Entomologisch und wirtschaftlich bedeutsame Schadinsekten in der jordanischen Landwirtschaft

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164En ogisch and wirtitsame Sehadinsektennin der jordanischenirtsehaftVon J . KLAPPERICH")Mit 3 AbbildungenJ. KLAPPERICH : Entomologisch and wirE i d m a n n , H ., 1927 : Der Kiefernspanner in Bayern im Jahre1925 mit besonderer Beriicksichtigung des Parasitenproblems. Z.ang . Ent ., 12, 51-90 .F f1 h r e r, E ., 1966 : Auswirkungen der endoparasitischen Lebens-weiseentomophager Hymen opterenlarven auf den Wirt(1 . Mitt .) Verh . Dt. Zool. Ges. Gottingen. 30 Suppl. Bd .375-382 .G y o r f i , J .,1944 : Beobachtungen caber die Ernahrung derSchlupfwespen Imagos (Megfigyeleseg a firkeszdarazsaknemzoinek taplalkozasarol). Erdesz. Kiserl. Sopron, 45, 87-114,H a s s a n , E ., 1967 : Untersuchungen fiber die Bedeutung derKraut- and Strauchschicht als Nahrungsquelle fur Imaginesentomophager Hymenopteren . Z . ang . Ent ., 60, 238-265 .M a c k a u e r, M ., 1967: Wirtsverbindung and parallele Evolutionparasitischer Hymenopteren . I . Angew . Parasitol ., 8, 21-35 .M e y e r, N . F ., 1927 : Uber die Immunitat einiger Raupen ihrenParasiten, den Schlupfwespen, gegenilber . Z, ang. Ent., 12,376-384.M o n t e i t h, L . G ., 1955 : Host preferences of Drino bohemicaMesn. (Dipt . :Tachinidae), with particular reference to ol-factory responses . - Canad . Ent ., 87, 509-530.P s c h o r n- W a I c h e r, H ., 1957 : Problems der Wirtswahl para-sitischer Insekten, Ber.8 . Wanderversamml . dt . Ent . (Miinchen),79-85 .EinleitungJordanien, 90 000 qkm groB, umfaBt das friihereTransjordanien and das arabische Zentralpalasti-na. Im Siiden grenzt Jordanien an das RoteMeer"") .Die Landwirtschaft ist von groBter Bedeutungfiir die Gesamtwirtschaft des Landes, da der iiber-wiegende Teil der Bevolkerung in der Landwirt-schaft beschaftigt ist .Der GroBteil der landwirtschaftlichen Produk-tion, wie z . B. Getreide, wird im Lande verbraucht .KlimaAuf Grund seiner geographischen and geologi-schen Struktur weist Jordanien die verschieden-sten Klimate auf .Im Jordantal - 200 bis 390 m - herrschen sub-tropische and tropische Klimabedingungen vor .Die Hiigel- and Berggebiete haben gemaBigtesKlima, ahnlich dem der anliegenden Mittelmeer-lander, Der Osten Jordaniens wird von demsemiariden and ariden Klima der nahegelegenenWaste beeinfluBt. Eine Beeinflussung, die sichreduzierend auf die Niederschlagsmengen aus-wirkt .Kulturarten and -sorten and PflanzenschutzDie vorstehend erwahnten klimatischen Ver-haltnisse ermoglichen den Anbau der verschie-densten Kulturarten and -sorten .Im Jordantal werden, unter Bewasserung, an-gebaut :') Der Verfasser arbeitete 4 Jahre (1956-1959) im Auftrage derFAOJUNO als Berater far den jordanischen Pflanzenschutz . An-schlieBend war er 2 Jahre (1960-1962) im Iran and anschlieBendin Jordanien bei der Deutschen Wirtschaftshilfe auf dem gleichenFachgebiet tatig. Erste Auslandserfahrungen erwarb er sich inChina (1937/38) and Afghanistan (1952/53) ."