der einfluß verschiedener versuchsbedingungen auf die aktionspotentiale der...

Download Der Einfluß verschiedener Versuchsbedingungen auf die Aktionspotentiale der Lungendehnungsreceptoren

Post on 12-Aug-2016

217 views

Category:

Documents

2 download

Embed Size (px)

TRANSCRIPT

  • D. KRAUS~ u. H.-H. FREY: Aktionspotentiale der Lungendehnungsreceptoren 135

    vagus und haben ihre Ganglienzellen extrakardinal , oder s tammen von int ramura len sympathischen Ganglienzellen und werden bei elektr ischer Vagusreizung durch einen ,Spread ing Effcct" erregt.

    Nicotin, D imethyl -Phenyl -P iperaz in und Imidazoly l -Acetyl -Chol in wirken posit iv ino- und chronotrop am isol ierten Katzen- und Ka- ninehenherzen.

    Der hypodyname oder st i l lstehende Vorhof des Kaninchens kann durch Dimethyl -Phenyl -P iperaz in , Imidazolyl -Aectyl-Chol in, Acetyl- cholin und Adrenal in wieder zum Schlagen gebracht werden.

    Diese adrenal in~hnl ichen Effekte nicot inart ig wirkender Substanzen werden durch gangl ienblockierende oder sympathicolyt ische Verbin- dungen aufgehoben, jedoch nicht durch Atropin, und beruhen wahr- seheinlich auf einer Erregung ehol inozeptiver synapt ischer St rukturen mi t postgangl ionren adrencrgischen Fasern.

    Die Versuchsergebnisse lassen die Folgerung zu, da]~ im S~ugetier- herzen zwei Arten. von chol inozeptiven Ganglienzellen vorhanden sind, wovon die eine cholinergische, die andere adrenergische Fasern aussendet.

    Diskussion. H. J . SCHtiMAN~ (Frankfurt/M.): In sympathisch innervierten Organen wie Leber, Darm, Lunge, Pankreas und Milz, sowie in den postganglio- nren Milznerven konnten wir mit biologischer und papierehromatographischer Technik neben Noradrenalin und Dopamin kein Adrenalin nachweisen. Nur im Herzmuskel fanden wir Adrenalin zu 5--10/o an der Zusammensetzung der Brenz- catechinamine beteiligt. Mglicherweise stammt das Adrenalin des Herzmuskels ~us sympathischen Ganglien.

    E. WESTERMXNN (Frankfurt/M.): Wenn Sie Ihre Versuche am hypodynamen }Ierzvorhofprparat in Beziehung setzen zu denen von BLBRING und BURN am still- stehenden Herzvorhofprparat, so ist zu bercksichtigen, da beide auf ganglionr- erregende Substanzen verschieden reagieren: Nach unseren Erfahrungen gelingt es zwar, das hypodyname Herzvorhofprparat der Ratte mit ganglioni~rerregenden Substanzen (Nicotin, Butyrylcholin) zu stimulieren, das zum Stillstand gekommene Prparat hingegen lt sich nur durch berwiegend musearinartig wirkende Stoffe (Acetylcholin, Doryl, Arecolin) ,wiederbeleben". Der verschiedene Mechanismus der Erregungswirkung geht auch daraus hervor, da sie im ersten Fall durch Ganglienblocker, im zweiten Fall durch Atropin zu verhindern ist.

    H. KEWITZ (Berlin): Die Untersuchungen weisen eindeutig darauf hin, da nicht alle eholinergischen Synapsen nach genau dem gleichen Mechanismus funk- tionieren, sonst w~re diese Differenzierung gar nicht mglich. Xhnliche Unterschiede treten auch bezglich der Empfindlichkeit gegenber Atropin, Curare und den Methonium-Verbindungen zutage.

