftigen subtropischen Re-gengssen bedroht das Kstenge-biet, in dem auch das Olympische Dorf 1 liegt. Wenn im Herbst Stark- regen niedergeht, kommt es etwa alle zwei bis drei Jahre zu starken berflutungen, erlutert Steinicke. Was sich hingegen verbessern wird, ist die Ausstattung der Exekutive.

    Image-PoliturHistorisch wie aktuell ist der

    Raum Sotschi ein massiver Konflikt- raum, sagt der Geograph. Das Ge-biet ist von einer groen ethnischen Vielfalt gekennzeichnet. Georgier, Abchasen und Tscherkessen, die im 19. Jahrhundert groteils von Rus-sen verdrngt wurden, erheben An-spruch auf das Gebiet bzw. die be-nachbarten Rume. Alles in allem wird Sotschi und seiner Bevlkerung von den Spielen wenig bleiben ab-gesehen von einer bedingt verbes-serten Infrastruktur. Russland jedoch wird von der Austragung ohne Fra-ge profitieren und das scheint ja auch das Hauptziel zu sein.

    [email protected]

    Der Wintertourismus ist in Sotschi nicht etabliert, weshalb auch die Effekte der Spiele vor allem aus tou-ristischer Sicht bescheiden bleiben werden. Foto: PantherStock

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 18

    In zwei Projekten arbeiten Innsbrucker Zeithistoriker erstmals die Arbeitsmigra-tion nach Tirol und ster-reich ab den 1960er-Jahren auf. Im Rahmen von Spar-kling Science forschen auch Schler mit.

    Heuer jhrt sich das erste Anwerbeabkommen sterreichs

    Vor genau fnfzig Jahren hat sterreich begonnen, Anwerbeabkommen fr Arbeitskrfte abzuschlieen. Die Geschichte dieser Migration wird nun erstmals aufgearbeitet .

    Migrationsland sterreich

    Gieerei Haslinger in Hall im Juli 1978: Eine Frau entfernt Schlacken und Schmutz vom flssigen Eisen. Foto: Walter Jud/Stadtarchiv Hall i. T.: Bildarchiv 8/16-5

    mit einem anderen Staat zum fnfzigsten Mal. Dieses offizielle Abkommen mit Spanien sollte Arbeitskrfte nach sterreich holen, um die boomende Wirtschaft am Laufen zu halten; Vertrge mit der Trkei und dem damaligen Jugoslawien folgten 1964 und 1966.

    Genauer historisch aufgearbeitet ist diese Phase der sterreichischen Zeitgeschichte bisher nicht. In zwei thematisch ver

    wandten Projekten hat der Zeithistoriker Priv.Doz. Dirk Rupnow nun genau das vor: Migration, ihre Folgen und die Vernderungen, die sie auslst, gehren fr die gegenwrtige Generation zu den entscheidenden gesellschaftspolitischen Themen und sicher mit zu den wichtigsten Entwicklungen in der Nachkriegszeit berhaupt. Darum ist es auch an der Zeit, die Arbeitsmigration ab den 1960erJahren

    historisch zu erforschen. Im ersten Projekt werden Dirk Rupnow und sein Team mit insgesamt drei Schulen in Rum und Hall zusammenarbeiten. Hall und Rum haben wir unter anderem deshalb gewhlt, weil wir damit zeigen knnen und wollen, dass Migration nicht nur die groen Hauptstadtregionen betroffen hat und betrifft: Nicht nur nach Wien kamen Menschen, auch nach Tirol, und nicht nur nach

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 19

    Innsbruck, sondern auch in viele andere Orte im Bundesland, er-klrt Dirk Rupnow. Mglich ist diese Kooperation von Universi-tt und Schulen im Rahmen des Sparkling Science-Programms des Wissenschaftsministeriums, mit dem derartige Projekte ge-frdert werden.