`) Bei Jordanien, seinem Hoheitsgebiet, wird nicht zwischenWest- find Ost-Jordanien unterschieden, die voriibergehenden,gebietsmaBigen Veranderungen neueren Datums wurden nicht be-rilcksichtigt.5einige neue Trichogramma-Wine anderhalinis . Ein Beitrag curupfwespen, - Nachr . Bi.7, 145-148 .S axperimental studies in insect parasitism . III .Proc . R . Soc . London, B, 117, 413-435,S c himk, E., 1943 : Untersuchungen fiber ParasitenreiMitt .Goring-Akad . d . Dt . Forstw, 1, 272-305 .S c h i m ic h e k, E., 1953 : Forstentomologische Studien im Ur-weld Rotwald Toil lll. Z . ang. Ent,, 35, 1-54 .S c h w e n k e, W., 1958: Local Dependence of Parasitic Insectsand its Importance for Biological Control . Proceed 10. Intern,Congr . Enton,, 1956, 4, 851-854.V i c t o r o v, G . A ., 1959 : On the ori'asiticHymenoptera . Trudy Inst. Morf. Zivo27, 261-273 .Z wo l f e r, H., 1962 : Die Orientierung entomophager Parasitenals Problem der aagewandten Entomologie, Z . ang Ent ., 50,93-98 .Z w o 1 f e r, H ., 1963 : Untersuchungen fiber die Struktur vonParasitenkomplexen bei einigen Lepidopteren . Z . ang, Ent ., 51,346-357 .Z w o l f e r, H ., and M . K r a u s, 1957 : Biocoenitic Studies on theParasites of Two Fir- and Two Oak-Tortricids . Entomophega11, 173-196.chaftlich bedeutsame SchadinsektenCitrus ; Bananen and in den Monaten von Okto-ber bis Mai zahlreiche Gemi searten and -sorten :Wie Tomaten, Paprika, Gurken, Eierfriichte, Kar-toffeln, WeiB- and Blumenkohl, Erbsen, Bohnen,Dicke Bohnen, Zwiebeln, Radieschen, Spinat, Sa-lat, and an Getreide : Weizen .In den Hiigel- and Berggebieten werden iiber-wiegend angebaut: Getreide (Weizen and Gerste),Oliven, Feigen, Reben, Steinobst (Mandeln, Apri-kosen, Pfirsiche etc .), Gemiise, besonders Toma-ten, Melonen, Gurken, Linsen, Kichererbsen andTabak,Die Kulturarten and -sorten werden von zahl-reichen Schadlingen, von denen nachstehend diewichtigsten behandelt werden, befallen .Die Ernteverluste allein durch schadliche In-sekten betragen jahrlich, unter normalen Witte-rungsbedingungen, 9 Millionen Jordan Dinar =ca., 100 Millionen DM .Auf die Erlauterung von BekampfungsmaBnah-men wird im einzelnen verzichtet .Die Bekampfung der Schadlinge erfolgt nachmodernen Gesichtspunkten in der Regel mit Spe-zial-Mitteln, It . Pflanzenschutz-Mittel-Verzeichnisder deutschen BBA (z. B. Bekampfung der Oliven-fliege mit einem Mittel gegen Fruchtfliegen) .Die Anwendung der Mittel erfolgt terminge-recht nach MaBgabe des Warndienstes mit moder-nen Pflanzenschutzgeraten .Nachstehend werden die wichtigsten Schadlingekurz abgehandelt .Weizenminiermotte(Syringopais temporatella Zd.)Die Weizenminiermotte, gebietsweise unter-schiedlich auftretend, zerstort die Blatter der jun-gen Weizen- aber auch Gerstenpflanzen .Die durch diesen Schadling hervorgerufenenVerluste betragen 25 0/o and meter.J . KLAPPERICH : Entomologisch and wirtschaftlich bedeutsame SchadinsektenTabelle