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  • Typo Freiheit

    Gestaltung: Benjamin Schmitt

    Semester : XX2

    Lazi Akademie 2010

  • 2

  • Novamono Type

    Times New Roman

    Akka

    Seiten 1/2

    Seiten 3/4

    Seiten 5/6

    Seiten 7/8

  • 1 an hat es als den entscheidenden Unterschied zwischen dem naturgesetzlich berechenbaren Gesche-hen und dem seelischen Leben bezeichnet, dass in jenem nichts im eigentlichen SinneNeues geschehe; denn es sei nur ein Hin- und Herschieben unvernderlicher Quanten von Energie und Masse, jeder Zustand sei in dem vorhergehenden schon virtuell enthalten und die Berechenbarkeitdes spteren aus dem frheren setze eben voraus, dass jener nicht durch irgend etwas in diesem nicht enthaltenen zustande gekommen sei. Dagegen sei es absolut unmglich, innerhalb des fortschreitenden Lebens mit Sicherheit zu wissen, was wir im nchsten Augenblick denken oder tun werden.Denn ein jeder solcher ist schpferisch, er erzeugt etwas, was nicht nur eine Kombination des schon Vorhandenen ist, und deshalb auch aus ihm nicht berechenbar, sondern erst wissbar, wennes da ist. Da es nun der G. (Geschichte) aufgegeben ist, das lebendig-seelische Geschehen zu erkennen und zwar ein jedes grade in und aus dem Zusammenhange mit Vorangegangenem, so fordertihre Theorie die Lsung des Problems, das sich aus dem Nebeneinander jenes angeblichen Unterschiedes und dieser Aufgabe ergibt. Und da die letztere sich ja doch als eine Umbildung jenes unmittelbar und schpferisch Erlebten in eine rein erkenntnismssige Form erfllt, so knnte jener Charaktergegensatz zwischen Mechanis-mus und Leben eine neue Mglichkeit geben, die G. in der Skala der theoretischen Kategorien festzulegen.Dafr fordert die behauptete Orientierung nach Tatschlichkeit oder Ausschluss des Neuen eine fundamentale Prfung.

  • 2Ein gewolltes menschliches Tun, insofern es unmittelbares Bewusstsein des Handelnden ist, steht im Zeichen der Freiheit.Ich halte es fr eine Pervertierung dieses Bewusstseins durch nachtrgliche theoretische berle-gungen, wenn man unter Wollen berhaupt etwas anderes als frei Wollen versteht.Was wir Zwang nennen, besagt immer nur, dass wir uns fr die eine Seite einer Alternative entscheiden, deren andere zu ergreifen nicht absolut ausgeschlossen wre, wenn wir nur den Preis bezahlen wollten, den eben diese andere Entscheidung fordert. Nur dass gewisse Preise gem den normalen Wert-skalen sozusagen gar nicht in Betracht kommen, scheint uns die entsprechenden Bettigungen der Freiheit a priori auszuschlieen und konstituiert damit die sogenannte Zwangslage.

    Als Ausnahme muss man nur die Flle der vollstndigen Suggestion und jener Inspiration zugeben, in denen der Mensch sich als bloes Werkzeug einer berempirischen Macht vorkom-mt. Aber grade in diesen fhlt er seinen Willen ja auch ausgeschaltet.Wenn die Seinswirkli-chkeit berhaupt als solche jenseits von Freiheit und Notwendigkeit steht, so gilt dies auch fr die Seinswirklichkeit des Willens. Allein es bietet sich hier wieder die typische Erscheinung, dass eine einfache Unmittelbarkeit, in eine dualistische Polaritt auseinandergehend, sich nun doch wesentlich fr die eine von derenSeiten entscheidet: die innere Qualitt des Wollens kann nur als Freiheit bezeichnet werden. Schon weil der Satz, dass unsere seelischen Akte notwendige sind, sich selbst widerspricht; denn dann wre dieses Urteil ja selbst notwendig, d. h. es musste gefllt werden, gleichviel ob sein Inhalt wahr oder irrig ist. Der Wille muss sich vielmehr frei entscheiden knnen, ob er den Ar-gumenten fr diNotwendigkeit oder denen fr die Freiheit beizutreten hat. Es ist die umfassende Freiheit des Willens berhaupt, die die Alternative zwischen Freiheit und Notwendigkeit als sekundren Gegenstzen umgreift, jenes dialektische Argument ist nur die nachtrgliche Theo-retisierung der Identitt von unmittelbarem Wollen und Freiheit.

    Zierbuchstaben:

    Italic vs Bold

    f fggmm

  • NovaMono a typeface for enthusiasts.German letter , which was requested by another member, has been

    added. Several other accented glyphs have also been created, and

    a few more have been tweaked. A typeface for enthusiasts created

    in 2010.

    3

    hrend es die erstere Bestimmung in seine unmittelbare innere Wirklichkeit hineintrgt, geht es innerhalb der theoretischen Erwgung in die zweite ber; wobei unter theoretischer Erwgung im allgemeinen die als naturwissenschaftlich bezeichnete gemeint ist. Zwischen Theorie berhaupt und Notwendigkeit berhaupt besteht ein tiefer Zusammen-hang; Kants Deutung der Kausalitt als einer Form des Vorstellens, durch die aus den dunklen Gegebenheiten des Sinnlichen das Erfahrungswis-sen gestaltet wird, ist einer der mglichen Ausdrcke oder eine Spezial-isierung dieser Beziehung.Ihre allgemeinere Fundamentierung drfte in der Scheidung des Seins der Weltinhalte von den Inhalten des Seins ge-funden werden. Fr das Sein als solches, fr die Tatsache, dass berhaupt eine Welt existiert, nden wir, nach der Art unseres Denkens, keine Not-wendigkeit; keiner unserer logischen oder empirischen Gesetzlichkeiten, Denkunumgnglichkeiten wre widersprochen, wenn statt des Seins das Nichts wre.

