Der Einfluß des Vorkeimens der Kartoffeln auf die Eigenschaften der Stärke

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  • Kr. 9/11. Jahrg. DIE S T A R K E 277

    Der Einflull des Vorkeimens der Kartoffeln auf die Eigenschaften der Stiirke

    Yon H. WEGXER und 8. WINKLER. Berlin

    Durch Belichten - sei es durch Tageslicht, sei es mit Hilfe von kiinstlicheni Licht - kann man die Kartoffel hekanntlich zurn Keimen bringen, und man hat diese Vorhehandlung schon seit langerem benutzt, um Pflanz- und Speisekartoffeln vorzukeimen und dadurch eine fruhere Ernte zu erreichen (1, 2). In den letzten Jaliren ist, man dazu iibergegangen: auch Fabrikkar- tofeln vorzukeimen, da das Vorkeimen einer kunst- lichen Verschiebung der Vegetationsperiode entspricht und somit zu erwarten war, daD durch diese MaBnahnie sowohl der Starkeertrag (dz Stairkeiha) als auch der Starkegehalt der Kartofel erhoht werden wiirde. Eine witere Frngc war, ob durch das Vorkeinien auch die I

  • 258 D I E S T A R K E Nr. 9 / 1959 Korfolfelrorlr . Adelheid' normol :

    MO-

    200 -

    100-

    10 20 30 40

    n

    50 60 70 ..... 1WMy

    300 -

    200 -

    100-

    a 10

    Abl). 1. KorngrijBenverteil~in~ der Starkekiirner in normalen iincl verkeimten KnrtofFeln

    30 ,I[ allgemein uberwiegt. Diese Verschiebung kann, wie das Beispiel tler Sorte ,,Maritta" zeigt, soweit gehen, daR bei den vorgekeiinten Knollen eine Korn- groBenklasse auftrit t, die bei den normalen Kartoffeln uberhaupt noch nivht vorhanden ist (70-100 !().

    Es ist nun seit langem bekannt, da13 die kleinen Starkekorner mehr Phosphorsaure enthalten als die grohn und dementsprecherid auch eine hohere Er- giebigkeit besitzen (LO, 11), wie es in1 vorliegenden Fall durch die Befunde bestatigt wird.

    Die unterschiedliche Menge der kleinsten Starke- korner laCt sich im ubrigen auch qualitativ in einfach- ster VVeise nachweisen. indem man etwa 1 g Starke in 100 ml Wasser in1 Schiittelzylinder gut aufschiittelt und die Sedimentation beobachtet. Man sieht dann sehr deutlich, daR diejenigen Proben (normale Starke), bei der die Menge kleiner Starkekorner groBer ist, in den oberen Schichten auch entsprechend langer ge- trGbt bleibt als die anderen Starkeproben aus vorge- keimten Kartoffeln.

    In der Praxis der Starkefabrik miiljte sich diese Verschiebung zugunsten der grohren Starkekorner in einer Verbesserung der Ausbeute bei der Verarbeitung vorgekeimter Kartoffeln bemerkbar machen, und zwar indem Sinne, daI3die Menge an Wachprodukt (Schlamm- sttirke) vermindert und an Erstprodukt entsprechend erhoht wird. AufschluR hieriiber sollte ein entsprechen- der Be trie bsversuch mi t vorgekeim ten Fa bri kkar tof- feln geben. - Andererseits konnen bei der Verarbei- tung unausgereifter Kartoffeln, die sehr vie1 kleinste Starkekorner enthalten, hetrachtliche Ausbeutever- luste auftreten (12).

    Z wammenfassung An zwei Kartoffelsorten (,,Adelheid" und ,,Maritta")

    wurde die Wirkung des Vorkeimens auf Knollenertrag,

    Starkeertrag und Starkegehalt sowie auf die besonde- ren Eigenschaften der Stlrke untersucht. Es zeigte sich, daB durch das Vorkeimen sowohl der Knollen- ertrag als auch der Starkeertrag erheblich gesteigert werden konnte, wahrend bei der Stlrke aus den vorge- keimten Knollen der Phosphorsauregehalt und damit, die Viskositat und Ergiebigkeit des Starkekleisters tnerklich vermindert worden war. Es konnte festgestellt werden, daB bei cler Starke BUS vorgekeimten Kar- tofieln die Bildung groBer Starkekorner begiinstigt, war, d. h. daB die Zahl der kleinen (phosphorsaure- reichen und htiherviskosen) Starkekorner verringert war zugunsten der g rohn Starkekorner, die phos- phorsaurearmer sind und infolgedessen niedrigviskose Kleister liefern.