ILandwirtschaftliche Kulturen in Hektar and Baum-bestand***)1 . Getreide (Weizen and Gerste)280 000 ha2 . GemC!se and Feldfriichte100 000 ha3 . Reben20 000 ha4 . Tabak3 000 ha5. Oliven5 700 000 Bdume6 . Obstbdume (Mandeln, Aprikosen,Pflaumen, Apfel, Granatapfel etc.) 3 200 000 BdumeTabelle 2Landwirtschaftliche Produktion***)Tabelle 3Jahrlicher Durchschnitt der Niederschlagsmengen inden verschiedenen Gebieten Jordaniens ... *)Ende Mdrz, Anfang April erscheinen die 5 bis6 mm groBen Imagines. Sie rind auf den Vorder-flilgeln golden and auf den Hinterflilgeln blau-schwarz gefdrbt . Tagsfiber besuchen sie die Blii-ten von Wildpflanzen, besonders Kamillenarten,nachts fliegen sie zu Tausenden ans Licht .Das Weibchen legt im Durchschnitt 50 Bier . DieBier werden, in Gruppen von 5-7 Eiern, naheder Erdoberfldche and in Erdritzen abgelegt, Nacheiner Woche schlilpfen die Raupen, sie gehensofort in den Boden, wo sie in einem transparen-ten, selbstgesponnenen Kokon his zum kommen-den Frilhjahr verbleiben.Wenn das junge Getreide die ersten Bldtter,4-5, entwickelt hat, verlassen die Raupen dieErde, fressen sich in die Blatter ein and minierenin diesen. Sie wandern von zerstbrten zu unbe-fallenen Bldttem and Feldern ab . JungpflanzenStatistical Yearbook, Amman, 1965 .Statistical Yearbook, Amman, 1966 .165einer erneuten Aussaat werden gleichfalls be-fallen and vernichtet .Die graugefarbten Raupen bewegen sick Schnelland breiten sich in kiirzester Zeit fiber groBe Ge-biete aus .Befallene Felder verfdrben sich infolge desminierenden BlattfraBes der Raupen gelbbraun,spdter grau (Abb. 1) .Abb . 1 . Schaden der Raupen der Weizenminiermotte Syringopaistemperatella Zd, Aufn . J . KlapperichDie Verpuppung findet in einem zarten,gefdrbten Kokon, in der Erde statt. Nach 14 Tagenschliipft aus der rbtlichbraun gefdrbten Puppe derFalter. Syringopais temperatella hat nur eineGeneration .(Prodenia litura F.)Prodenia litura, eine polyphag lebende Insek-tenart, ist der Hauptschddling in den Gemdsean-baugebieten des Jordantales . Der Falter ist 2 bis3 cmm groB, die Vorderflfigel Bind braun mit einerweiBlich gefarbten Aderung and weisen nahe derSpitze eine blaBblaue Querbinde auf. Die Hinter-Migel sind weiBlidi gefdrbt mit einem leicht vio-letten Schimmer .Das Weibchen legt bis zu 1500 Bier . Die Bierwerden nachts zu je 20-100 an die Blattlmter-seite abgelegt and rind mit gelblich-braunen Haa-ren, die vom, Abdomen des Weibchen herrdhren,bedeckt. Die Raupen schhipfen nach ungefdhr5 Tagen, leben in den ersten Tagen gesellig andskelettieren die Bldtter. Spdter verteilen sie sich,and fressenn die Blatter ganz auf, sie fressen auchin den Stengeln sowie in den Friichten von Toma-ten and Paprika.Im Anfangsstadium sind die Raupen gritter Braun gefarbt and im letzten Stadiumlang.Die Raupen halten sich tagsiiber in der Erdeauf, unter Erdschollen and Steinen versteckt, andfressenn nur nadits. Sie verpuppen sich nach un-gefdhr 14-19 Tagen in der Erde. Nach 14 TagePuppenruhe schRipfen