    Schule und WissenschaftDie Wissenschaftlerinnen und

    Wissenschaftler gehen dabei ge-meinsam mit den Schlerinnen und Schlern auf Spurensuche in ihren Heimat- und Schulorten: etwa in Archiven, in migran-tischen Vereinen, aber auch in Firmen und in den einzelnen Fa-

    milien. Ganz wichtig sind da-bei die Perspektiven und Stim-men von Migrantinnen und Mi-granten. Sie einzubinden ist eine notwendige Form der Anerken-nung, sagt Projektleiter Rup-now. In insgesamt acht Work-shops lernen die Schlerinnen und Schler die Arbeitsweise von Historikern kennen, erhalten Hin-tergrundwissen zur Migrations-geschichte in Hall und bekom-

    men in weiterer Folge auerdem die Mglichkeit, ihre eigenen Forschungsergebnisse zu pr-sentieren. Am Ende des Projekts 2014 soll eine mobile Ausstellung zur Geschichte der Arbeitsmigra-tion in Hall stehen. Die Ausstel-lung soll in einem Originalbus, mit dem die Gastarbeiter in den 1980ern auf Heimaturlaub nach Jugoslawien gefahren sind, ein-gerichtet werden. Der Bus ist da-mit Ausstellungsstck und Aus-stellungsort zugleich und ermg- licht auerdem, die Ergebnisse an unterschiedlichen Orten zu zei-gen, erlutert Dirk Rupnow. Bei der Konzeption der Ausstellung sind das Gemeindemuseum Ab-sam und das Stadtmuseum Hall als enge Projektpartner beteiligt, deren Experten stehen den Sch-lern mit ihrer Erfahrung zur Seite. Die Ausstellung soll langfristig im neu gestalteten Haller Stadtmu-seum ein dauerhaftes Zuhause finden.

    Migration in sterreichDas zweite, vom Fonds zur

    Frderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanzierte Pro-jekt hebt die Spurensuche auf die gesamtsterreichische Ebene. Die Innsbrucker Forscherinnen und Forscher werden auch hier vor allem in Archiven recherchieren, aber auch jenseits davon nach Spuren suchen und Erlebnisse von Zeitzeuginnen und Zeitzeu-

    Pause bei der Feldarbeit in Hall in Tirol im April 2005. Das Arbeitsministerium legt jedes Jahr ein Kontingent fest, wie viele Nicht-EU-Brger hierzulande als Saisonniers arbeiten drfen. Die Erntearbeit zhlt dazu. Fotos: Johannes Breit; Dirk Rupnow

    D irk Rupnow hat in Ber-lin, Wien und Klagenfurt Geschichte, Germanistik, Phi-losophie und Kunstgeschichte studiert. 2002 promovierte er in Klagenfurt, 2009 hat er sich in Wien habilitiert. Seit 2009 lehrt der gebrtige Berliner an der Universitt Innsbruck, seit 2010 leitet er das Insti-tut fr Zeitgeschichte. Seine Forschungsinteressen gelten besonders der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, der Wissenschafts- und Migrationsgeschichte. Dirk Rupnow ist Mitglied der Jungen Kurie der AW, seine Arbeiten wurden mit zahlrei-chen Stipendien und Preisen ausgezeichnet; er hat For-schungsaufenthalte und Lehr-auftrge an mehreren in- und auslndischen Universitten und Forschungseinrichtungen absolviert.

    zur person

    dirk rupnow

    Am ende des projekts 2014 soll eine mobile Ausstellung zur Geschichte der Arbeits-migration in Hall stehen. Dirk Rupnow

    gen aufarbeiten. Auch die Her-kunftslnder der ersten Arbeits-migrantinnen und -migranten stehen hier im Fokus, insbeson-dere die Lnder Ex-Jugoslawiens und die Trkei: Welche Auswir-kungen hatte die Migration auf die Herkunftslnder? Dieser As-pekt interessiert uns sehr, hlt Rupnow fest. Die Forscherinnen und Forscher beschftigt dabei auch die Frage, wie Migration, die grenzberschreitend ist, in eine immer noch weitgehend na-tional geprgte Geschichtsschrei-bung eingearbeitet werden kann: Hier sehen wir auch eine Neu-Verknpfung von Geschichten, weg von nationaler Einzelge-schichtsschreibung, die trans-nationale Phnomene wie Migra-tion hufig ausblendet. Teilweise verknpfen sich durch Migration Regionen unterschiedlicher Ln-der miteinander und teilen eine gemeinsame Geschichte. Ein weiterer Punkt, der sowohl das Sparkling Science-Projekt als auch das FWF-Projekt betrifft: Das Thema soll keineswegs auf den Aspekt der Arbeit reduziert werden, auch wenn der grundle-gend zum Verstndnis dieser Ge-schichte ist. Unser Ziel ist, mg-lichst viel ber die Lebenswelten der Migrantinnen und Migranten in sterreich ab den 1960ern he-rauszufinden, auch jenseits der Arbeit. [email protected]

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 20

    Technikinteressierten bie- tet die Uni Innsbruck seit der offiziellen Erffnung der Fakultt fr Bauinge-nieurwissenschaften und Architektur 1970 die Mg-lichkeit, technische Fcher auf universitrem Niveau zu studieren. Das Studien-angebot wurde und wird weiter ausgebaut.

