vorarlberger jagdzeitung september-oktober 2012

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Vorarlberger Rehwildtag 2012, Ganzjährige Schonzeit für Jägerohren, L wie Lurche, Brüche - die Zeichensprache der Jäger, 50-Jahr-Jubiläum Jagdhornbläsergruppe Bludenz, Bewegungsjagd auf Schalenwild, Jagdhunde

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  • VorarlbergerSe

    pt./O

    kt. 2

    012

    Vorarlberger JgerschaftJagdJagd

  • 2 Inhalt Vorarlberger Jagd

    TitelbildMankei, Murmel, Murmile, Burmenta das alpenmur-meltier. Foto: Patrick Sly

    Impressum Anzeigenmarketing: MEDIa-tEaM GesmbhInterpark FOCUS 36832 Rthis tel. 05523 52392 - 0 Fax 05523 52392 - 9office@media-team.at

    redaktion: Verantwortliche RedakteurinMag. Monika Dnz-Breumonika.doenz-breuss@vjagd.at

    Bezirk BregenzOSR BJM-Stv. Roland Moosroland.moos@vjagd.at

    Bezirk DornbirnMag. Karoline von Schnbornkaroline.schoenborn@vjagd.at

    Bezirk FeldkirchChristian ammannchristian.ammann@vjagd.at

    Bezirk Bludenzakad. Jagdwirtin Caroline Egger-Batliner, jagd@dsl.li

    medieninhaber und Herausgeber: Vorarl berger Jgerschaft Markus-Sittikus-Strae 206845 hohenemstel. 05576 74633Fax 05576 74677info@vjagd.at www.vjagd.at

    ffnungszeiten der Geschftsstelle:Montag - Donnerstag von 08.00 bis 12.00 UhrFreitag von 13.00 bis 17.00 Uhr

    erscheinungsweise: 6x jhrlich (jeden 2. Monat)

    Hersteller: Vorarlberger Verlagsanstalt Gmbh, a-6850 Dornbirn, Schwefel 8, www.vva.at

    PEFC zertifiziertDieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirt-schafteten Wldern und kontrollierten Quellen. www.pefc.at

    Aktuell 7 Steinadler-Monitoring 12 Ganzjhrige Schonzeit fr Jgerohren teil 1 14 Mariazeller Erklrung 34 Blick in die hegegemeinschaft 1.2 35 Blick in die hegegemeinschaft 2.1 40 Verein Grnes Kreuz 48 50-Jahr-Jubilum der Jagdhornblsergruppe Bludenz 62 ausschreibung Schutzwaldpreis 2012

    Wildbiologie 4 Vorarlberger Rehwildtag 2012 8 Die Jagd auf das Murmeltier 18 Ftterung einmal anders betrachtet 22 Rotwildbesenderung und -markierung im Rtikon

    Rubriken 16 Jagd & Recht 26 Jagd & tradition: Brche die Zeichensprache der Jger 29 Jagdaufseher: Steinwildkolonie Braunarl Rote Wand Weiterbildungsveranstaltungen 36 Das kleine Wildtierlexikon: l wie lurche 38 Geschftsstelle 44 Bcherecke 56 Veranstaltungen

    Waffe & Schuss 30 Waffe & Schuss: Schnell gezielt 31 lM im Jagdlichen trap, Kombinationswertung 32 berle-Kanisfluh Jagdschieen

    Jgerschule 32 Schuljahr 2012/13

    Jagdhunde 50 Bewegungsjagd auf Schalenwild 52 neuer Klubmeister Klub Vorstehhunde Vorarlberg Jagdhunde chippen und registrieren 54 Erfolgreiche anlageprfung ober der Erde

    Jagd 24 Rotwildbesenderung und -markierung Rtikon Erfahrungsaustausch mit unseren nachbarn 28 Erfolgreiche Weiterbildungsveranstaltung Im Mellental, da lsst es sich gut feiern 42 aufruf der Vorarlberger Jgerschaft 43 Weidwerk im Wertewandel Int. Jagdkonferenz 49 albino Rehkitze im GJ Revier Mggers 60 hegeabschuss Gamsgei Jagdwirt V in Oberlech