die Falter, Im Jordantalentwickeln sich 6-7 Generationen, die sich flber-schneiden .Ipa-Kulturen Gesamt-produktionin TonnenExportin TonnenExporterl6sin DMCitrus 47 000 4 000 1 500 000Gerniise 275 000 20000 3 800 000(Tomaten,Paprika, Kohl)Mandeln 3 700 900 1 100 000Reben 79000 850 260000Feigen 19000 500 90000Linsen 29000 24700 82000007 . Feigen 3 000 000 Bdume8 . Citrus (Orangen, Mandarinen,Zitronen, Pampelmusen) 660 000 Bdume9. Bananen 730 000 StaudenJahr Jerusalem inWest-JordanienJericho imJordantalAmman inOst-Jordanien1963/641964/651965/66644 mm575 min321 mm253 mm162 min125 min438 mm461 mm312 minNablus inWest-JordanienDeir'Alla imJordantalKarak inOst-Jordanien1963/641964/651965/66806 mm818 mm524 min337 min304 mm185 min496 mm661 min321 mm166J. KLAPPERicii~ Entomologisch and wirtschaftlich bedeutsame SchadinsektenStarke Hitzeeinbriiehe, hervorgerufen durch dieheiBen Wilstenwinde, and die damit verbundenehohe Lufttrockenheit filhren zum Absterben zahl-reicher Raupen and Puppen .Olivenfliege(Dacus oleae Gmel .)Der Hauptschddling in den Olivenanbaugebie-ten iN die nur an Oliven auftretende Olivenfliege .Infolge der hohen Befallsstdrke durch Dacus oleaebetragen die Verluste an Olivenfrilchten 50 0/0and meter. Dariiber hinaus ergeben nur teilweisegeschadigte Friichte auf Grund des erh6htenSauregehaltes ein minderwertiges 01 .Die 4-5 mm grope Fliege tiberwintert im Pup-penstadium in der Erde oder in Olivenfrilchten .Der K6rper der Imago ist rotbraun gefdrbt mitschwarzen Flecken and Binden . Das Weibchen be-sitzt einen kurzen Ovipositor,Die Fliegen saugen begierig zuckerhaltige andandere Blilten- and Pflanzensdfte auf .Im Juni erscheinen die ersten Imagines . DieEiablage findet statt, wenn die jungen Olivenmindestens Erbsengr6Be haben . Bevorzugt wer-den friihe, groffrdchtige Sorten,Das Weibchen legt pro Tag 10-12 Eier, ins-gesamt 150-250. Das Idnglich-ovale, weiBge-fdrbte, 0,7 X 0,2 mm groBe Ei wird unter die Hautder Frucht abgelegt. Die Eiablage nimmt 3 his4 Sekunden in Anspruch . Die Umgebung der Ein-stichstelle fdrbt sick rasch brdunlich and hebt sick,besonders auf den griinen Oliven, deutlich ab .Die Larven schliipfen nach 3-4 Tagen and be-ginnen sofort sich in das Fruchtfleisch einzufres-sen. Sie sired ldnglich, weiB gefdrbt and ausge-wachsen 6-7 mm lang. Die Larvengdnge verfar-ben sich durch Bakterienfdule bald braun odervertrocknen. Im Sommer erfolgt die Verpuppung,entweder in der Frucht oder im Boden, bereitsnach 10-14 Tagen. Die Puppenruhe dauert imHodasommer ca. 10 Tage .Die Puppe ist Idnglich, elliptisch, rotbraun ge-fdrbt and 5 X 2 mm groB .Die Olivenfliege hat in den hiesigen Oliven-anbaugebieten 4-5 Generationen, die sich iiber-schneiden. Sie erreicht ihren h6chsten Popula-tionsdruck im September/Oktober .Olivenmotte(Prays oleellus Fabr .)Die Olivenmotte ist ein silbergrau geflugelterKleinschmetterling mit einer Spannweite von 13bis 16 mm, Die Vorderfliigel weisen einen, meistzwei kleine schwarze Flecke ant.Prays