    Die Uni Innsbruck setzt weitere Schwerpunkte in technischen und techniknahen Wissenschaftszweigen. Dadurch genieen junge Menschen in Tirol eine hochqualitative Ausbildung, die neuen Technologie -Entwicklungen Rechnung trgt .

    Hightech-Studien in Tirol

    Seit Forscher den Tunnelbau und die Errichtung von Kraftwerken bei der Entwicklung der Infra-struktur im alpinen Raum wissen-schaftlich begleitet haben, sind die technischen Wissenschaften ein fester Bestandteil im Innsbru-cker Fcher kanon. Zur Jahrtau-sendwende wurde dieser um eine vllig neu strukturierte Informa-tikausbildung erweitert. Neben Bau- und Umweltingenieurwis-senschaften, Informatik, Mate-rial- und Nanowissenschaften,

    Physik und Mathematik setzt die Universitt Innsbruck nun weitere Schwerpunkte in den Bereichen Mechatronik, Materialwissen-schaft und Werkstofftechnik so-wie Computational Engineering, dem Zusammenspiel von Infor-matik, Mathematik und Ingeni-eurwesen.

    Untersttzung von auenDas Land Tirol untersttzt

    diese Entwicklung durch die Finanzierung von zwei Stiftungs-

    professuren zu Fertigungstech-nik und zu Maschinenelementen und Konstruktionstechnik. Der Hrimplantate-Hersteller Med-El finanziert eine weitere Stiftungs-professur und frdert Forschung und Lehre im Bereich Mikro-elektronik und implantierbare Sys-teme. Dadurch knnen wir jun-gen Menschen in Tirol nun eine umfassende und hochqualitative technische Ausbildung auf uni-versitrem Niveau bieten, freut sich Rektor Tilmann Mrk. Da-

    Informatik: Lebensbereiche mitgestalten

    C hristian Sillaber begeisterte sich schon zu Schulzeiten fr Spitzentechnologien, wes-halb er die HTL fr Elektro- und Informationstechnik besuchte. Nach der Matura entschied sich der Innsbrucker fr ein Infor-matikstudium. Die sehr guten Betreuungsverhltnisse im In-formatik-Studium und das breit gefcherte Angebot waren fr mich ausschlaggebend, an der Universitt Innsbruck zu studie-ren, begrndet Christian seine Wahl. Im Bachelorstudium lern-te er die Grundlagen der Infor-matik, im Masterstudium spezi-alisierte er sich in den Bereichen IT-Sicherheit und Requirements Engineering. Wissenschaft und Praxis halten sich im Studium die Waage, sagt Sillaber und er-gnzt: Praktika sind im Studien-plan zwar nicht enthalten, aber fr den eigenen Fortschritt wich-tig. Hier war ich in meiner Wahl flexibel und konnte so mein fun-diertes universitres Know-how

    im In- und Ausland anwenden. Die Erwartungen, die er ins Stu-dium gesetzt hatte, wurden er-fllt: Kaum ein Studium bietet so viele Chancen wie das Infor-matik-Studium. Nahezu alle Be-rufsfelder stehen einem offen, ob in der Forschung, im Finanz-wesen oder in der Industrie. Als InformatikerIn ist man Gestal-terIn in den verschiedensten Lebensbereichen. Ob er nach Abschluss seines PhD-Studiums weiter in der Wissenschaft t-tig sein wird, steht fr Christian noch nicht fest. Er kann sich sowohl eine akademische Lauf-bahn als auch den Einstieg in die Wirtschaft vorstellen.

