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  • Informationen und Hilfen fr Drogen, Alkohol und Nikotin konsumierende Schwangere

    Du bist schwanger und nimmst Drogen?

  • Die Erkenntnisse der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrungen. Die Autoren dieses Werkes haben groe Sorgfalt darauf verwendet, dass die therapeutischen Angaben (insbesondere hinsichtlich Indikation, Dosierung und un-erwnschter Wirkungen) dem derzeitigen Wissensstand entspre- chen. Fr Angaben ber Dosierungsanweisungen und Applikations- formen kann von den Autoren jedoch keine Gewhr bernommen werden. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers. Geschtzte Warennamen sind nicht unbedingt kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Waren-namen handelt.

  • Informationen und Hilfen fr Drogen, Alkohol und Nikotin konsumierende Schwangere

    Du bist schwanger und nimmst Drogen?

  • 2

    Vorwort 4 Du* bist schwanger 4 und nimmst Drogen? 4

    Kapitel 1 5Schwanger und nun? 5Frauenrzte und Hebammen begleiten dich durch die Schwangerschaft 6

    Kapitel 2 7Mchtest du Mutter werden? 7Hast du Hepatitis oder HIV? 8Fr Schwangere gilt das Mutterschutzgesetz 8Wie wird das Leben mit dem Baby? 9Hilfe! Hier bekommst du Hilfe 12Drogenfreie Freunde sind jetzt wichtig! 14Das kannst du sonst noch tun 15

    Kapitel 3 16Den Konsum in den Griff bekommen so kannst du es schaffen 16Heroin, Benzodiazepine und Alkohol nicht pltzlich stoppen! 17Mehr Sicherheit durch Substitution 19Die Substitution wird auf dich abgestimmt 19Wenn es doch nochmal passiert 20

    Inhalt

    * Die Autorinnen und Herausgeber haben lange diskutiert, ob ein Sie oder ein Du angemessener ist. Da es uns leichter erscheint, mit einem Du eine vertrauensvolle Atmosphre zu schaffen, haben wir uns fr das Duzen entschieden. Das soll auf keinen Fall Ausdruck von mangelndem Respekt sein.

  • 3

    Kapitel 4 21Vor und nach der Geburt 21Ein Geburtsvorbereitungskurs gibt dir Sicherheit 21Geburtsbegleitung durch eine vertraute Person 22Welche Geburtsklinik ist die richtige? 22Es ist deine Geburt du gestaltest mit! 23Das erwartet dich, dein Baby, euch beide 24Stillen 25Der Baby Blues 26

    Kapitel 5 27 Mit dem Baby zu Hause 27Jetzt drogenfrei bleiben 27Keine Angst vor dem kleinen Wesen 30Du kannst dem Baby helfen 30Ein Baby erkennt die Mutter am Geruch 31Warum schreit das Baby? 32Dem pltzlichen Kindstod vorbeugen 34Hilfe annehmen ist Strke 35Woran du noch denken solltest 37

    Anhang 38So wirken die Drogen auf das Baby 38Information, Rat und Hilfe 44

  • 4

    Du bist schwanger

    Hast du geplant, schwanger zu werden? Oder ist es einfach passiert? Ganz egal! Nun wchst ein Baby in deinem Bauch. Das kann dein Leben ganz schn durcheinanderwirbeln. Das geht jeder Frau so, die ein Baby erwartet. Vorfreude mischt sich mit Unsi-cherheit, frohe Erwartungen wechseln sich mit der Angst, der Situation mit einem Baby nicht gewachsen zu sein.

    und nimmst Drogen?

    Wenn du Drogen oder andere Suchtmittel (Alkohol, Zigaretten und/oder Tabletten) nimmst, stellen sich weitere Fragen: Ist mein Baby in Gefahr? Muss ich aufhren, Drogen zu nehmen? Schaffe ich das ber-haupt? Wer kann mir helfen, meine Probleme in den Griff zu bekommen? Werden mich der Vater des Kin-des oder meine Familie und Freunde untersttzen?