oleellus hat drei Generationen . Die 1 . Ge-neration erscheint im April/Mai . Das Weibchendieser Generation legt nach der Kopulation seineEier in die Knospen- and Bldtenstdnde ab . Nach6-8 Tagen schliipfen die Raupen . Die brdunlichgefarbten Raupen rind im letzten Stadium 8 mmlang. Die Raupen verpuppen sich gegen Ende Mai,Anfang Juni . Befallene Bl-dtenstdnde sind miteinem weiBlichen Gespinst iiberzogen,Die Imagines der 2 . Generation erscheinen ge-gen Ende Juni, Die Eiablage erfolgt an den jun-gen OlivenfrUchten, Die Raupen bohren sich inden weichen Olivenkern and zerst6ren diesen .Befallene Friichte welken and fallen ab. Verein-zelt werden von dieser Generation auch die Blat-ter befallen .Die Eiablage der 3 . Generation erfolgtHerbst auf die Bldtter . Die nach 8-10 Tagenschlapfenden Raupen minieren in den Bldtternand bilden Platzminen, Kurz vor der Verpuppungfressen die Raupen auf der Aullenseite der Bldt-ter. Sie verpuppen sich ab April in einem locke-ren Gespinst zwischen den Bldttern. Ende Aprischliipfen die ersten Falter aus der braunschgeArMen Puppe .Von besonderer wirtschaftlichen Bedeutungsind die 1 . Generation durch die Zerst6rung derBliltenstande and die 2 . Generation durch denBefall der Olivenfrilchte .Mandelsamenwespe(Eurytoma amygdali End. Chalcididae)Die Mandelsamenwespe ist einer der Haupt-schadlinge in den Mandelkulturen Jordaniens .Die durch diesen Schddling hervorgerufenen Ver-luste an Mandelfrilchten betragen 40-70 N .Weibchen, 7-8 mm lang and Marmchen, 4 bis6 mm lang, sind schwarz gefarbt . Sie erscheinenim Mdrz. Das Weibchen legt seine Eier, im Durch-schnitt 150 Stuck, in die unreifen, gridngefdrbtenMandelfrilchte. Bei der Eiablage stellt sich dasWeibchen hochbeinig auf die Mandelfrucht andfUhrt die chitin6se, dtinne, braungefdrbte Lege-r6hre senkrecht von oben in die Frudit, his dieHinterleibes fest auf der Frucht. Die Eiablage dauert jeweils 7-10 Minu-In jede Mandelfrucht wird. ein Ei gelegt . Sehrselten findet man in einer Mandelfrucht, im -Man-delkern, zwei Larven, Wahrscheinlich hat dannlie Eiablage an dieserscion vorher -betallenen -Mandelfrucht vorge-nommen .Nach 16-19 Tagen schlilpft die Larve . DasFra3stadium der weit3gefdrbten, spindelf6rmiggebauten Larve dauert ungefahr 7 Wochen. Wdh-rend dieser Zeit hat sie den Mandelkern vollkom-men zerst6rt. Ansdilief3end verfallt die Larve inein Ruhestadiumm and ilberdauert so die folgen-den Monate bis zum ndchsten Friihjabr, EndeFebruar, Anfang Mdrz verwandelt sich die Larvein eine imagodhnliche Puppe . Das Puppenstadiumdauert ungefahr zwei Wochen, bis zum Imago .Das vollentwickelte Insekt nagt sich durch dieharte Mandelschale, die dann ein 1-2 mmm gro-lIes, kreisrundes Loch aufweist, je nachdem, ohineres Mdrmchen oder ein grUeres Weib-chen geschitipft ist. Zum Zeitpunkt des Schhipfensbefinden sich in den Ovarien des Weibchens150 Eier .Eurytoma amygdali hat nur eine Generation,Es ist moglich, daB die Larven eine zweijdhrigeRuhezeit durchmachen . Extreme