    Christian Sillaber, PhD-Student der Informatik. Foto: Eva Fessler

    Bauingenieurwesen: Umworbene Bauspezialisten

    Johanna Hauswurz bereitet sich gerade auf die Verteidigung ihrer Doktorarbeit vor. Sie stu-diert Bauingenieurwissenschaf-ten im 14. Semester und ist mit der Wahl ihres Studiums zufrie-den. Sie beobachtet, dass heute rund ein Viertel der Studierenden weiblich ist als sie ihr Studium begann, waren bedeutend we-niger Frauen in ihrem Studien-gang. Das gesteigerte Interesse liegt mitunter an den vielfltigen Ttigkeitsbereichen, die nach dem Studium offenstehen, ver-mutet die begeisterte Technikerin. Absolventinnen und Absolventen der Bauingenieurwissenschaften sind am Arbeitsmarkt stark um-worben. So ist Johanna Hauswurz bereits ein Arbeitsplatz in einem Unternehmen, das sich auf Spe-zialtiefbau spezialisiert hat, sicher. Ausschlaggebend fr ein Studi-um in Innsbruck war fr sie nicht nur die einzigartige Mischung aus Studenten- und Alpenmet-ropole, sondern auch die Nhe

    zu ihrem Wohnort. Nach einer theoretischen Einfhrungspha-se, in der etwa Grundlagen der Mathematik, Mechanik und Fes-tigkeitslehre vermittelt wurden, standen vertiefend Theorie im Stahl- und Betonbau auf der Ta-gesordnung. Das in der Theo-rie gelernte Wissen konnte ich hauptschlich in verschiedensten Praktika umsetzen. Diese whlte ich frei aus, manche von ihnen wurden auch von der Uni an-gerechnet. Viele Studierende der Bauingenieurwissenschaften sammeln Erfahrungen im Aus-land. Hierbei profitieren sie von den guten Kontakten der Univer-sitt Innsbruck zu Hochschulen in aller Welt.

    Johanna Hauswurz, knftige Dok-torin der Technik. Foto: Die Fotografen

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 21

    Mechatronik: Studieren und experimentieren

    Fr Mathematik, Mechanik, Elektronik und Technik haben sie sich beide schon immer inte-ressiert, erzhlen die Mechatro-nik-Studenten Stefan Mair und Christof Happ. Ihr Studium be-schreiben sie als Fusion von Ma-schinenbau und Elektrotechnik, in dem sie Know-how in den Be-reichen Mechanische Physik und Elektrotechnik erwerben. Sowohl Stefan Mair als auch Christof Happ studierten, bevor sie sich fr Mechatronik entschieden,

    andere Fcher. Whrend Stefan berichtet, dass er mit mehr als 1000 Studierenden in Lehrveran-staltungen sa, fehlte Christof das Technisch-Spielerisch-Ma-thematische. Gemeinsam mit 25 StudienkollegInnen absolvie-ren Stefan und Christof nun das Mechatronik-Studium, das von der UMIT in Kooperation mit der Universitt Innsbruck angeboten wird. Sie genieen die Vorteile einer Privat-Uni ebenso wie die Mglichkeiten einer Voll-Univer-sitt. Wenn sich einmal einer von uns nicht auskennt, knnen wir nachfragen, sogar Nachhil-fe wird angeboten, schwrmen sie. Das Studium beschreiben beide als praxisorientiert, man

    experimentiert im Hightech-La-bor und sammelt Erfahrungen bei frei whlbaren Praktika. Ob sich die beiden nach dem Ba-chelor- im Masterstudium weiter

    spezialisieren wollen oder in die Berufswelt einsteigen, wissen sie derzeit noch nicht. Die Nachfra-ge nach Mechatronik-ExpertIn-nen ist jedenfalls gro.

    Christof Happ und Stefan Mair, Mechatronik-Studenten der Informatik in Innsbruck. Fotos: Daniel Sailer

    rber hinaus hilft das nicht nur dem Universitts-, sondern auch dem Wirtschaftsstandort, da das entstehende Know-how die eta-blierten Unternehmen unterstt-zen, Unternehmensgrndungen anstoen und damit hochqua-lifizierte Arbeitspltze schaffen wird.