    Darum ist das Sein schlechthin irrational, ist der Typus, oder wenn man will die einzige Absolutheit des Irrationalen. Auch ist das Sein als sol-ches mit nichts verbunden, die Tatsache des Seins ist innerhalb unserer Begriffsbildung eine schlechthin isolierte, aus dem Sein eines Inhalts lsst sich, insoweit man nicht auf den Inhalt selbst achtet, weder vorwrts noch rckwrts auf irgendein anderes Sein schlieen. Keine Theorie kann das Sein durchdringen, es bleibt als eine unaufgelste Tatsache in ihr. Da es weder hergeleitet, noch zerlegt, noch zu hheren Einheiten zusammenge-setzt werden kann, so ist es berhaupt kein Gegenstand der Theorie, sondern nur des Erlebens. Unser Lebensprozess verluft in Verwebung mit Elementen, die, sobald diese Verwebung bewusst wird, als seiende gelten; aber wenn das Denken diesen Punkt erreicht hat, macht es Halt. Ausschlielich Inhalte - das Was des Seins - sind verbunden, und darum kann nur an ihrer Kette ein an dem einen haftendes Sein auf den andern fr uns begrei ich bertragen werden: ein Inhalt reicht es dem andern wie ein verschlossenes Gef. Wir mssen alle Inhalte als miteinander verbunden vorstellen, da wir unter der Voraussetzung leben, dass unsere Wirklichkeitswelt eine Welt ist und nicht mehrere, diskontinuierliche. Diese Verbundenheit macht den einzelnen im Sein be ndlichen Inhalt zu einem notwendigen und darum steht die Theorie, der das Sein unzugngig und die auf die Inhalte angewiesen ist, im Zeichen der Not-wendigkeit - wie die Praxis in dem der Freiheit.Allein von diesem Charakter der Theorie scheint mir das historische Erk-ennen eine Ausnahme zu bilden.

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  • NovaMono Not everyone needs a Serif Type. The eye likes corners and Edges we Love them....

    4

    Es handelt sich hier um die Form, in der ber den Widersprchen zwischen unseren letzten Seinskate-gorien die Mglichkeit eines Lebens - d.h. doch einer Einheit des Lebens - irgendwie anschaulich oder wenigstens ausdrckbar wird. Macht man mit der absoluten Stetigkeit alles Daseins wirklich Ernst, so verschwindet aus ihm die Kausalitt, denn die Verwendung von Ursache und Wirkung fordert einen Trennungsstrich, der zwar keine Lcke in dem Zeitverlauf der Geschehensreihe bedeutet, aber doch dies: je ein diesseits seiner liegendes Stck dieser Reihe und ein jenseits seiner liegendes wird zu einerEinheit geballt, derart, dass eine jede solche in sich einen strkeren Zusammenhalt hat, ihre Elemente unterein-ander entschiedener kontinuierlich sind, als es zwischen diesem Ganzen und dem zweiten Ganzen der Fall ist. Nun erst kann das eine Ursache, das andere Wirkung heien. Es wird dazu ja ein Zentrum erfordert, um das ein Phnomenkomplex gewissermaen kristallisiert und zu etwas relativ Bestndigem oder Sub-stantiellem oder unter einen Begriff Gefasstem wird.

  • 5wir denken uns jetzt das seelische Leben als die Ent-wicklung einer (im brigen unbezeichenbaren) Einheit, die sich in jedem Augenblick anders frbt, anders erfllt, anders orientiert, ein von den Sinnen zwar angeregtes aber von innen her getrie-benes organisches Wachstum, in dem kein Schritt zwischen Mo-ment und Moment, keine wirkliche, von vornherein bestehende Zusammenhanglosigkeit von Inhalt zu Inhalt mglich ist. Hier entwickelt sich Phase nach Phase, eine jede hervorgetrieben aus einer gnzlich unergrndeten inneren Dynamik, eine jede zwar dadurch bestimmt, dass diese Dynamik die frheren Phasen als ihre Ausdrcke durchlaufen hat; aber Kausalitt in einem fr uns gelu gen und belangvollen Sinne - Verknpfung einer Einzel-heit mit einer anderen, Erzeugen der einen durch Komplexe an-derer Einzelheiten nach allgemeinen Gesetzen - ist hier nicht zu nden, sondern, da man ihrer nicht entraten konnte, ver el man auf die einzige Mglichkeit ihrer Anwendung: Atomisierung des seelischen Lebens, Stauung seines kontinuierlichen Stromes zu einzelnen Vorstellungen, die, jeweils mit Eigenkrften geladen, ein mechanisches Spiel nach dem Schema Ursache und Wirkung auffhren - will man Kausalitt, so muss man auf Kontinuitt ver-zichten. Mit der Wechselwirkung verhlt es sich ebenso.Auch hier mssen feste Kristallisierungspunkte innerhalb des ieenden Geschehens sich entfalten. Eine gewisse Problema-tik des Kausalbegriffs aber wird vielleicht fr diese Anwendung seiner am anschaulichsten. Wo wir von Ursache und Wirkung sprechen, haben wir Stcke der Welt - Stcke in substantiel-ler oder dynamischer, begrif icher oder psychologischer Bedeu-tung gegeneinander abgegrenzt. Sie haben zwar einen gemein-samen Punkt, Linie, Flche des Aneinanderstoens, wo sich die Umsetzung der Energie vollzieht, aber diese Berhrungsstelle