Klimabedingun-J. KLACPERSCH : Entomologisch and wirtschaftlich bedeutsame Schadinsekten167gen, verspatete and Iangere Kalteperioden lFriihjahr konnen dazu beitragen.Die Mandelsamenwespe soil auch die Kernevon Aprikosen and Pflaumen befallen, in Jorda-nien wurde sie bisher nur an Mandeln and zwaran allen Mandelsorten, einschlieilich der Wild-mandel, festcTestellt .Prachtkafer(Capnodis carbonaria Klug . Buprestidae)Die Imagines, in der Grolie variabel, von 2,5bis 4 cm, sind tang, oval gebaut. Der Halsschildist weil3 mit schwarzen Flecken . Die Fliigeldeckensind schwarz mit mehr oder weniger punktformi-gen weillen Flecken .Die Kafer ersdieinen von April bis Septem-ber and befallen alle Steinobstsorten, besondersMandeln, Aprikosen and Pfirsiche . Sie fressen ander Rinde junger Zweige, an Blattstielen andBlattern. Der durch diesen Reifungsfrat3 verur-sachte Schaden ist sehr gering . Bei Storung lassensich die Kafer auf den Boden fallen, wo sie fiireinige Zeit bewegungslos verharren .Nach der Kopulation erfolgt sofort die Eiablage .Die Weibchen legen ihre 2-3 mm grolen, wei-lien, rundlichen Bier in Rindenrisse des unterenStammteiles, am Wurzelhals and in Bodenspaltender Nahe des Stammes ab . Im Durchschnittlegt 1 Weibchen 100 Bier .Die Larven schhipfen nach 10-15 Tagen andbohren sich in die Rinde ein, von dort wandernsie abwarts in die Wurzeln . Sie zerstoren dasKambium am Wurzelhals and die Wurzeln. Dieweillgefarbte Larve ist fulilos and von oben nachunten stark abgeplattet . Der kleine Kopf istdunkelbraun gefarbt . Sie erreicht eine Lange von11-12 cm (Abb . 2) .Nach 15 Monaten erfolgt die Verpuppung inden Wurzeln oder am Wurzelhals. Die Puppen-ruhe dauert 2-3 Wochen . Das Schliipfen derImagines ist grollen Zeitschwankungen unter-worfen .Durch die Frailtatigkeit der Larven sterben dieBaume ab. Je nach Befallstarke and Alter desBaumes kann sich dieser Vernichtungsprozel3 fiberAbb.2 . Larve des Prachtkafers Capnodis carbonaria Mug in denWurzeln eines Aprikosenbaumes. Aufn. J . KlapperichJahre hinziehen. Befallenes Baumschulmaterialwird in einer Saison vernichtet .Neben Capnodis carbonaria treten in den Stein-obstplantagen auch Capnodis tenebricosa Oliv.and Capnodis tenebrionis L . auf. Die biologischeEntwicklung and das Schadbild entsprechen jenenbei Capnodis carbonaria .Rote Schildlaus(Aonidiella aurantii Mask.)Die Hauptschadlinge in den Citrusanbaugebie-ten and in den Baumschulen sired die Schildlaus-arten, Aonidiella aurantii Mask, and Chrysom-phalus ficus Ashm. = aonidum L .Der Schild des Weibchens der Roten Schildlausist rundlich, flach, nur in der Mitte spitz gewolbt,rotlich gefarbt and 1,6-2,1 mm groi3 . Die Art istbisexuel .A. aurantii befallt Stamm, Aste, Zweige, Blat-ter and Frtichte, die bei Massenauftreten krusten-artig bedeckt sind . Der Bauchschild ist stark ent-wickelt and sehr fest mit dem oberen Schild ver-wachsen, wodurch das Weibchen gegen aufiereEinfldsse in hervorragender Weise geschiitzt ist .Das Weibchen legt im