    Mechatronik-OffensiveNeben den schon bestehen-

    den Angeboten bietet die Univer-sitt Innsbruck in Zukunft auch eine durchgngige Ausbildung in Mechatronik. Dieses Gebiet fasst alle Anstze und Techniken zur Entwicklung von Systemen, Ver-fahren, Gerten und Produkten zusammen, in denen die wesent-lichen Eigenschaften durch Inte-gration und Interaktion von me-chanischen, elektronischen und informationsverarbeitenden Kom-

    ponenten erzielt werden. Die uni-versitre Mechatronik-Ausbildung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Universitt Innsbruck und der Privatuniversitt UMIT in Hall in Tirol. Damit ist es in Zu-kunft mglich, durchgngig ein universitres Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium im Bereich Mechatronik zu absolvieren. Im Masterstudium Mechatronik sind folgende Themen-Vertiefungen

    geplant: Domotronik (Universitt Innsbruck), Industriemechatro-nik und Werkstoffwissenschaften (Universitt Innsbruck) und Bio-medizinische Technik (UMIT).

    [email protected] [email protected]

    WEITERE INFORMATIONENhttp://soundcloud.com/uni innsbruck/unikonkrethightechstudien

    An der Uni wird in Zukunft eine umfassende und hochqualitative technische Ausbildung auf universitrem Niveau geboten. Foto: istockphoto.com

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 22

    Zwei herausragende Vertreter der sterreichischen Quantenphysik wurden in diesen Tagen 60 Jahre alt: Rainer Blatt und Peter Zoller. ber 100 international fhren-de Forscherinnen und Forscher gratulierten , darunter vier Nobel-preistrger: Eric Cornell, John Hall, William D. Phillips und Theodor Hnsch.

    Quantenphysiker Zoller und Blatt feierten

    Anlsslich des fnfjhrigen Be-stehens von unicom zog der Direktor der Volkshochschule, Mag. Ronald Zecha, bei einem Festakt Bilanz: Vor fnf Jah-ren wurde von Universitt und Volkshochschule die Bildungs-partnerschaft Tirol gegrndet. Mittlerweile gibt es neben den Vortrgen vier Fhrungen, drei-zehn Kurse acht davon im Studium generale und eigene Veranstaltungen fr Kinder. Seit 2008 konnte unicom 3700 Teil-nahmen verzeichnen. Die Idee, die Welt der Wissenschaft auch fr jene zu ffnen, die sonst nur schwer einen Zugang fnden, ist aufgegangen.

    Auszeichnung fr Kooperation zwischen Unis

    Peter Zoller und Rainer Blatt feier-ten. Foto: Uni Innsbruck

    Die Innsbrucker Betriebs-wirtschaft zhlt zu den 25 besten Fakultten im deutschsprachigen Raum.

    Die Fakultt fr Betriebswirtschaft der Uni Innsbruck belegt im Ran-king der deutschen Wirtschaftszei-tung Handelsblatt den 13. Platz. Sie zhlt damit zu den 25 besten betriebswirtschaftlichen Fakultten im deutschsprachigen Raum. s-terreichweit liegt sie auf Platz 3. Nicht nur in der Gesamtwertung, sondern auch in weiteren Kate-gorien sind die Innsbrucker vorne dabei.

    Seit der ersten Auflage des Ran-kings ist die Fakultt fr Betriebs-wirtschaft der Universitt Inns-bruck von Platz 17 auf Platz 13 vorgerckt. Darber hinaus sind die Innsbrucker Forscherinnen und Forscher auch in den Katego-rien Top 250 Forscher Lebenswerk, Top 100 Forscher (Publikationen seit 2008) und Top 100 Forscher unter 40 Jahren stark vertreten. Ein Grund zur Freude fr Dekan Alb-recht Becker: Wir haben in den

    letzten Jahren hart gearbeitet. Ich glaube, dass sich damit unsere kla-re strategische Schwerpunktset-zung seit 2008 bezahlt gemacht hat, freut sich Becker.

    In der Liste der Top 250 Forscher Lebenswerk finden sich drei Wissen-schaftler der Fakultt: Kurt Matzler, Johann Fller und Michael Kirchler. Unter den Top 100 Forschern (Pu-

    blikationen seit 2008) belegen Jo-hann Fller Platz 33 und Michael Kirchler Platz 55.

    Gleich fnf lnnsbrucker Be-triebswirtinnen und -wirte zhlen zu den Top 100 Forschern unter 40 Jahren: Michael Kirchler, Jrgen Huber, Julia Brandl, Nicola Stok-burger-Sauer und Martin Mess-ner.