    D. KRAUSE und H.-H. FRE (Hannover) : Der Einflu verschiedener Ver- suchsbedingnngen auf die Aktionspotentiale derLungendehnungsreeeptoren

    Versuche von FR~Y u. K~A~s~ ber den Einflu i.v. Kurznarkot ica auf vagale Afferenzen hat ten hnlich wie frhere Untersuchungen von KA~DL U. Mitarb. ergeben, da diese Narkot iea zu einer erheblichen

  • 136 B. KRAUSE und H.-H. FREY:

    Dmpfung (Endoanaesthesie) fhren. Gegen die Versuche kann ein- gewandt werden, da die angewandten Dosierungen der Narkotica den adquaten Reiz fr die Receptoren erheblich vermindern ; die beobachtete Endoanaesthesie" knnte weitgehend hierauf beruhen. -- Das einzig sichere Argument fr eine echte periphere Dmpfung der afferenten Kreislaufnerven durch Narkotica liefern die nicht besonders zahlreichen Versuche am gekreuzten Kreislauf nach HEYMANS.

    Da die Einstellung eines konstanten adquaten Reizes an Kreislauf, receptoren schwierig ist, haben wir zur weiteren Sicherung und Analyse der erhaltenen Befunde Versuche an Lungendehnungsreceptoren durch- gefhrt. Hierbei bedienten wir uns der von Zn'F u. MStarb. entwickelten Methodik zur fortlaufenden Registrierung der Aktivitt von Lungen- dehnungsreeeptoren. Diese Methodik wurde insofern modifiziert, als wir zus/~tzlich einen Direktschreiber (Myographie-Kanal der Firma Schwarzer) einsetzten. Wenn man lediglich Ausma und Dauer der ,Atemspindel" bewertet, ergibt sich eine gute bereinstimmung zwischen den mit I-Iilfe des Kathodenstrahloscillographen und des Direktschreibers erhaltenen Kurven. Geringfgige Grade der ,Endoanaesthesie" oder Verminderung der Frequenz werden allerdings von dem Direktschreiber nur unvoll- kommen angezeigt. Im Verlauf der Versuche, bei denen insgesamt 235 Meerschweinchen eingesetzt wurden, ergab sich die Notwendigkeit methodischer Untersuchungen, die zu folgenden Ergebnissen fhrten:

    1. An Meerschweinchen in Urethan-Narkose knnen die von Z~F u, Mitarb. sowie SELL, J~3~N u. LINDNEI~ mit Lokalanaesthctica (Tetraeain, Procain und 0xypolythoxydodecan) erhaltenen Ergebnisse grund- stzlich besttigt werden. Der Effekt von Kurznarkotica (Hexobarbital- Na, Methitural-Na u. Eunarcon wz) ist bei Dosierungen von 10--25 mg/kg i.v. demjenigen der Lokalanaesthetica sehr hnlich. Die strkste Wirkung wurde nach Eunarcon beobachtet. Die Tiefe der Urethan- Narkose erscheint nicht ohne Einflu auf Aktivitt und Reaktion der Lungendehnungsreceptoren; auerdem knnen sekundre Einflsse von nderungen der Atmungswiderstnde und des Bhitkreislaufes nicht ausgeschlossen werden.

    2. Eine vergleichende Untersuchung ber Aktivitt der Lungen- dehnungsreceptoren unter dem Einflu verschiedener Narkotica ergab, da Barbiturat-Narkosen (40 mg/kg Pentobarbital-Na oder 80 mg/kg Hexobarbital-Na i.p.) zu ungleichmigen Ergebnissen fhren und eine starke, allmhlich rcklufige dmpfende Wirkung aufweisen. Die grten ,Atemspindeln'" wurden unter Chloralose-Narkose erhalten; jedoch ist dies Narkoticum wenig brauchbar, weil es nur ausnahmsweise gelingt, die Spontanatmung auszuschal ten. - Unter Urethan-Narkose werden stundenlang gleichm/~ige ,Atemspindeln" erhalten, die im Durchschnitt grer sind als unter Barbiturat-Narkosen.

  • Versuch sbedingungen auf die Aktionspotentiale d. Lungendehnungsreceptoren 137

    3. Bei Auswertung der unter 1. und 2. referierten Ergebnisse mute an die Mglichkeit gedacht werden, da pharmakologisch induzierte nderungen der Atmungswiderstnde durch eine zentral und peripher bedingte ,lissive action" auf die Atmungsmuskulatur mglich waren. - - Versuche, nderungen der Thoraxwandspannung durch Applikation von Curaroid I" [1,7-Di-(N-bromisochinolyl)-4-(methyl-N-isoctnolyl)-hep- tan] oder Succinylcholin auszuschalten, fhrten in der Mehrzahl der Versuche zu einer Reduktion des ,endoanaesthetischen" Effektes von Tetracain oder Hexobarbital. Eine Bewertung erscheint jedoch schwierig, weil Succinylcholin Eigenwirkungen auf die Lungendehnungsreeeptoren (vorbergehende Dauerentladung) zeigte und Curaroid zu einer Erhhung des tracheobronchialen Atmungswiderstandes fhren kann (ttistamin- freisetzung ?).