Durchschnitt 100 Bier,aus denen sich die Larven entwickeln . Diese miis-sen sich nach dem Schliipfen aus dem Weibchenin den ersten 1-3 Tagen festsaugen and bleibenan dieser Stelle wahrend ihrer befristeten Le-bensdauer. Bin sehr grocer Teil der Larven gehtvor der Fixierung zugrunde, besonders bei hei-f3em, trockenem Wetter. Die Entwicklungsdauerbis zum vollentwickelten Insekt dauert im Som-mer 26 bis 33 Tage ; die gleiche Zeit wird fur diePraovipositionsperiode benotigt, so dal3 50 Tageetwa das Minimum fiir eine Generation dar-stellen .Die 1 . Generation beginnt Ende Mai/AnfangJuni, die 2 . Generation Ende Juli and die 3 . Gene-ration Ende September/Anfang Oktober ihrenZyklus . Alle Generationen iiberschneiden sich .Die verschiedenen Stadien der Roten Schild-laus, die auf den Blattern saugen, sind von einemgelblichen, chlorotisch gefarbten Hof umgeben .Stark befallene Aste sterben ab . Junge Baumewerden durch den Befall im Wachstum stark ge-hemmt and gehen ein. Stark befallene Baumeweisen keinen oder nur geringen Fruchtansatzauf. Befallene Friichte bleiben klein, vertrocknenand fallen friihzeitig ab . Citrusplantagen ohneintensive Bekampfung werden in wenigen Jahrenvernichtet .Schwarze Schildlaus(Chrysomphalus ficus Ashm .)Das Schild des Weibchens der SchwarzenSchildlaus ist rundlich, schwarzlich and 2-2,2 mmgroi3 .Wie Aonidiella aurantii befallt auch Chrysom-phalus ficus alle Teile des Baumes .Die Anzahl der Generationen and ihr Auftre-ten ist ahnlich wie bei der Roten Schildlaus . DieEntwicklung der Sommer-Generation dauert im1680. Aumscin Ein starkes Auftreten der Pflaumenblatt-BeutelgallmilbeDurchschnitt 1,5-2 Monate . Die Entwicklungs-dauer der Wintergeneration betragt 6 Monate .Die Befallstdrke, damit verbundene Saugscha-den and die Zerstbrung der Citrusbdume andErnte gleichen denen bei Aonidiella aurantii . .FeigensdhHdlaus(Ceroplastes rusci L .)Die Uerwiegend in den Berggebieten befi.nd-lichen Feigenplantagen weisen einen starken Be-fall mit Feigerischildldusen ant . Feigenbdume imJordantal sind befallsfrei,Das Weibchen, halbkugelf6rmig, ist 4-5 mmlang, 3-4 mm breit and 2-3 mm hoch . Die seit-lichen Wachsplatten sind viereckig, die Rdcken-Platte achteckig and graublau gefdrbt,lm Friihjahr entwickeln sick in dem an Zwei-gen, Asten and Stdmmen iffierwinterriden Weib-chen die Eier, im Durchschnitt 1500 Stuck, ausdenen Ende April/Anfang Mai die rotgefarbtenLarven sdilfipfen . Die Larven saugen sich inner-halb einer Woche auf den Bldttern and Jung-friichten fest and weisen jetzt 15 kegelf6rmige,Abb . 