    Diese und weitere Fragen sind ganz normal! Mit dieser Broschre wollen wir dir helfen, Antworten und Sicherheit zu bekommen, und dir Mglichkeiten und Wege aufzeigen, wo du Hilfe bekommen kannst.

    Vorwort

  • 5

    Nun ist es sicher: Du bist schwanger. Vielleicht hast du es schon eine Weile vermutet, vielleicht kommt es ganz berraschend, vielleicht hast du aber auch darauf gehofft. Auch wenn du im Moment durchein-ander bist, musst du dich damit auseinandersetzen, wie es weitergehen soll. Mglicherweise stellst du dir die Frage, ob du das Kind behalten mchtest.

    Eine Schwangerschaft macht sich schon frh kr-perlich bemerkbar. Vielen Frauen ist in den ersten Wochen bel und sie mssen sich bergeben, die meisten Frauen sind sehr mde. Gegen Ende des vierten Monats beginnst du den Bauch zu bemerken und bald darauf kannst du die ersten Kindsbewe-gungen spren. Doch schon bevor man von auen sehen kann, dass du schwanger bist, laufen in deiner Gebrmutter die wichtigsten Entwicklungsschritte ab. In den ersten drei Monaten bilden sich alle Struk- turen und Organe. Danach muss das Baby, verein-facht gesagt, nur noch wachsen.

    Um die Entwicklung des Kindes in deinem Bauch und auch Vernderungen bei dir zu begleiten, soll-test du Kontakt zu einer Frauenrztin oder einem Frauenarzt aufnehmen. Es besteht die Mglichkeit, alle vier Wochen eine Vorsorgeuntersuchung vor-nehmen zu lassen, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Neben Ultraschall oder Tastuntersuchung untersucht der Arzt/die rztin deinen Urin, dein Gewicht und den Blutdruck, um Krankheiten frh-zeitig zu erkennen. Bei der Blutuntersuchung wird deine Blutgruppe genau bestimmt und das Blut auf verschiedene Krankheitserreger getestet, die fr das Baby gefhrlich werden knnen. Dein Arzt/deine rztin bespricht die Ergebnisse mit dir genau und trgt sie in den Mutterpass ein. Auerdem ist bei den Vorsorgeterminen immer Zeit, um Fragen zu stellen!

    Kapitel 1

    Schwanger und nun?

  • 6

    Frauenrzte und Hebammen begleiten dich durch die Schwangerschaft

    Nicht nur ein Arzt oder eine rztin knnen fr dich Ansprechpartner sein. Von Beginn der Schwanger-schaft an kannst du auch Kontakt zu einer Heb-amme aufnehmen. Die Krankenkasse bernimmt die Kosten hierfr. Die Hebamme kann dir bei vielen Fragen zur Seite stehen, dich beraten und dir bei Schwangerschaftsbeschwerden helfen. Wenn du das mchtest, kann die Hebamme auch die Vorsor-geuntersuchungen durchfhren. Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an, in denen du lernst, wie eine Geburt abluft und welche Mglichkeiten es gibt, um Schmerzen zu lindern. Sie begleitet dich auch nach der Geburt, im Wochenbett, und hilft dir, die aufregende Anfangszeit mit dem Baby zu orga-nisieren. Adressen von Hebammen bekommst du zum Beispiel von deiner rztin oder deinem Arzt, in der Suchtberatungsstelle oder beim Deutschen Hebammenverband. In einigen Bundeslndern gibt es Familienhebammen, die Mtter oder Familien in schwierigen Situationen untersttzen. Diese Heb- ammen besuchen die Mutter/Familie, bis das Kind etwa ein Jahr alt ist, und stehen daher auch als An-sprechpartnerinnen fr alle Fragen zur Verfgung.