    4. Versuche an dekapitierten Tieren (suboecipitale Injektion von 20/0 Trichloressigsure) zeitigten gleichmige und sichere Ergebnisse; leider ist eine Auswertung ber lange Zeitrume nicht mglich, da die Aktivitt der Lungendehnungsre ceptoren eine im Verlauf von 30-- 180 min langsam rcklufige Tendenz aufweist. Der endoanaesthetische Effekt von Tetracain (1 mg/kg), Methitural-Na (10 mg/kg) und Hexobarbital-Na (10--25 mg/kg) ist sicher nachweisbar, jedoch weniger ausgeprgt als bei Tieren in Urethan-Narkose.

    Aus den Versuchsergebnissen wird geschlossen, da die von ZreF u. Mitarb. eingefhrte Methodik fr die Auswertung endoanaes~he~ischer Effekte geeignet ist. Es ist jedoch notwendig, die Interferenz der Wirkung des Narkoticums sowie von zentral und peripher ausgelsten nderungen der Atmungswiderstnde zu bercksichtigen. Die grundstzliche, wenn auch nicht vollstndige bereinstimmung der Reaktion bei dekapitierten und mit Urethan narkotisierten Tieren zeigt unseres Erachtens, da die registrierten Effekte zum groen Teil durch echte Wirkungen auf Lungendehnungsreceptoren ausgelst sein diirften.

    Diskussion. K. HA~sE~ (Berlin): Zur Klrung des Atmungswiderstandes durch peripher oder zentral auf die Atmungsmuskulatur wirkende Stoffe unter- suchten wir mit der Methode KONZETT-I~SSLER die Drucknderung unter Ein- wirkung verschiedener Endoanaesthetica. Wir konnten bisher keine Beziehungen zwischen Endoanaesthesie und Drucknderungen feststellen.

    Zur Verwendung dekapitierter Tiere wre zu bemerken, da wir mit der Methode einer stufenweisen Aussehaltung des Atemzentrums durch Kauterisation, ber das Stadium der durch knstliche Beatmung aufhebbaren Atemhemmung bis zum irreversiblen Atemstillstand, kein Zurckgehen der Aktivitt der Lungen. dehnungsreceptoren ber lange Zeit gesehen haben. In bereinstimmung mit ihren Untersuchungsergebnissen erzielten wir im Prinzip die gleichen endoanaesthetischen Effekte an diesen Tieren wie an nichtdekapitierten.

    Zum Nachlassen der Aktivitt sind zum Nachweis einer eventuell nur vor- handenen Abnahme der Leitfhigkeit des prpariel%en Nerven die Afferenzen des noch erhaltenen Vagus zu prfen.

  • 138 H. MATT]LIES und W. SZIEGOLE]:T:

    H. F. ZIPF (Berlin): Kritik an der Verwendung von Narkotica und atemdyna- misch wirkenden Stoffe beim Nachweis von endoanaesthetischen Wirkungen am Tier, Hinweis, da die Lungendehnungsreeeptoren-Anaesthesie ein Sonderfall der Endoanaesthesie darstellt. Inzwischen ist eine Endoanaesthesie an den Chemo- receptoren des Glomus caroticum und an den Muskelspindeln nachgewiesen. Kritik am schwachen endoanaesthetischen Effekt der klassischen Lokalanaesthetica auf die Lungendehnungsreceptoren.

    W. Se~O~,TENSACK (Konstanz): Die beschriebenen Dodecylpolyoxythylenther hemmen nicht nur die inspiratorisch ttigen Lungendehnungsreceptoren, sondern besitzen offenbar vielseitige pharmakologische Eigenschaften. Relativ geringe Dosen (ca. 10/0 der LD0 i.p.) wirken z. B. an der Maus antikonvulsiv und fhren zum Verlust der Haltereflex

Recommended

View more >