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  • II. WISSENSCHAFT

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    230* ADORNO, Theodor Wiesengrund, Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker und Kompo- nist, 1903 – 1969. Eigenh. überarbeitetes Typoskript (Durchschlag) mit e. Titel und Namenszug seines Pseudonyms „Hektor Rottweiler“ am Kopf. 24 pag. S. folio. Schwach gebräunt. Die vorderen und hinteren Blätter mit einigen Randläsuren. (1.600.—)

    „N e u e w e r t f r e i e S o z i o l o g i e / Aus Anlaß von Karl Mannheims … Mensch und Gesellschaft im Zeitalter des Umbaus. / Von Hektor Rottweiler.“ – Der vollständige, 1937 abgeschlossene und für die „Zeitschrift für Sozialforschung“ bestimmte, aber erst 1986 im Rahmen der „Gesammelten Schriften“ aus dem Nachlass veröffentlichte Aufsatz; beginnt: „Das Wissenschaftsideal Max Webers und der ihm Nahestehenden ist polemischer Art. Der Anspruch auf Objektivität und Rationalität ruht für ihn nicht mehr, wie für die von aufgehenden bürgerlichen Gelehrten, unangefochten und fraglos in sich selber, er wird zur Haltung und Wissenschaft zum ‘Beruf’, der solche Haltung bewähren soll. Ausgelöst ward die polemische Verhaltensweise durch den Druck, den Vitalismus und Phänomenologie auf die Detailforschung ausübten. Ihr Impuls aber ist nicht sowohl die Rettung des diskursiven Denkens vor einer Metaphysik, mit welcher in der Folge der Haltungs-Positivis- mus so zwanglos sich verständigen konnte wie n u r J a s p e r s m i t H e i d e g g e r …“ Das von Adorno scharf kritisierte Werk des Soziologen Karl Mannheim, der sich 1925 bei Alfred Weber, einem Bruder Max Webers, habilitiert hatte, war 1935 erschienen. Werkmanuskripte aus der Zeit seines Oxforder Exils sind im Handel s e h r s e l t e n .

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    231* AMUNDSEN, Roald, norwegischer Polarforscher; erreichte 1911 als Erster den Südpol, 1872 – 1928. E. Albumblatt m. U. auf der Rückseite einer Menükarte des Hotels Adlon. Berlin 17.IX.1925. 1 S. quer-gr.-8o. Ein Eckchen fehlt, ein anderes geknickt und ausgebessert. (600.—)

    Recto die Speisenfolge eines Essens im Hotel Adlon, verso die eigenh. Widmung „Seiner Exc. Herrn General von S e e c k t in ergebener Verehrung … Roald Amundsen“. Das Essen war wohl zu Ehren Amundsens veranstaltet worden, der am selben Tag im Berliner Schau- spielhaus einen Vortrag über seine erste, im Mai d. J. erfolgte Flugexpedition zum Nordpol gehalten hatte.

    232 BERGSON, Henri, französischer Philosoph, Nobelpreisträger, 1859 – 1941. E. Br. m. U. O. O. 20.VI.1921. 21⁄2 S. 8o. Minimale Randläsuren. (180.—)

    An einen Herrn, der ihn nach seiner Methode des philosophischen Forschens gefragt hatte. „… le travail de r e c h e r c h e p h i l o s o p h i q u e , tel que je l’entends, se poursuit nécessairement dans un grand nombre de directions simultanées, et il est bien difficile de définir l’objet précis de la recherche tant qu’on n’est pas en possession complète du résultat. J’ajoute que je me suis fait une régle absolue, depuis un certain nombre d’années, de ne pas même dire si j’ai quelque chose en préparation …“

    233 BERLINER NATURFORSCHENDE GESELLSCHAFT. – Urkunde mit den Unter- schriften von 11 Mitgliedern der Gesellschaft. Berlin 10.V.1803. 1 S. gr.-4o. Handschriftlich ausgefüllter Vordruck mit Schmuckbordüre und schönem Lacksiegel. (350.—)

    Aufnahmeurkunde für Christian Ernst Wünsch, „der Weltweißheit Doctors, und Professors der Physik und Mathematik / an der Universität zu Frankfurt a./O.“ Als Mitglieder zeichnen unter Angabe ihrer Titel u. a. der Astronom Johann Elert Bode, der Botaniker Karl Ludwig Willdenow, die Chemiker Martin Heinrich Klaproth und Sigismund Hermbstaedt, der Mine- raloge Dietrich Ludwig Gustav Karsten, der Theologe und Pädagoge Johann Freidrich Zöllner und der Theologe, Meteorologe und Astronom Karl Ludwig Gronau.

    234* BERNOULLI, Johann (II.), Mathematiker und Jurist, 1710 – 1790. E. Briefschluss m. U. O. O. u. D. 2 S. 4o. – Darunter, als Nachtrag, ein e. Br. m. U. seines ältesten Sohnes J o h a n n ( I I I . ) Bernoulli (1744 – 1807), ebenfalls o. O. u. D., 11⁄4 S. 4o. (1.200.—)

    An einen Herrn, zunächst über anatomische Fragen, dann über ein Autograph seines als Wunderkind geltenden ältesten Sohnes, das sich der Adressat erbeten hatte. Der letzte Absatz des Briefschlusses beginnt: „Quel est l’axcès de vôtre bonté, Monsieur, d’avoir envie de voir de l’écriture de l’ainé de mes fils? il est encore si jeune, si peu fait au stile epistolaire, surtout dans une langue qui nous est étrangère et vis à vis de Personnes de vôtre rang … je vais donc … sans rien toucher à son brouillon le lui laisser transcrire au bas de ma lettre …“ Der Brief seines Sohnes beginnt: „… Quel que soit le sujet qui me procure l’honneur que vous me faites en me permettant d’écrire à une Personne comme vous, Monsieur, qui brille également par ses éminen- tes vertus et par son rang et sa naissance …“ – In einem Nachsatz fügt er an: „… je m’éstimerois fort heureux sils vouloient bien m’accorder un jour le mêmes sentiments dont vous honorés mon cher Père.“ Bereits als Vierzehnjähriger sollte Johann (III.) die Universität mit dem Magister abschließen und von Friedrich dem Großen als 23-jähriger zum Direktor des Berliner Observatoriums ernannt werden.