    Betriebswirte top beim Handelsblatt-Ranking

    Die Fakultt fr Betriebswirtschaft der Uni Innsbruck zhlt zu den Top 25 im deutschsprachigen Raum. Foto: Uni Innsbruck

    Der Jubilumsfonds der Medizi-nischen Universitt und der Uni-versitt Innsbruck frdert wissen-schaftliche Kooperationsprojekte. Im Rahmen eines Festaktes wur-den zwei Teams ausgezeichnet: Das Team um ao. Univ.-Prof. Dr. Nicolas Singewald vom Ins- titut fr Pharmazie (Abteilung Pharmakologie) der Universitt Innsbruck und ao. Univ.-Prof. Dr. Gerald Zernig von der Abteilung fr Experimentelle Psychiatrie der Medizinischen Universitt Inns-bruck forscht zur fatalen Wech-selwirkung zwischen Drogen und Angst.

    Das zweite Team unter der Lei-tung von Petronel Tuluc, PhD, vom Institut fr Pharmazie (Abtei-lung Pharmakologie) der Univer-sitt Innsbruck und Univ.-Prof. DI Dr. Zlatko Trajanoski von der Sek-tion fr Bioinformatik vom Bio- zentrum der Medizinischen Universitt Innsbruck beleuch-tet Ursachen von Diabetes.

    Uni und VHS feiern fnf Jahre unicomIn Kooperation mit den Pdago-gischen Hochschulen und den

    Landesschulrten hat es sich die Uni Innsbruck zur Aufgabe ge-setzt, fr eine adquate Aus- und Weiterbildung der PdagogInnen zu sorgen. Ein breites Angebot an Unterrichtsfchern auf hohem Niveau soll in Zukunft die Lehre-rInnenbildung an der School of Education auszeichnen. Die neue eigene Fakultt bndelt Leh-re und Forschung in fachdidak-tischen, schulpdagogischen und schulpraktischen Ausbildungs-elementen. So sollen knftige Lehrpersonen die erforderlichen Voraussetzungen fr die Unter-richtsttigkeit und erfolgreiche Gestaltung der Bildungsprozesse an Schulen erwerben. In den

    nchsten Jahren wird die School of Education mit weiteren Stellen, insbesondere in der Fachdidaktik, verstrkt. Ziel ist es, die School of Education als Aus- und Weiterbil-dungssttte fr Lehramtsstudieren-de und LehrerInnen zu etablieren.

    Lehramt: Auftakt der School of Education

    Motivierte und leistungsorientier-te Lehrerinnen und Lehrer sind der Schlssel zum Bildungserfolg unse-rer Jugend. Foto: Uni Innsbruck

  • Dienstag, 16. Oktober 2012 23

    Bereits seit zehn Jahren bietet die Junge Uni Innsbruck span-nendes Programm und lsst da-mit keine Langeweile in den Sommerferien aufkommen. In insgesamt 28 Kursen forschten WissenschaftlerInnen verschie-denster Disziplinen gemeinsam mit ber 450 Kindern und Ju-gendlichen und lsten knifflige Fragen und Aufgaben. Aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen hatten die Gelegenheit, an der Universitt Forschung hautnah zu erleben, sondern auch die ganze Familie konnte zwei Mal in ffentlichen Parks in die Welt der Wissenschaft schnuppern. MitarbeiterInnen der Institute fr Astrophysik und Architektur boten ein spannendes Mitmach-programm fr Gro und Klein.

    Zehn Jahre Junge Uni

    Ursula Moser, Leiterin des Zent- rums fr Kanadastudien, erhlt als erste sterreicherin den Ordre des francophones dAmrique. Der renommierte Orden wird vom Conseil de la langue franaise du Qubec an Personen verliehen, die sich besonders um den Erhalt und die Entfaltung der Sprache des franzsischen Amerikas ver-dient gemacht haben. 30 Jahre im Dienst der Frankophonie mit besonderem Fokus auf der Fran-kophonie in den Amerikas , so sieht eines der Resmees des be-ruflichen Lebens von Univ.-Prof. Dr. Ursula Moser aus. Als Aner-kennung ihres unermdlichen Einsatzes wurde ihr am 26. Sep-tember als erster sterreicherin im Parlament von Qubec der Or-dre des francophones dAmrique verliehen.

