jahresbericht 2016 - .mazengo wurde bereits mit 17 jahren schwanger. ab dem siebten mo- nat konnte

Download JAHRESBERICHT 2016 - .Mazengo wurde bereits mit 17 Jahren schwanger. Ab dem siebten Mo- nat konnte

Post on 29-Aug-2019

212 views

Category:

Documents

0 download

Embed Size (px)

TRANSCRIPT

  • JAHRESBERICHT 2016

  • INHALT

    2

    2 Unsere Organisation

    5 Vorwort

    7 Programm International

    9 Gewaltprävention

    11 Bildung und Einkommen

    13 Gesundheit

    14 Projektländer und Ausgaben

    17 Programm Schweiz

    19 Entwicklungspolitik und Kampagnen

    21 Bilanz

    22 Betriebsrechnung

    24 Ertrag und Aufwand

    26 Organisationsstruktur

    27 Wir danken

    28 Impressum

    UNSERE ORGANISATION

    3

    Wir engagieren uns seit bald 60 Jahren für eine gerech-

    tere Welt. Mit unserer Projektarbeit setzen wir uns in zehn

    Ländern in Afrika und Lateinamerika für eine bessere

    Lebenssituation von Jugendlichen ein. Dabei arbeiten wir

    mit lokalen Organisationen zusammen. In der Schweiz stär-

    ken wir das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und

    engagieren uns mit Informationskampagnen für gerech-

    tere Nord-Süd-Beziehungen.

    terre des hommes schweiz ist Mitglied der Internatio-

    nalen Föderation Terre des Hommes, welche die terre des

    hommes-Organisationen zahlreicher Länder vereint.

  • VORWORT – Gut aufgestellt in einem immer schwierigeren Umfeld

    terre des hommes schweiz blickt auf ein bewegtes und erfolgreiches Jahr zurück. In der Schweiz brachten wir 2016 mit verschiedenen Ak-

    tionen die inakzeptable Situation der sahraouischen Jugendlichen in

    den Flüchtlingslagern ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Unsere Re-

    cherchen hatten ergeben, dass Marokko illegal Ressourcen in der be-

    setzten Westsahara ausbeutet: Wir konnten belegen, dass Tomaten und

    Melonen, die in Schweizer Supermärkten mit dem Herkunftsland Ma-

    rokko deklariert waren, eigentlich aus der Westsahara stammten. Damit

    lösten wir einiges Medieninteresse aus sowie die Ankündigung eines

    Händlers, keine Produkte mehr aus diesem Gebiet zu beziehen.

    Zudem beschäftigten wir uns weiterhin intensiv mit Menschen-

    rechtsverletzungen rund um sportliche Grossanlässe. Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Brasilien organisierten wir in Basel ein hoch- karätig besetztes Podium. Zugleich zeigten wir – in einem prall gefüll-

    ten Kinosaal – den von Terre des hommes produzierten preisgekrön- ten Film The Fighter.

    In Basel ging im Juni wiederum das imagine Festival auf dem Bar- füsserplatz über die Bühne. Auch dieses Jahr erreichten die jugend-

    lichen Organisatorinnen und Organisatoren mit ihren Botschaften

    gegen Rassismus und Diskriminierung rund 30 000 Besucherinnen

    und Besucher. Ausserdem arbeiteten 40 unbegleitete minderjäh-

    rige Asylsuchende tatkräftig am Festival mit.

    Unsere Sensibilisierungsarbeit ist nur möglich dank starken

    Partnerinnen und Partnern im Süden. Die vielen Erfolge der Jugend-

    lichen in unseren Projekten und das tägliche Engagement unserer

    Partnerorganisationen sind keineswegs selbstverständlich. In vielen

    Ländern hat sich die Lage 2016 zugespitzt. Sei es in Moçambique, wo

    in unseren Projektregionen kriegsähnliche Zustände herrschen. Sei

    es in Zimbabwe, wo die Einführung von Bonds den freien Fall der

    Wirtschaft beschleunigt. Und schliesslich erfüllt die aktuelle US-Mi-

    grationspolitik uns und unsere Partnerinnen und Partner in Zent-

    ralamerika, insbesondere in El Salvador, mit grosser Sorge.

    Die Entwicklungszusammenarbeit per se stand in der Schweiz

    im Rahmen der parlamentarischen Debatten um den Rahmenkredit

    für die Internationale Zusammenarbeit unter starkem politischem Druck. Gemeinsam mit anderen Organisationen schlossen wir uns

    der Kampagne Weckruf gegen Armut an. Es gelang uns, die staat- lichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zu sichern. Ver-

    suche, die Entwicklungshilfe für migrations- oder sicherheitspoli-

    tische Zwecke zu instrumentalisieren wurden abgewehrt – vorerst,

    denn bereits drohen neue Sparpakete.