    Ahmm ary Y'ke effect oj pre-gernrina,tion on tuber yield, stczrch

    yield and stnrch content as well as on the special qualities of starch ILWS tested on two different kinds of potatoes (,,Adelheid" and ,,Naritta"). I t was found that the tuber yield and the starch yield are increased considerably hy pie-germination, whereas the phosphoric acid content of starch and thus th? viscosity of the starch paste is much reduced, and it does ?Lot go so far. I t 11~0~s found that big starch granules form wiore easily with pre-germinated potatoes, which mmm that the number of Rmall starch grandes (containing phosphoric acid and being o j h,igher vi.scosity) was decreased in fauor of the big granu- les, which contain less phosphoric acid and thus have. lower paste viscosity.

    Rhume' On s'est servi de deux sortes dc pommes de terre

    (,,Adelheid" et ,,Haritta") pour examiner E'ef'et de la prdgermination sur le rendement d'amidon et de bzrlbea, le contenu d'aniidon ainsi que s w les qualit6 particulid-

  • Sr. 9/11. Jahrg. D I E S T B R K E 279

    rvs i h l'ntnidon. 0,ii (I trouah q w ltr prdyrnjinntioir. Iwoi~Oryuo w e ctwpnPntd ion consirlkahle du re.nrlt.mrrit rlr Dulhes ~t ti'nmirlon, tanrlis que l e coatenu d'ncirlr phosphorique clans 1 'aniirlon des hulbes prlgenninkes c d semiblernent rldzcit, entrnznant, pnr consdquent, une diminution de In viscositk et de la rentabditk de la colle d'nmidon. On a pu constater que la formation de granrls grains rl'amidon est fncoriske lorsqu'il s'ngit de ponimes rle lerre qui ont it6 soemises ci m e prkgermination. En d'avtres mots, le nombre de petits grains d'rtmidon (lr4s riches en neide pho.vphorique et d'une plus haute ei.scosit6) rlirninue e n joceur des grnnih grains d'nmidon q t b i contlement moine d'acirle phosphorique et fournis- m i t PN. condqzre,ncQ des colles d'une basse viscosite'.

    I,itPratur?ictcliIc.eis

    i I ) Vgl. dazu Stair I.F:CSI.:SKR, w. : Die Vorkeimung als renta- hilitiitssteigerncle I\IaBnahme im Kartoffelbau. Kartoffel-

    ( 2 ) \Vegaciser fur Kartoffeln und Ruben. Hildesheim 1958,

    (3) S i ~ : i ~ i : ~ i ~ . i c i ~ . H . und E. Hijwsrm: Kartoffelatlas. I. Teil.

    (1) \VI.:GXER. H. : Die ionenaustauschenclen Eigenschaften der

    bnu 9 (19.58). 33.

    s. Id?.

    Deutsche Sorten. Hwnburg 1950.

    Kartoffelstarke, Die Starke 9 (1957). 196.

    (a) 111.: b ' i i . i , ~ ~ ; i ~ : ~ . -4. H . -4.: :\ilrdappelmeel ids procluc~t v im landbouw en industrie. C'hemisch Weekblatl 46 (1950). X!).

    (6) r)E WIIJJ(~ES, -1. H. -A.: hderungen in der Starkequalitat wahrend des IVachstums der Kartoffelpflanze. Starke 3 (1951), 293.

    (7) BIRTHEL, R. : Phosphorgehalt und Ergiebigkeit von Kar- toffelstarken. Die Starke 3 (1951), 296.

    (8) BREIJEMASS. C:. nnd 0. KERLISG: Quantitative Bestim- mung der Zusalnmensetzung der Kartoffelstirke nach KorngroBe. Zeitschrift Spiritus-Industrie 53 (1930). 42.

    (9) S.~MEC, $1. : Die neueren Ergebnisse der Starkeforschung. Kolloidchem. Beihefte 54 (1943). 18Off.

    (10) SPROCKHOFF, JI. und X. PARLOW: Die Ergiebigkeit groSer und kleiner Starkekorner. Ztschr. Spirit. Ind. 53 (1930), 62.

    (11) Vgl. dam auch KR~)NI.:R, W. und W. Viir KSKS: Die liar- toffel, Leipzig 1930, 6. 31.

    (12) WOLFF, 0. und H. WEGSEK: Rohstoffbeschaffenheit und Ausbeute in Kartoffelstiirkefabriken wahrend der Kam- pagne 1949. Die Starke 2 (1950), 153.