    Hohe Ehrung fr Ursula Moser

    Ursula Moser (3. v. l.) bei der feierli-chen Verleihung. Foto: Franois Nadeau

    An die 500 Frauen und Mnner haben sich bisher in Tirol und Vorarlberg bei Opferschutzstel-len mit Beschwerden ber Ge-walt- und Ausbeutungspraktiken in frheren Erziehungsheimen ge-

    meldet. Bislang nahm die zeitge-schichtliche Befassung mit Heim-erziehung und Jugendfrsorge in den Erziehungswissenschaften eine Randstellung ein. Nun wur-de ein Team unter Leitung von

    Prof. Michaela Ralser am Institut fr Erziehungswissenschaft mit der Aufarbeitung des Themas be-auftragt. Geplant ist auch eine in-ternationale Tagung am 7. und 8. Dezember an der Uni Innsbruck.

    Heimgeschichte im Fokus der Forscher

    Im Rahmen der diesjhrigen Sommerbetreuung des Kin-derbros fand unter ande-rem ein Ausflug ins Planeta-rium Schwaz statt.

    Gemeinsam mit dem BetreuerIn-nen-Team und unter fachkundiger Begleitung der Vizerektorin fr Forschung, Astrophysikerin Sabine Schindler, gingen die Kinder fol-genden Fragen nach: Warum ndert der Mond stndig seine Gestalt? Was sind das fr dunkle Flecken auf dem Mond, die ihn aussehen lassen, als htte er ein Gesicht? Selbst die renommier te Astrophysikerin konnte an diesem Vormittag noch Neues dazulernen: Das Sternenschaf, das mit seiner Wolle tglich die Sterne blitzblank poliert, war ihr in ihrer bisherigen wissenschaftlichen Karriere nmlich

    noch nie begegnet. Ob es daran lag, dass der Ausflug im Rahmen der Es war einmal . . . Mrchenwo-che stattfand? Vermutlich, denn anschlieend wurde die Grup-pe in das vom Mond beschtzte Zauberriff Kaluokahina entfhrt. Neben der Mrchenwoche wur-

    den in der Kochwoche Nudeln fabriziert, in der Zauberwoche magische Fhigkeiten erprobt, ei-ne Woche lang der Faszination des Theaters nachgesprt, die Welt des Dschungels entdeckt und mit Vizerektor Wolfgang Meixner alte Kulturen erforscht.

    Kompetent begleitet zum Sternenschaf

    Besuch in der Sternwarte mit Vizerektorin Schindler (r.). Foto: Uni Innsbruck

    Informiert in den StudienalltagInformiert ins Studium bot auch heuer wieder an zwei Tagen insgesamt 2700 Erstsemestrigen Infos zum Studienbe-ginn. Bei gefhrten Campustouren etwa konnten die verschiedenen Standorte der Uni Innsbruck erkundet, die Uni- und Landesbibliothek kennen gelernt und erste Campusluft geschnuppert werden. Bei Info-Points an den Uni-Standorten halfen Studierende und MitarbeiterInnen der Universitt den Neo-Studierenden durchs Uni-Labyrinth. Foto: Eva Fessler

  • 16. Oktober, 19 UhrStrache Im braunen SumpfBuchprsentation und Diskussion mit Autor Hans-Henning Schar-sach sowie Lisa Gensluckner, Reinhold Grtner und Heribert Schiedel. Veranstaltet vom Insti-tut fr Zeitgeschichte in Kooperation mit dem Zentrum fr MigrantInnen in Tirol und dem Institut fr Politikwissen-schaft.Ort: Universittshauptgebude, Innrain 52, Aula, 1. Stock

    24. Oktober, 19.30 UhrLebensmittel im Abfall. Von der Verwendung zur VerschwendungVortrag und Diskussion mit Felicitas Schneider, Annemarie Morbach und Heribert Insam. Tglich werden unzhlige ge-niebare Lebensmittel weltweit weggeworfen. Der vom Arbeits-kreis Wissenschaft und Verant-wortlichkeit organisierte Vortrag gibt einen Einblick in die Thema-tik und erklrt die Auswirkungen. Mehr Information: http://bit.ly/PWtmvuOrt: Campus SoWi, Universi-ttsstrae 15, Hrsaal 2, 6020 Innsbruck

