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  • FAZ 24.09.2014, Seite V1 23.09.2014 12:31Version 5.0.15.0.18 ProPag

    24. September 2014

    E D I T O R I A LVon Guido Schwei-Gerwin

    Eigentlich msste die Region Sdwest-falen jeder kennen. Allein das Sauerland und der Kreis Siegerland-Wittgenstein hatten 2012 mit nahezu zehn Millionen bernachtungen doppelt so viele Betten belegt wie Kln oder Dsseldorf. Es gibt in Sdwestfalen die meisten Kilometer zertifizierte Qualittswanderwege in Deutschland, und im Sauerland liegt das grte Wintersportgebiet nrdlich der Alpen. Auerdem besteht rund die Hlf-te der Flche aus Wald. Natrlich profi-tieren von dieser Lebensqualitt nicht nur Besucher und Touristen, sondern die Menschen in Sdwestfalen selbst. Sptter sprechen bei diesen Merkmalen gerne von viel Gegend, eine folgerich-tige Charakterisierung aber wre lnd-liche Industrieregion. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Sdwest-falen die mit Abstand grte Industrie-dichte in Nordrhein-Westfalen hat und die hchste Beschftigungsdichte im produzierenden Gewerbe. Hier f liegen die Funken, und das nicht im Verbor-genen: Rund 85 Prozent der Betriebe haben weniger als 250 Mitarbeiter, sind aber Innovations- oder gar Weltmarkt-fhrer. Dazu zhlt beispielsweise auch die Firma Wesco in Arnsberg, deren Ab-fallbehlter echte Hingucker sind (siehe Portrt V2). Viele weitere Beispiele ob Sanitrarmaturen, Schalter und Steck-dosen oder Licht zeigen, dass Produkte aus Sdwestfalen die Branche anfhren (siehe Beitrag V3). Ebenso werden an Hochschulen und privaten Bildungsins-tituten Lsungen erforscht, die weit ber die Region Sdwestfalen hinausstrah-len und sogar in der Fuball-Bundesliga echte Champions formen (siehe Beitrag V4). Also: Wer Sdwestfalen nicht kennt, ist nicht im Trend.

    V O M A B F A L L S A M M L E R Z U M W O H N O B J E K T Ein Abfallbehlter sollte alles, nur nicht auffallen. Wie er bei Wesco aus Arnsberg zum bunten Trendobjekt geworden ist, erzhlt uns Firmenchef Egbert Neuhaus. Seite V2

    N E T Z W E R K E N A L S E R F O L G S F A K T O RDurch den Transfer von Wissenschaft zu Wirtschaft entstehen in Sdwestfalen in neuen Netzwerken Technologien fr das Auto von morgen. Seite V3

    V O N D E R T H E O R I E I N D I E P R A X I SFuball ist nicht nur Sport und Leidenschaft, sondern auch viel Theorie. Selbst Bundesligaclubs knnen vom Wissen aus Sdwestfalen profi tieren. Seite V4

    Innovation aus Sdwestfalen

    Eine Region geht nach vorne

    V O N M A R I E T I N G

    Zugegeben, es gibt Begriffl ichkeiten, die man eigentlich nicht mehr le-sen mchte. Synergie, Nachhal-tigkeit, Mehrwerte und Effekti-vitt gehren dazu. Innovation reiht sich ein. Man hat sich sattge-

    hrt, sattgelesen an diesen medienprsenten Schlagworten. Kein Verkufer versumt es, auf die neueste effektive Produktinnovation hinzuweisen, kaum ein Bericht bt sich im Verzicht. Dennoch zielt dieser Artikel auf ein Schlagwort ab, hebt es hoch und stellt es auf ein Podest: Innovation. Denn fr Sdwest-falen ist es mehr als eine leere Werbeformel. Innovation ist die Seele Sdwestfalens.

    Die Welt im Wandel

    Tatschlich kann man sich zum Verstnd-nis dieser innovationsbeseelten Region an den Kern heranpirschen: Die Wort-wurzeln reichen weit zurck ins Spt-lateinische: Innovatio, die Erneuerung. Kein Wunder, schlielich ist die Welt seit Menschengedenken im Wandel begriffen. Und doch ist es ein modernes Wort, ein Wort des 21. Jahrhunderts, das den Wan-del beschreibt, der sich immer schneller vollzieht: durch Digitalisierung und Globa-lisierung, durch zunehmende Kommunika-tionsgeschwindigkeit und krzere Entwick-lungszyklen. Diesem Wandel muss Tribut gezollt werden, wenn man nicht untergehen mchte. Er verlangt nach Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Aktion.

