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  • Informationsmaterialien ber den kologischen Landbau und zur Verarbeitung kologischer Erzeug-

    nisse fr die Aus- und Weiterbildung im Ernhrungshandwerk und in der Ernhrungswirtschaft

    (Initiiert durch das Bundesministerium fr Ernhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rah-

    men des Bundesprogramms kologischer Landbau)

    BLE 2011

    Berufs- und Fachschulen Ernhrungswirtschaft

    kologischer Landbau und Bio-Lebensmittel

    A1 Grundlagen der kologischen Landwirtschaft

    und Ernhrungskologie

    Gliederung

    1 Grundprinzipien der kologischen Landwirtschaft........................................................................... 2 2 Pflanzenbau ..................................................................................................................................... 4 3 Bodenfruchtbarkeit und Fruchtfolge ................................................................................................ 6 4 Dngung .......................................................................................................................................... 8 5 Pflanzenschutz .............................................................................................................................. 10 6 Nachhaltigkeit ................................................................................................................................ 12 7 Tierhaltung ..................................................................................................................................... 14 8 Ftterung ....................................................................................................................................... 16 9 kologischer Landbau ohne Gentechnik ...................................................................................... 17 10 Qualitt ...................................................................................................................................... 19 11 Lebensmittelverarbeitung .......................................................................................................... 21 12 Kontrolle ..................................................................................................................................... 23 13 Kennzeichnung von Bio-Produkten ........................................................................................... 24 14 Preise ......................................................................................................................................... 27 15 Nachfrage .................................................................................................................................. 28 16 Vermarktungswege .................................................................................................................... 31 17 Entstehung des kologischen Landbaus ................................................................................... 33 18 Verbnde des kologischen Landbaus ..................................................................................... 35 19 Betriebswirtschaft ...................................................................................................................... 37

  • 2 BLE 2011

    1 Grundprinzipien der kologischen Landwirtschaft

    Die biologisch ausgerichteten Wissenschaften haben zu Beginn des vergangenen Jahrhun-

    derts vertiefte Erkenntnisse des kologischen Zusammenspiels und der vielfltigen Wech-

    selwirkungen hervorgebracht, die eine nachhaltig produktive Landwirtschaft ausmachen. In

    den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhun-

    derts hat sich die anthroposophisch geprg-

    te biologisch-dynamische Wirtschaftsweise

    entwickelt. Sie ist zustzlich durch geistes-

    wissenschaftliche Erkenntnisse geprgt.

    Abbildung 1: Strche auf Dauergrnland

    (Foto: BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan)

    1.1 Modernes ganzheitliches Konzept

    Auf der Grundlage dieses biologischen Verstndnisses der Zusammenhnge in der Land-

    wirtschaft hat sich der kologische Landbau zu einem ganzheitlichen Konzept der Landbe-

    wirtschaftung entwickelt, das im Einklang mit der Natur einen mglichst geschlossenen

    Stoffkreislauf im landwirtschaftlichen Betrieb anstrebt. Der Landwirt optimiert die Leistungs-

    fhigkeit des landwirtschaftlichen Gesamtsystems, das vielfltige sich gegenseitig frdernde

    Wechselwirkungen erzeugt.

    1.2 Artgerechte Tierhaltung

    Die Grundlagen der kologischen Tierhaltung sind geprgt durch die Achtung und den Res-

    pekt des Menschen vor der lebenden Kreatur. Der Landwirt kennt die arteigenen Bedrfnisse

    seiner Tiere und bercksichtigt sie so gut wie mglich. Dies schliet beispielsweise ein, dass

    mindestens die Hlfte der Stallflche von fester Beschaffenheit sein soll (keine Spaltenbden

    oder Gitterroste). Im Ruhebereich muss ausreichend trockene Einstreu vorhanden sein. Fer-

    kel drfen nicht in Flat-Deck-Anlagen oder Ferkelkfigen gehalten werden, und Geflgel darf

    nicht in Kfigen leben. Die Tiere mssen Zugang zu einem Freigelnde haben. Es wird nur

    Futter verfttert, das ihrer Art gem ist, ohne Leistungsfrderer oder Ftterungsantibiotika.

    Die Dauer von Tiertransporten muss mglichst kurz gehalten werden. Zur Sicherstellung

  • 3 BLE 2011

    einer eigenen Futtergrundlage und zur Vermeidung einer berdngung von landwirtschaftli-

    chen Flchen ist Tierhaltung an die zur Verfgung stehende Flche gekoppelt: Es drfen nur

    so viele Tiere gehalten werden, dass der Grenzwert von aus Wirtschaftsdnger anfallendem

    Stickstoff 170 kg pro Jahr und Hektar landwirtschaftliche Nutzflche nicht berschritten wird.