    25. Oktober, 19 UhrNofretete Entdeckung der schnen KniginVortrag von Lars Petersen ber

    die vor 100 Jahren von deut-schen Archologen entdeckte, berhmte Nofretete-Bste. Bis heute bt die Ehefrau des Pharaos Echnaton eine groe Faszination aus. Der Vortrag zeichnet u. a. ein archologisch fundiertes Bild von Grabung und Fundkontext.Ort: Archologisches Museum Innsbruck im Zentrum fr Alte Kulturen, Langer Weg 11

    29. Oktober, 20 UhrIch hie Sabina Spielrein. Filmvorfhrung und Diskussion ber Leben und Person der Psychoanalytikerin Sabina Spiel-rein. Veranstaltung des Instituts fr Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung (PsyKo) im Rahmen der Vor-tragsreihe Die Vergessenen der Psychoanalyse. Info im Netz: http://www.uibk.ac.at/psyko/Ort: PsyKo, Schpfstrae 3, Hrsaal im Parterre

    29. Oktober, 18 Uhr Die sterreichische Migration nach KanadaErffnung der gleichnamigen Ausstellung, die von Franz A.J. Szabo kuratiert wird, der auch den Festvortrag halten wird. Veranstaltung zum 15. Geburts-tag des Zentrums fr Kanada-studien.Ort: Bruno-Sander-Haus, Innrain

    52, Ausstellungsraum im Par-terre

    31. Oktober, 10 UhrSchule trifft Uni an der Rechts-wissenschaftlichen FakulttErste von drei Infoveranstal-tungen: SchlerInnen, die sich fr das Studium der Rechts-wissenschaften oder des Wirt-schaftsrechtes interessieren, sind herzlich zu Probevorlesungen eingeladen. Ort: Universittshauptgebude, Innrain 52, Aula, 1. Stock

    8. und 9. November, jeweils ab 9.30 UhrFallgeschichte(n) als Narrativ zwischen Literatur und WissenVortrge im Rahmen der gleich-namigen Tagung, die vom Insti-tut fr Germanistik organisiert wird. Sptestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird mithil-fe von Fallgeschichten neues Wissen generiert, in Anthropo-logie und Psychologie genauso wie in Rechtswissenschaft und Medizin. Ort: Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Strae 5, 10. Stock

    13. November, 19 UhrSorge(n) um die SeeleIn der 26. Gender Lecture spricht Maria Heidegger ber religisen Wahn, Identitt und Individua-lisierungsweisen im Kontext der

    skularisierten psychiatrischen Anstalt in Tirol 18301870. Der Vortrag wird von der For-schungsplattform fr Geschlech-terforschung der Uni Innsbruck organisiert.Ort: Campus SoWi, Fakultts-sitzungssaal, 3. Stock Ost

    21. November, 18 UhrGesprche mit Umberto Eco aus drei JahrzehntenBuchprsentation organisiert vom Italienzentrum: Der Wissen-schaftler Thomas Stauder stellt sein Buch Gesprche mit Um-berto Eco aus drei Jahrzehnten vor, in dem er einen seltenen Einblick in das Privatleben des italienischen Gelehrten und Romanciers gewhrt. Ort: Claudiasaal, Herzog-Fried-rich-Strae 3/II, 6020 Innsbruck

    21. November, 19 Uhr Musik und Nazismus in Tirol Erffnungsabend zur gleichna-migen Tagung am 22. No-vember mit Einfhrung in die Thematik und Hrbeispielen. Geschnt, umgeschwindelt, verflscht: Verstrickungen in den Nationalsozialismus werden in den Biographien der Sulen-heiligen der Musik in Tirol nach wie vor gerne verschwiegen.Ort: Buchhandlung Thalia, Museumstrae 4, 6020 Inns- bruck

    veransta l tungst ipps

    wissenswert1_161012wissenswert2_161012wissenswert3_161012wissenswert4_161012wissenswert5_161012wissenswert6_161012wissenswert7_161012wissenswert8_161012wissenswert9_161012wissenswert10_161012wissenswert11_161012wissenswert12_161012wissenswert13_161012wissenswert14_161012wissenswert15_161012wissenswert16_161012wissenswert17_161012wissenswert18_161012wissenswert19_161012wissenswert20_161012wissenswert21_161012wissenswert22_161012wissenswert23_161012wissenswert24_161012