  • 7

    Drogenabhngigkeit an sich ist kein Grund, eine Schwangerschaft abzubrechen. Vielmehr geht es um deine eigene Einstellung zu der Schwangerschaft, um die Vernderungen, die sie fr dein Leben be-deutet, und deine Einstellung zu dem Baby. Wenn du unsicher bist, kann eine Schwangerschaftsberatung, z.B. bei pro familia, den Gesundheitsmtern oder anderen freien Trgern, dir dabei helfen, die richtige Entscheidung fr dich zu finden.

    Entscheidest du dich fr das Kind, ist dein Drogen-konsum in der nchsten Zeit ein wichtiges Thema. Die meisten Drogen sind tatschlich eine Gefahr fr die Gesundheit des Ungeborenen. Aber: Auch Frauen, die Drogen gebrauchen, knnen viel dafr tun, dass ihr Baby mglichst gesund zur Welt kommt und zu einem gesunden Kind heranwchst. Mit professioneller Hilfe wird es viel wahrscheinlicher, dass deine Schwangerschaft gut verluft, dein Kind gesund geboren wird und du mit deinem Kind zusammenleben kannst. Such dir eine Betreuungs-person, die dir Verstndnis entgegenbringt und bei der du dich gut aufgehoben fhlst.

    Kapitel 2

    Mchtest du Mutter werden?

  • 8

    Hast du Hepatitis oder HIV?

    Falls du es noch nicht weit, ist es jetzt fr deine Gesundheit und die deines Babys wichtig, zu wissen, ob du HIV oder Hepatitis hast. Diese beiden Tests werden beim Frauenarzt oder der Frauenrztin bei der ersten Untersuchung durchgefhrt. Solltest du HIV-positiv sein, bekommst du Medikamente gegen die Viren. Dadurch kann in vielen Fllen verhindert werden, dass dein Baby auch angesteckt wird. Auch ein Kaiserschnitt kann die bertragung verhindern und ist aus diesem Grund manchmal sinnvoll. Bei einem Kaiserschnitt wird in lokaler Betubung oder unter Vollnarkose das Baby mit einer Operation auf die Welt geholt. Die Frau hat dabei keine Schmerzen.

    Fr Schwangere gilt das Mutterschutzgesetz

    Wenn du eine Arbeitsstelle hast, vergiss nicht, deinem Chef oder deiner Chefin mitzuteilen, dass du schwanger bist. Fr Schwangere gelten besondere Regeln. Beispielsweise darf dir nicht gekndigt werden, wenn du schwanger bist. Ttigkeiten, die fr dich oder das Baby gefhrlich sein knnen oder bei denen du dich mit bestimmten Krankheiten anste-cken kannst, darfst du in der Schwangerschaft nicht machen. Die letzten sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach darfst du nicht arbeiten. Das ist der sogenannte Mutterschutz.

  • 9

    Wie wird das Leben mit dem Baby?

    In den kommenden Monaten bis zur Geburt wirst du dir auch Gedanken machen, wie du dir dein Leben mit dem Baby vorstellst. Hast du einen Partner, der diese Abenteuer mit dir zusammen erlebt? Oder durchlebst du die Schwangerschaft und Babyzeit ohne Partner? Vielleicht kannst du mit anderen schwangeren Frauen und jungen Mttern sprechen, wie es ist, ein Baby zu haben, und was sich dadurch verndert. Viele Frauen haben sehr hohe Erwar-tungen an sich selbst und mchten alles perfekt machen. Aber was ist schon perfekt? Jeder Mensch und jedes Baby ist anders! Wichtig ist vielmehr eine positive Einstellung, Liebe und Geborgenheit fr das Kind. Dein Kind wird dir auch nicht automatisch weggenommen, blo weil du Drogen nimmst. Das geschieht nur, wenn dein Kind nicht ausreichend versorgt ist. In der Regel werden sich alle darum bemhen, dass ihr zusammenleben knnt.

  • 10

    Anna, 28 Jah