    Jgerinnen & Jger 57 nachruf / Geburtstage 58 abwurfstangenschau auf der alpe Gaudenza

    alpmesse Gulm 59 hurra, die Gams! 61 Wald und Wild sind einen Erlebnistag wert Mit der Jgerin im Bergwald unterwegs 62 aus vergangenen Zeiten: tdlicher Jagdunfall

    Jgermord im Gamperdoner Salarueltal nachtrag

    12

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    54

    61

  • 3JaGDseptember / Oktober 2012

    LIebe JgerInnen und Jger

    schulterschluss

    scHusszeITen Im sepTember und OkTOber 2012

    In den monaten september und Oktober 2012 darf in Vorarlberg folgendes Wild erlegt werden:

    rotwild:hirsche der Klasse I und IIbhirsche der Klasse IIISchmaltiere, nichtfhrende tiere und Schmalspieerfhrende tiere und KlberSchmaltiere und Schmalspieer (Randzone)tiere und Klber (Randzone)rehwild:mehrjhrige Rehbcke (bis 15.10.)Schmalgeien, Bockjhrlinge und nichtf. Geienfhrende Rehgeien und Kitzegamswild: Gamsbcke, Gamsgeien und Gamskitzesteinwild: Steinbcke, Steingeien und Steinkitze

    murmeltiere (bis 30.09.)schneehasen (ab 01.10.)dachse, Jungfchse, FchseHaus- oder steinmarderschneehhner (ab 01.10.)Fasane (ab 21.09.)ringeltaubenTrkentauben (ab 21.10.)Waldschnepfen (ab 11.09.)stock-, krick-, Tafel-, reiherentenblsshhner (ab 21.09.)LachmwenHckerschwne (bis 30.09.)

    ganzjhrig: Schwarzwild, Bisamratte, Marderhund, Waschbr

    lebensrume bilden eine Einheit mit ihren Bewoh-nern, mit allen Pflanzen und tieren, das gilt auch fr unsere Wlder mit den dort lebenden Wildtieren. Die enge Zusammenarbeit aller dafr Verantwort-lichen, Grundbesitzer, Forstleute und Jger, soll-

    te deshalb selbstverstnd-lich sein, gerade in einer Zeit mit einer immer na-turferneren Gesellschaft, mit teilweise schon fast unersttlichen anspr-chen an diese kosysteme und zunehmende Bedro-hung fr Vegetation und tierwelt.

    In einem historischen Schulterschluss haben die Reprsentanten der Forst-wirtschaft und der landes-jagdverbnde sterreichs ein gemeinsames Positi-onspapier fr Wald und Wild erarbeitet und es in einem symboltrchtigen akt in Mariazell unter-zeichnet. die mariazeller erkl-rung mit Begleittext finden sie auf den seiten 14-15.Manche nachbarn wer-den uns um diesen akt beneiden. Damit der Geist dieses Papiers auch umge-setzt und gelebt wird, sind wir alle gefordert, von der Basis bis zur Spitze. nie-mand erwartet, dass wir in Zukunft immer einer Meinung sind. aber der Wille zur Zusammenarbeit fr die gemeinsame Sache, die Diskussionskultur, das Konfliktmanagement wird

    mit Sicherheit anders, wird besser werden. als Vorarlberger landesj-germeister erlaube ich mir die Feststellung, dass wir in unserem Bundesland be-reits auf einem guten Weg sind. In diesem Sinne bitte ich alle um Untersttzung und danke fr die vertrauens-volle Zusammenarbeit.

    Mit einem krftigen Weidmannsheil,

    lJM Dr. Ernst albrich

    LJM Dr. Ernst Albrich mit LJM Bgm. Josef Brandmayr (O) und LJM KR Gnther Sallaberger (Wien) bei der Unterzeichnung der Ma-riazeller Erklrung.

  • Hubert Schatz

    am 30. Juni 2012 wurde von der Vorarlberger Jgerschaft, Fachausschuss fr Rehwild, eine Rehwildtagung in Ken-nelbach abgehalten. trotz wunderschnem Sommer-wetter folgten zirka 150 Per-sonen der Einladung in den Schindlersaal und erlebten interessante Vortrge von hochkartigen Referenten zu topaktuellen Fragen, wie Raumnutzung des Rehwildes im Jahreslauf, Mglichkeiten der lebensraumgestaltung bzw. Waldbewirtschaftung zur Minimierung von Wild-schden, auswirkung der abschusshhe auf die Reh-wilddichte sowie eine anre-gende abschlussdiskussion.