    Das Futter fr die Tiere stammt berwiegend vom eigenen Betrieb. Eine flchenunabhngige

    Tierhaltung ist verboten.

    1.3 Frderung der Bodenfruchtbarkeit

    Durch die Verwendung von Wirtschaftsdngern, den Anbau von Zwischenfrchten, Feldfutter

    und Leguminosen sowie eine weit gestellte Fruchtfolge erhlt und steigert der ko-Landwirt

    die natrlich veranlagte Bodenfruchtbarkeit. Er trgt durch den Verzicht auf chemisch-

    synthetische Pflanzenschutzmittel, eine angepasste Dngung und den Anbau von Feldfutter

    in weit gestellten Fruchtfolgen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Die natrlichen Selbstregu-

    lationsprozesse im ko-System werden un-

    tersttzt. Begrenzte oder zerstrbare Res-

    sourcen wie Wasser, Luft, Boden und Ener-

    gie werden erhalten beziehungsweise ge-

    schont.

    Abbildung 2: Ackerbegleitflora im ko-

    Landbau (Foto: BLE, Bonn/Foto: Thomas

    Stephan)

    1.4 Keine Gentechnik

    Der Einsatz gentechnisch vernderter Organismen (GVO) und aus GVO oder durch GVO

    hergestellte Erzeugnisse sind im ko-Landbau sowohl durch gesetzliche als auch verbands-

    eigene Regelungen untersagt.

    1.5 Gesunde Lebensmittel

    Ein wesentliches Ziel des kologischen Landbaus ist es, durch die kologische Erzeugung

    sowie eine schonende, werterhaltende Lebensmittelverarbeitung hochwertige, gesunde Le-

    bensmittel fr den Konsumenten zu erzeugen.

  • 4 BLE 2011

    2 Pflanzenbau

    2.1 Mglichst geschlossener Betriebskreislauf

    Ein mglichst geschlossener Betriebskreislauf ist das Leitbild im ko-Betrieb. Das heit:

    Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerflche werden neben

    Verkaufsfrchten Futterpflanzen fr die Tierhaltung erzeugt. Die pflanzlichen Abflle und der

    tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert auf die Ackerflchen, von denen sie

    letztlich stammen, zurckgefhrt. Damit es nicht zu einem Nhrstoffberschuss kommt, der

    zur Belastung von Umwelt und Grundwasser fhren kann, darf die Tierzahl pro landwirt-

    schaftliche Nutzflche nur so hoch sein, dass der Grenzwert von aus Wirtschaftsdnger an-

    fallendem Stickstoff 170 kg pro Jahr und Hektar nicht berschritten wird. Dementsprechend

    ist es im kologischen Landbau zwar erlaubt, viehlosen Ackerbau zu betreiben, jedoch kei-

    nesfalls eine flchenlose Tierhaltung. Im viehlosen Betrieb muss die fehlende Tierhaltung

    durch eine entsprechende Fruchtfolge mit einem gewissen Anteil an Leguminosen ersetzt

    werden.

    Abbildung 3. Der Kreislaufgedanke im kologischen Landbau, Quelle: nach Neuerburg,

    www.was-wir-essen.de > Erzeugung > kolandbau > Wie sieht der ko-Landbau aus?

  • 5 BLE 2011

    2.2 Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit

    Die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit ist im kologisch gefhrten Landwirt-

    schaftsbetrieb besonders wichtig. Das Bodenleben baut die Abfallprodukte pflanzlicher und

    tierischer Erzeugung ab und macht so die darin enthaltenen Nhrstoffe fr die Pflanze ver-

    fgbar. Der fr das Pflanzenwachstum notwendige Stickstoff wird ber den Anbau von Le-

    guminosen in den Boden gebracht, die mit Hilfe von Bakterien Luftstickstoff binden knnen.

    Aus diesem Grund ist ein gewisser

    Anteil an Leguminosen in der

    Fruchtfolge unbedingt ntig. Minera-

    lische Stickstoffdnger drfen im

    ko-Betrieb nicht eingesetzt wer-

    den.

    Abbildung 4:Prfung der Boden-

    struktur (Foto: BLE, Bonn/Foto:

    Thomas Stephan)

    2.3 Vorbeugender Pflanzenschutz

    Vorbeugender Pflanzenschutz im ko-Landbau bedeutet, dass der Strkung der pflanzenei-

    genen Abwehrkrfte und der Untersttzung der natrlichen Regulationsprozesse eine be-

    sondere Bedeutung zukommt. Dies schliet zum Beispiel die aktive Frderung von Ntzlin-

    gen, die Wahl von fr den Standort geeigneten Arten und Sorten, eine zeitgerechte Boden-

    bearbeitung und eine ausgewogene Dngung ein.

    2.4 Mechanische Unkrautregulierung

    Grundstzlich

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