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  • SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005

    Geographie

    (Leistungskurs)

    Einlesezeit: 30 Minuten Bearbeitungszeit: 300 Minuten

    Thema 1: Das Toshka-Projekt – Entwicklung durch

    Raumerschließung in der Anökumene? Thema 2: Ökosystem Mittelgebirge und nachhaltige

    Nutzung

  • 1 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    Thema 1: Das Toshka-Projekt – Entwicklung durch Raumerschließung in der Anökumene?

    Zahlreiche Fallstudien zeigen, dass der Mensch selbst immer wieder aktiv zum Wandel der

    Umwelt beiträgt, langfristig im Sinne einer Degradation zentraler Ressourcen, oft aber auch

    mit Versuchen, die nachhaltige Nutzung von Räumen zu garantieren. Zunehmend sind die

    ariden und semiariden Zonen Afrikas im globalen Kontext zu betrachten.

    (nach: Prof. Dr. M. Bollig, Universität Köln) Aufgabenstellung 1. Beschreiben Sie die Raumausstattung Ägyptens. Setzen Sie die Ergebnisse in

    Beziehung zu themenrelevanten Theorien und Modellen. 2. Analysieren Sie das Toshka-Projekt. Beziehen Sie Entwicklungsstrategien ein. 3. Leiten Sie Handlungsempfehlungen für das Toshka-Projekt ab, um dem Auftreten des

    Aralsee-Syndroms vorzubeugen.

  • 2 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    Material M 1 Strukturdaten von Ägypten

    Einwohner (in Mio., 2003) davon 94 % Muslime, 6 % Christen

    Fläche (in 1.000 km²) davon LNF (in %)

    74,7

    1.002 5

    Anteile am BIP (in %, 2001) Landwirtschaft Industrie Dienstleistungen

    17 33 50

    jährliches Bevölkerungswachstum (in %) 1980 2003

    2,8 2,1

    Anteil der Beschäftigten (in %) Landwirtschaft

    Industrie Dienstleistungen

    1980 46 30

    24

    2000 29 22 49

    BIP pro Kopf (in US-$) 1980 1990 2001

    1.290 2.390 3.520

    Analphabetenrate (in %) 1980 1990 2001

    61 53 44

    Import (in Mrd. US-$, 2001) Importprodukte:

    Nahrungsmittel 25 % Maschinen und Fahrzeuge 22 % Konsumgüter 18 %

    Export (in Mrd. US-$, 2001) Exportprodukte:

    Brennstoffe 40 % Halbfabrikate 18 % Nahrungsmittel 10 %

    16,44

    7,08

    Wasserdargebot pro Kopf (in m³) 1955 1990 2025 2050 (vgl. Deutschland 2002: 2.080 m3)

    2.385 1.046 605 502

    Auslandsverschuldung (in Mrd. US-$, 2001)

    29,2

    Straßen (in km) (davon 53 % Wüstenpisten)

    Schienen (in km) (vgl. Deutschland: 230.848 km Straße

    44.300 km Schiene)

    22.000

    4.300

    Ackerfläche (in 1.000 ha) 1970 1997 2000

    2.725 2.834 3.102

    künstliche Bewässerung* (in 1.000 ha) 1970 1997 2000

    * Bewässerung von Ackerland und Infrastruktur

    2.843 3.300 3.291

  • 3 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    Bevölkerungsentwicklung und Prognose (in Mio.) 1950 21,2 1970 33,6 1980 42,6 1990 56,7 1997 66,1 2000 70,5 2010 84,3 2020 97,3 2030 109,0 2040 119,0 Handelspartner Ägyptens

    Import Export

    10,5 % USA, 7,5 % Deutschland, 5,3 % Saudi-Arabien, 5,0 % Italien, 4,3 % VR China, 4,0 % Frankreich, 2,9 % Japan, 2,4 % Großbritannien

    9,2 % Italien, 8,3 % USA, 6,7 % Niederlande, 6,1 % Indien, 4,6 % Israel, 3,9 % Frankreich, 3,7 % Spanien, 2,6 % Deutschland

    Quellen: www.weltbevölkerung.de, Stand: 02.11.2003 CD-ROM „Wasser und Eis“, KLETT-PERTHES Gotha Der Fischer Weltalmanach auf CD-ROM 2004 Engelmann, R. u. a.: Mensch, Wasser!, Stuttgart 2000

    www.census.gov/cgi-bin/ipc/idbsum?cty=EG, Stand: 18.11.2003 www.destatis.de, Stand: 09.03.2004

    http://www.weltbev�lkerung.de/ http://www.census.gov/cgi-bin/ipc/idbsum?cty=EG http://www.destatis.de/

  • 4 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    M 2 Das Toshka-Projekt

    Bauzeit: 1997 – 2017 Höhe des Nasser-Stausees: 147 bis 182 m NN Höhe des Wüstenplateaus: 203 m NN (Toshka-Projekt) Hauptkanal „Sheikh Zayed“: 6 m tief, 30 m breit, betoniert, Kosten: 2 Mrd. € Wasserbedarf: 25 Mio. m3 Wasser pro Tag Umsiedlung: 3 Mio. Menschen, 18 Siedlungen entstehen neu Arbeitsplätze: pro ha Bewässerungsland: 4 Arbeitsplätze in der Landwirt- schaft; 8 – 10 Arbeitsplätze im Transportwesen, in der Verar- beitung der Erzeugnisse und in der Verwaltung Finanzierung: bisher 800 Mio. €, in den kommenden Jahren 62,3 Mrd. €