    Landesjgermeister dr. ernst Albrich verwies bereits in sei-nen einleitenden Worten auf die hohe anpassungsfhig-keit des Rehwildes, insbeson-dere auf seine Flexibilitt bei

    lebensraumvernderungen. trotz hufiger nderungen der abschuss- bzw. Bewirt-schaftungsrichtlinien in den vergangenen Jahrzehnten, wie Wahl- und Zahlabschuss, Klasseneinteilungen, Roter Punkt, Vorgaben von Min-dest- und hchstabschssen, Freihaltungen, Schwerpunkt-bejagungsgebiete, Futtermit-telempfehlungen, natrliche berwinterung etc. ist das Reh nachwievor die hufigste Schalenwild in sterreich wie auch in Vorarlberg. Scheinbar hat das Reh mit Frstern und Jgern weniger Probleme, als dies umgekehrt sehr oft der Fall zu sein scheint.

    Wildkologe dI Hubert schatz stieg genau in diese thematik ein und stellte an-hand der abschusszahlen von Rot-, Reh- und Gamswild den groen Gewinner Reh im Bundesland Vorarlberg dar. Whrend die abschussent-wicklung beim Gamswild

    eine abnehmende tendenz aufweist, beim Rotwild mit ausnahme der vergangen Re-duktionsjahre landesweit ge-sehen relativ gleichbleibend ist, ist beim Rehwild eine deutlicher anstieg festzustel-len, was eindeutig auf eine Zunahme der Rehwildbe-stnde schlieen lsst. trotz der anordnung von Freihal-tungen und Schwerpunkt-bejagungen sowie Erhhung der allgemeinen abschuss-vorgaben scheint das Reh nur in wenigen Regionen des landes mit einem gravieren-den Bestandesrckgang, sehr wohl aber mit einer auffal-lenden abnahme des Durch-schnittsalters zu reagieren. Whrend vor 50 Jahren we-sentlich mehr Bcke als Gei-en im land erlegt und kaum Kitze geschossen wurden, wird seit mehr als drei Jahr-zehnten die Drittelparitt angestrebt und mittlerweile mehr Geien als Bcke den Populationen entnommen. Die Winterftterung des Reh-wildes in den Bergregionen hat stark zur rumlichen aus-breitung des Rehwildes im land gefhrt. Schatz sieht auf Grund der Waldentwicklung mit hheren sungs- und De-ckungsmglichkeiten in den Waldbestnden sowie der all-

    gemeinen Klimaentwicklung und damit zusammenhn-genden Zunahme des laub-waldes eine aussichtsreiche Zukunft fr das Rehwild in Vorarlberg, gleichzeitig je-doch schwierigere Bejagungs-bedingungen fr den Jger. In tieferen und mittleren h-henlagen wird knftig mehr der Waldjger gefragt sein, denn Rehe werden immer weniger auf Freiflchen zu sehen sein. Eine bessere Zu-sammenarbeit von Waldbe-sitzer, Frster und Jger wird daher noch wichtiger wer-den. In den hochlagen wird die Rehwilddichte hingegen klar vom berwinterungs-management abhngig sein. Dort wo Ftterungen gnz-lich gestrichen, wird auch das Rehwildvorkommen deutlich abnehmen, so Schatz.

    univ. prof. dr. klaus Hack-lnder von der Universitt fr Bodenkultur Wien stellte am Beispiel zweier konkre-

    Vorarlberger rehwildtag 2012zusammenfassung der beitrge und resmee

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  • 5september / Oktober 2012 WIlDBIOlOGIE

    ter Forschungsreviere in der Obersteiermark die Wechsel-wirkung zwischen lebens-raumstruktur, Winterft-terung, Bejagung und dem Rehwild dar. Mit hilfe von besenderten und markierten Stcken werden das Raum-Zeitmuster des Rehwildes sowie die Entwicklung von Bestandesdichte und Kper-gewicht/trophe untersucht. Mit speziellen wissenschaftli-chen Methoden konnte nach-gewiesen werden, dass in den betroffenen Revieren doppelt so viele Rehe leben als dies Bestandesschtzungen durch das Revierpersonal sowie die abschussrckrechnungen ergaben. Die Ftterung hat weder auf das Wildbret noch auf die trophe positive aus-wirkungen. Die Streifgebiet