    In diesem rauen Umfeld sind wir froh, dass wir unsere Geschäfts-

    stelle in diesem Jahr zukunftsweisend und tragfähig neu strukturieren

    konnten und uns unsere Spenderinnen und Spender das beste Einnah-

    meergebnis in der Geschichte der Organisation bescherten. Dafür

    möchten wir Ihnen herzlich danken! Dr. Brigitta Gerber, Präsidentin

    Franziska Lauper, Geschäftsleiterin

    4 5

  • Erfolgreiches Jahr und Neuausrichtung In der internationalen Programmarbeit konnten wir 2016 noch mehr

    Wirkung erzielen. Allein schon im südlichen Afrika profitierten nahezu

    30 000 Jugendliche von unserem Angebot der psychosozialen Unter-

    stützung (PSS). Diese Methode hilft ihnen bei der Bewältigung der viel-

    fältigen Herausforderungen, die sich ihnen stellen. So trug PSS in Zim-

    babwe beispielsweise dazu bei, die Medikamententreue von HIV-po-

    sitiven Jugendlichen deutlich zu erhöhen und damit ihre Chancen auf

    ein langfristiges Überleben zu verbessern. Die Versäumnisquote sank

    um 22 Prozent. Zudem besuchen fast 3000 Kinder und Jugendliche aus

    Tansania, die wegen HIV/Aids oder Armut die Schule abgebrochen

    hatten, diese nun wieder.

    In Südafrika unterstützen wir junge Frauen, die Opfer sexueller Ge-

    walt wurden und dadurch einem hohen HIV-Ansteckungsrisiko ausgesetzt

    waren. Dank breit angelegter Sensibilisierungskampagnen unserer

    Partnerorganisationen suchten Opfer sexueller Gewalt innerhalb von

    72 Stunden nach dem Übergriff eine Klinik auf. Dank der dadurch ab-

    gegebenen Postexpositionsprophylaxe wurde in 77 Prozent der Fälle

    eine HIV-Ansteckung verhindert.

    Der Zugang zu Bildung und Ausbildung ist für benachteiligte Ju-

    gendliche weiter eine grosse Herausforderung. Ein Berufsbildungs-

    system ist in vielen Ländern nur marginal vorhanden und für Jugendli-

    che aus armen Familien oder Gewaltkontexten oft nicht zugänglich.

    2016 konnten sich 1160 Jugendliche aus Peru, El Salvador, Moçambi-

    que, Nicaragua und Tansania mit unserer Unterstützung berufliche

    Fertigkeiten aneignen. Ausserdem schafften es 430 Jugendliche, durch

    ökonomische Initiativen ihr Einkommen wesentlich zu verbessern.

    Anlass zu Hoffnung gibt uns zudem Kolumbien, wo sich verschie-

    dene Jugendgruppen aktiv am Friedenprozess beteiligten. In Brasilien

    mobilisierten sich Tausende Jugendliche gegen drastische staatliche

    Budgetkürzungen in der Bildung, Gesundheit und Sozialpolitik.

    Fokus auf drei Handlungsfelder Das Jahr 2016 nutzten wir für die Entwicklung einer neuen Programm-

    strategie, die unser internationales Programm die nächsten vier Jahre

    prägen wird. Ein wichtiger Referenzrahmen dafür ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen. Unser Programm trägt direkt zur Erreichung von sieben Unterzielen

    dieser Agenda bei. Unsere Programmarbeit konzentriert sich neu auf

    drei strategische Handlungsfelder: Gesundheit, Bildung und Einkom- men sowie Gewaltprävention für die Jugendlichen.

    Wir sind froh, dass wir dabei weiter auf die finanzielle Unter-

    stützung der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) zäh- len können. Als Teil der Weltgemeinschaft haben wir es in der Hand,

    die weltweite Armut zu überwinden und eine gerechtere und ge-

    waltfreie Zukunft für alle zu ermöglichen. Ich danke Ihnen, dass Sie –

    mit kleinen und grossen Taten – unsere Arbeit unterstützen. Gabriela Wichser, Leiterin Programme

    PROGRAMM INTERNATIONAL

    76

  • 8

    PROGRAMM INTERNATIONAL – GEWALTPRÄVENTION

    9

    CIPÓ gibt Jugendlichen eine Stimme gegen Gewalt Die Überwachungskamera eines Geschäftes hält fest, wie ein junger

    Mann auf seinem Motorrad von der Polizei angehalten und wider-

    standslos festgenommen wird. Erst viel später tauchen Leichenteile

    des gefolterten Geovane Mascarenhas in einem Park auf. Die Polizei

    streitet ab, etwas mit seinem Tod zu tun haben. Solche Vorkommnis-

    se sind im Elendsviertel Subúrbio in Salvador de Bahia alltäglich. Das

    Vorgehen der Polizei wird mit dem Kampf gegen das organisierte Ver-

    brechen gerechtfertigt. Die wahre Ursache der Gewalt ist der in Brasi-

    lien weitverbreitete Rassismus und die allgemeine Meinung, dass die

    Bewohner der Armenviertel alle Drogendealer und kriminell sind. So ist

    Mord die häufigste Todesursache von jungen schwarzen Brasilianern.

    Mut und Selbstvertrauen finden Unsere Partnerorganisation CIPÓ (Comunicação Interativa) engagiert sich in Subúrbio für und mit Jugendlichen gegen diese Gewalt. Bei CIPÓ erlernen Jugendliche den Umgang mit verschiedenen Kommuni- kationsmitteln und -formen, um sich in die öffentliche Diskussion ein-

    zubringen. Sie sollen ihre Rechte und Bedürfnisse erkennen und diese

    auch einfordern können. Die Erfahrung zeigt, dass die Mitsprache eines

    der wirksamsten Mittel gegen die massive Gewalteskalation in den

    Armenvierteln der brasilianischen Grossstädte ist.

    Im November 2016 stellte das Fernsehen SRF in der Sendung mitenand den jungen Aktivisten Adriano Correia und das von terre des

    hommes schweiz unterstützte Projekt

Recommended

View more >