    Quelle: Praxis Geographie, Trockenraum Sahara, Heft 7-8/2001, S. 18 – 21

  • 5 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    M 3 Zeitungsartikel: „Projekt blühende Wüste“ Ein zweiter Nil frisst sich langsam durch Ägyptens Wüste. Das künstliche Gewässersystem (350 km Länge) soll eine sandige Einöde in blühende Landschaften verwandeln. Die ersten 50 Kilometer des Hauptkanals und zwei von neun Seitenkanälen sind schon fertig. Die gewaltigste Pumpstation, die Wasser aus dem Nassersee am Assuan-Staudamm in das neue Kanalnetz befördert, hat Präsident Hosni Mubarak gerade eingeweiht. Wer sich entschließt, im Kanalgebiet eine neue Existenz aufzubauen, bekommt das Land fast geschenkt. Umgerechnet zwanzig Euro kostet eine Fläche der Größe von fünf Fußball- feldern (zum Vergleich ca. 6.650 Euro/ha im Niltal). Der erste Abschnitt des neuen Flusses steht bereits unter Wasser, und auf einigen Farmen werden inzwischen Gemüse und Obst geerntet. Schon kursieren euphorische Vergleiche mit dem florierenden Kalifornien. Kleinbauern wie Mohamad Ramadan Abd Zah glauben an ihre Chance. Der Agrarwissen- schaftler nahm inzwischen wie Tausende andere Hochschulabsolventen das Angebot der Regierung an, den Wüstenboden zu beackern. Ihnen wurde zusätzlich ein kleines Häuschen auf ihrem Grundstück zur Verfügung gestellt. Das Gebiet werde frei bleiben von Verschmutzung und Pestiziden, versprach Landwirtschaftsminister Youssuf Waly. Die bis zu fünf Ernten im Jahr glauben die neuen Siedler insbesondere außerhalb der Saison gut verkaufen zu können. Ein Schwerpunkt des angepeilten Absatzmarktes liegt in Europa und auf der Arabischen Halbinsel, deren Länder bisher Orangensaft, Obst und Gemüse aus Kalifornien beziehen. Doch nicht nur Kleinunternehmer fühlen sich angezogen. Der saudische Milliardär Prinz al-Walid Bin Talal investierte umgerechnet mehr als 600 Millionen Euro in die Wüstenei und beauftragte eine Firma aus den USA mit dem Management seiner Firma. Bis vor kurzem bezog sie ihr Nass kostspielig aus Grundwasser. Jetzt, nach der Flutung des angrenzenden Kanal-Seitenarmes, steht mehr und preiswerteres Wasser zur Verfügung, und die Kadco- Farm des Prinzen soll bald eine Fläche so groß wie München einnehmen. Prinz al-Walid rechnet in einigen Jahren mit 20 Prozent Rendite. Auf die Landwirtschaft sollen andere Gewerbe folgen. Vorhandene Mineral-Lagerstätten bilden die Voraussetzung für Bergbau und Metallurgie. Verarbeitende Industrie soll perspektivisch einem Viertel der durch das Kanalnetz erschlossenen Wüstenregion wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Der Tourismusbranche wird ebenso eine rosige Zukunft versprochen. Gewinne bleiben während der ersten zwanzig Jahre steuerfrei; das wertvolle Wasser wird relativ preiswert abgegeben. Günstigen Strom liefern die Kraftwerke am Assuan-Staudamm. Straßen wurden vielerorts bereits gebaut, Bahnverbindungen folgen. Die neuen Anbauflächen werden tropfenweise bewässert. Um die Ländereien fruchtbarer zu machen, werden zudem große Mengen Dünger herangeschafft. Ägypten will seine Produktion von Düngemitteln in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. In der Öffentlichkeit ist das Vorhaben gut gelitten. Was auch daran liegt, dass Präsident Mubarak es zu seinem Lebenswerk erklärt hat. Viele Ägypter sehen darin „die Hoffnung des 21. Jahrhunderts“. Einige sprechen aber auch von einer „Fata Morgana“. Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 26.09.2003, S. 5 (bearbeitete Fassung)

  • 6 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    M 4 Aralsee-Syndrom

    „Im Rahmen des Aralsee-Syndroms werden jene Umweltdegradationen erfasst und analysiert, die durch eine großräumige Umgestaltung der Landschaft als unerwünschte Nebeneffekte von technischen Großprojekten (Staudammbau, Bewässerungsprojekte, Flussausbau u. a.) entstehen können. Neben den unmittelbaren Beeinträchtigungen der Natur können indirekte Wirkungen auftreten, die für den Globalen Wandel relevant sein können. Die sozialen Folgen können ihrerseits mittelbare Umweltschädigungen nach sich ziehen.“ Quelle: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU),

    Jahresgutachten „Welt im Wandel – Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Süßwasser“, Bremerhaven 1997, In: http://www.wbgu.de/wbgu_jg1997.html

  • 7 SCHRIFTLICHE ABITURPRÜFUNG 2005 GEOGRAPHIE (LEISTUNGSKURS)

    Thema 2: Ökosystem Mittelgebirge und nachhaltige Nutzung „Es kommt nicht darauf an, es zu ermöglichen überall hin zu gelangen, sondern dafür zu sorgen, daß es sich noch lohnt, diesen Ort aufzusuchen.“

    (Hermann Löns, Schriftsteller, 1866 – 1914) Aufgabenstellung 1. Beschreiben Sie Ausstattung und Struktur des Ökosystems Mittelgebirge der

    gemäßigten

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