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    235 BONPLAND, Aimé, französischer Botaniker; Reisebegleiter Alexander von Humboldts in Amerika, 1773 – 1858. E. Br. m. U. M a l m a i s o n 14.XII.1809. 2⁄3 S. 8o. Mit Blindsiegel und Adresse (Poststempel und -vermerke). Einriss am Unterrand. (1.600.—)

    An Madame Gaultier in Paris, deren Einladung er nicht annehmen könne. „… Je me serais empressé de me rendre à votre aimable invitation, mais un motif bien puissant et en même temps bien douloureux m’oblige a rester ici Samedi. J’espere dans les prémiers jours de la semaine prochaine pouvoir aller à Paris et vous demande la per- mission de vous aller présenter mes respects ainsi qu’à votre famille …“ Die blumenliebende Kaiserin Josephine hatte Bonpland als Dank für die aus Amerika mitgebrachten Sämereien zum Intendanten von Malmaison ernannt. S e h r s e l t e n .

    236 BORN, Max, Physiker, Nobelpreisträger; lieferte grundlegende Forschungen auf dem Gebiet der Quanten- und der Wellenmechanik sowie der Relativitätstheorie, 1882 – 1970. Widmungsexemplar: „Untersuchungen über die Stabilität der elastischen Linie in Ebene und Raum, unter verschiedenen Grenzbedingungen“. Göttingen, Dieterichsche Univ.-Buchdrucke- rei 1906. 101 pag., 2 unpag. S., 13 Diagramme, 7 Abbildungen. Gr.-8o. Orig.-Broschur. (400.—)

    Borns Dissertation, mit eigenh. Widmung auf der Broschur: „Herrn Prof. Schwarzschild hochachtungs- voll gew. / v[om] Verf[asser].“

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    237 BUBER, Martin, jüdischer Religionsphilosoph, 1878 – 1965. E. Br. m. U. Talbiyeh, Jeru- salem 21.III.1956. 1 S. schmal-folio. Mit Adresse (Luftpost-Faltbrief). (120.—)

    An Eduard Rosenbaum in London, der ihm einen Beitrags-Vorschlag „für den 2. Band des Jahrbuchs des LBI“ unterbreitet hatte. – Das Leo Baeck Institute war ein Jahr zuvor gegründet worden. „… Ich habe mir Ihre Anregung zu eigen gemacht und sie vorgestern dem Board des LBI nachdrücklich empfohlen. Die Mehrheit der Herren war aber der Meinung, man solle Kurt Singer zunächst bitten, einen Aufsatz über einen ihn besonders interessierenden Soziologen (das dürfte S i m m e l sein) … zu schreiben …“

    238* CHLADNI, Ernst, Physiker; förderte die Akustik und fand die nach ihm benannten Klangfiguren, 1756 – 1827. Eigenh. Manuskript mit zweimaligem Namenszug. Um 1821. 4 S. gr.-8o. Etwas gebräunt. Tinte leicht durchschlagend. Kleine Rand- und Faltenrisse. (800.—)

    „Remarques nécessaires, concernant le memoire de M. S a v a r t sur la communication des mouvemens vibratoires entre les corps solides, dans les Annales de Chimie et de Physique, Tome IV. Juin 1820. Par E. F. F. Chladni.“ – Vollständiger Aufsatz über einen wissenschaftlichen Artikel des französischen Arztes und Physikers Felix Savart, der sich kritisch mit Chladnis Arbeit auseinandergesetzt hatte; beginnt: „J’ai avancé dans mon Tr a i t é d ’ A c o u s t i q u e § 79, et j’avance encore qu’une verge fixée par une de ses extrémités prend un mode de mouvement analogue à celui de l’air dans un tuyau d’orgue bouché à un bout, quand on la met en vibration dans le sens de la longueur. Mais M. Savart dit dans son Mémoire sect.1. § 1. p.116: ‘j’ai toujours observé qu’il était impossible d’en tirer aucun son, quand l’obstacle auquel elles étaient fixées, était tout à fait immobile’ … Je ne conçois pas, comment un expérimentateur habile qui a bien réussi a faire beaucoup d’expériences très difficiles, n’a pas pu faire avec succès cette expérience qui est pourtant une des plus faciles … J’ai déjà publié quelques remarques concernant la contradiction de M. Savart … où M. le Professeur Gilbert“ (der dt. Physiker Ludwig Wilhelm G.) „atteste …, que je l’ai convaincu de la vérité des mes assertions sans la moindre difficulté par des expérinces sur des verges de métal, de bois et de verre …“ – Es folgt eine detaillierte Beschreibung seiner Versuchsanordnung. Ferner über „la construction de mon E u p h o n e … de l’an 1790“ sowie über sein derzeitiges Projekt, „un Euphone beaucoup moins volumineux“. – Chladni hatte das aus Glasstäben bestehende Musikinstrument 1789/90 entwickelt.

    239 COOPER, Leon N., amer