    .4,1tsckrift der T'erftwer: Ober-Re~ipmLnHs-lf[it 1 ) r . H m s I \ * N ~ w i t n d Dr. Sieqfried II-ijtkler, nuiulesfor.schu.ny.sciiutrilt f u r f h- t,.ridei.erarbeifu,i~, Sfii,.l;eobfcihill!l, Rrrlin A- 6'5, S w s f r . 1 I .

    ( e i ~ ~ e q t r n q e ~ i : 22. 6'. 1959)

    Starke und Starkeerzeugnisse im Auaenhandel der Bundesrepublik 1958 Von E. STEIN, Berlin

    Dic JIessung ctes Exporterfolges ist unter Verwen- dung tler aintlichen Ziffern auch fur die Jahre 1957 U H ~ 1958 niiiglicli. Der Ausfuhrwert des letzten Jahres lag allerdings nur um 3 v. H. iiber dem Ergebnis von 1957. aber u m 17 v. H. iiber der Jahresziffer von 1956. Der Importwert hatte sicli seit 1957 leicht vermindert, zeigt aber i in Vergleich init 1956 ein Plus von 12 v . H.:

    19.58 Einfuhr 31 133 JIio. DM ;\usfuhr 36998 Mio. DJ.1 Ausfuhriiheruch i i fi 5865 Yio. DW

    19.5; Einfuhr 31697 Mo. DH Ausfuhr 35968 N o . DM Ansfu hrdbcrsc h II I? 4 2 i l Mio. DM

    1956 Einfuhr 27964 Mio. DM Ausfuhr 30861 Mio. DM Ausf u hrii benchii 13 2897 Mio. DM

    In diesen 3 Jahren ist der AusfuhrubenchuB um fast 3000 Mio. DM gestiegen, hat sich also mehr als verdoppelt, so daB man wohl noch immer von einern ,,Exporterfolg" sprechen kann.

    Die vielfachen Anderungen in der Statistik, in der Positionsnummer, in der W arenbezeichnung uad Ab- grenzung der Anschreibung erschweren die Bericht- erstattung und lassen zum Teil keine Vergleichsziffern fur 1957 ermitteln.

    Die erste Anderung bei den Warenpositionen der Gruppe Starke und Stiirkemehl zeigt sich im Wegfall einer besonderen Anschrei bung von Kartoff elwalzmeh 1, nur in kleineren Abweichungen bei der Bezeichnung

    der Waren: Starke von Kartoffeln (anstatt Starke untl Starkemehl aus Kartoffeln), andere Starke, Inulin (anstatt andere Stiirke und anderes Starkemehl). Da- mit findet Inulin zum ersten Ma1 eine besondere Er- wahnung in der AuBenhandelsstatistik. Wenn wir bei diesen Positionen die Jahresziffern von 1957 vergleichs- weise erwahnen. geschieht dies mit einem gewissen Vorbehalt, da andere Abgrenzungen der Erfassung als 1957 denkbar sind. Unter diesen Voraussetzungen registrieren wir bei Starke von Kartoffeln eine Ver- rninderung der Einfuhr urn 5 v. H., bei anderer Stiirke und Inulin eine Zunahme um 43 v. H. Hauptlieferant bei Starke aus Kartoffeln waren die Niederlande niit einei Quote von 93 v. H.. so daR nur 7 1'. H. auf andere Liefergebiete entfielen. Beim Import von aaderer Starke und Inulin handclt es sich um Anteile von 35 v. H. fur Jugoslawien, 30 v. H. fur Thailand und 21 v. H. fur Malaya (Singapur wird in diesem Zu- sammenhang nicht mehr genannt, da es wohl meist nur Verschiffungshafen fur die Malayengebiete geworden ist). Wir gewinnen folgende ubersicht (siehe Tabellr 1 Seite 280 oben).

    Die Ausfuhr von Kartoffelstarke ist so gering, da13 es sich um weniger als 1 v. H. der Einfuhr handelt, bei anderer Starke aber um das lOfache des Imports. Bei dieser Position ist ein AusfuhriiberschuR von 9,78 Mio. DM entstanden. Wichtigster Abnehmer war GroR- britannien mit einer Quote von 52 v. H., nehmen wir Danemark und die USA dam, so haben diese 3 Gebiete als Spitzengruppe einen Anteil von 70 v. H. aufzuwei- sen. 7 Gebiete mit Ausfuhrwerten von mehr als

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