3 . Verschiedene Stadien, Larven and Weibchen der Feigen-schildlaus Ceroplastes rusci L . Aufn, J . KlapperidiEin starker Auftreten der Pflaumenblatt-Beutelgallmilbe(Eriophyes stmilis similis Nat .)Von 0 . AUERSCHMit 3 AbbildungenIm Juni 1967 wurde Herr H . EURING, dessenGrundsffick unmittelbar am Tharandter Wald360 m u . NN im Kurort Hartha liegt, in seinemObstgarten auf eine Gallbildung an den Blatternder Qullins-Reneklode aufmerksam . Die gleicheMilbe soil im selben Jahr auch an einer Stelle inRheinland-Pfalz festgestellt worden sein, ohnedaB ndhere Angaben gemacht wurden . Sie zdhltzu den selten auftretenden Gallmilben an Obst-geh6lzen and ist infolgedessen als ObstscUdlingverhMtnismdf3ig wenig bekannt . Diese Milbe be-sitzt im Gegensatz zu der allgemein bekanntenWalnu!Tfilzgallmilbe (Aceria[Eriophyes] tristriatawefflgefarbte Wachsfortsdtze ant . Nach 4-6 Wo-then sind die Larven zum Vollinsekt entwickelt(Abb. 3) .Die Entwicklung der Eier and das SchNipfen derLarven der neuen Generation erstrecken sick aufJuli his Herbst. Die Mehrzahl der Larven dieserGeneration wandert auf Zweige and Aste ab andsetzt sick fest . Die jungen and mittleren Zweigeand Aste sind dann spdter krustenf6rmig vonCeroplastes-Weibchen iiberzogen .Stark befallene Baume werden im Wachstumgeschwacht, die Reifung der Frilchte wird verhin-dert, befallene FrUchte fallen ab, Die Bldtter ver-farben sich chlorotisch and spdter braun, Befal-lene Bdume weisen starke Rulitaubildung auf andsind, besonders die Matter, schwarz gefdrbt .Wenn auch die Klimabedin.gungen im Winter,die Parasiten der Schildlaus sowie das Abfallender mit zahlreichen Weibchen besetzten Bldtterim Herbst einen dezimierenden EinflO auf dieFeigenschildlaus ausiiben, so sorgen die iIber-lebenden Weibchen dennoch daffir, das Ceropla-stes ruscistets ein Schddling von gr6l3ter wirt-schaftlicher Bedeutung bleibt,Die durch den Schildlausbefall hervorgerufe-nen Ertragsminderungen ubersteigen in der Regel50 01 .SummaryIn the introduction are described the various agri-culture crops, the areas under cultivation by hectarrespectively planted by number of trees and the cli-mate conditions prevailing in the areas under cultiva-tion in Jordan, West- and East-Jordan .In the mean chapter, with three pictures, are des-cribed the most important pests, listed below, of themean crops, their biology, generations and damagecaused by them :1 . Wheatleaveminer (Syringopais temperatella Zd.),2. Cutworm (Prodenia litura F .), 3. Olivefly (Dacusoleae Gmelin), 4. Olivemoth (Prays oleellus F .),5. Almondseedwasp (Eurytoma amygdali End.), 6 . Fla-theaded Borer (Capnodis carbonaha Klug), 7 . RedScale (Aonidiella aurantij Mask.), 8 . Black Scale(Chrysomphalus ficus Ashm.), 9 . Fig Scale (Ceropla-,tes rusci L .) .erinea Nal .) (Abb. 1) ausgesprochene cecidogeneEigenschaften . Die Gallen dieser Milbe werdenhaufig mit denen der Pflaumenblatt-Gallmilbe(Eriophyes padi Nal .) verwechselt, die in derHauptsache an den Bldttern der Traubenkirscheand des Schlehdornes auftritt, and ihre Gallen be-sonders im Blattinneren bildet, Demgegenubererzeugt die Pflaumenblatt-Beutelgallmilbe die Gal-len vorzugsweise in den Randbereichen derBldtter (Abb . 2) .Es wurden his 70 Gallen an einem Blatt ermit-telt. Wdhrend die bekannten pockenartigen Auf-treibungen der WalnuBbldtter an den Oberseitenpage 1page 2page 3page 4page 5

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