    Jngste Region Deutschlands

    Die fnf Kreise Soest, Olpe, der Hochsauer-landkreis, der Mrkische Kreis und der Kreis Siegen-Wittgenstein im sdlichen Westfa-len beobachten und agieren: Im Jahr 2007 schlieen sie sich als bis dato jngste Region Deutschlands zusammen. Denn der Wandel fordert die Strkung des Standorts durch eine ausgeprgte Profi lierung. Er lsst keinen Platz fr Kirchturmdenken und kommunale Insel-lsungen. Sdwestfalen? Ist eine Antwort. Und Sdwestfalen ist aufmerksam. Im richti-gen Moment entschliet man sich zur Bewer-bung um ein NRW-Strukturfrderprogramm, die Regionale 2013. Seit 1997 fi ndet sie alle drei Jahre in einer anderen Bewerberregion statt. Sie gibt einer Region die Chance, eng zusammenzuarbeiten und gemeinsam die besten Ideen zur Zukunftssicherung zu ent-

    wickeln. Der Lohn: die bevorzugte Nutzung vieler Frderoptionen des Landes. Die sd-westflische Bewerbung hatte Erfolg und die Region hat sich auf die Reise begeben. Mit im Gepck: die klare Vision, als Innovations-region voranzugehen. Fr Sdwestfalen ein Turbomotor, der die Region zusammenwach-sen lie und den Boden bereitete fr das, was sie vorhat: innovatives Querdenken.

    Projektideen zur Regionale

    Mitdenken konnte jeder: Mehr als 130 kon-krete Handlungsideen aus der Region wur-den vor sechs Jahren eingereicht, geprft, diskutiert, weiterentwickelt. Was abstrakt klingen mag, ist heute in fast jedem Ort in Sdwestfalen sichtbar, erlebbar, sprbar: Mehr als 42 verschiedene Projektideen in den Bereichen Stdtebau, Umwelt, lndliche Entwicklung, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Wissen sind Wirklichkeit geworden. Statt Fragen werden Antworten gegeben, aus grauer Theorie sind mutige Bauvorhaben, einmalige Entwicklungszentren, neue Arten der Zusammenarbeit und vieles mehr ent-standen.

    Erlebnisaufzug Burg Altena

    Zum Beispiel in Altena, einer kleinen Stadt des Mrkischen Kreises. Hier verkehrt sich die Geschichte in ihr Gegenteil. Whrend im Mittelalter der Begrnder der Burg Alte-

    na man sagt, es war Graf Adolphus mit entschlossenem Blick verkndete, die Burg auf einen mglichst hohen Berg zu setzen, um sie vor Feinden zu schtzen, sorgte die-se Bauweise bis vor kurzem dafr, dass die Innenstadt Altenas von den zahlreichen tou-ristischen Gsten der Burg nicht profi tierte. Lediglich durch Busscheiben sahen diese die Innenstadt und fuhren vorbei am hbschen Flussufer der Lenne. Mit der Regionale 2013 ist nun eine khne Idee in die Umsetzung gegangen: Die Burg wurde an die Lenne geholt. Mit einem spektakulren unterir-dischen Erlebnisaufzug wurde ein Neues Tor zur Burg Altena mitten in der Fugn-gerzone geschaffen. Der Aufzug ermglicht Besuchern den barrierefreien Zugang zur 80 Meter oberhalb der Innenstadt liegenden Burg in 35 Sekunden Fahrzeit. Zudem bietet er mit dem Gang durch den 90 Meter langen Erlebnisstollen ein einzigartiges Erlebnis: Sdwestflische Sagen werden mittels mo-derner Medientechnik erlebbar gemacht. Eine Idee, die funktioniert: Bereits in den ersten vier Monaten nutzen nahezu 45 000 Besucher das neue Angebot.

    Science Center Phnomenta

    Oder aber in Ldenscheid, wo sich Dutzende Unternehmen zusammengeschlossen haben und als Trgerverein eines neuen Technikzen-trums helfen, eine groe Idee umzusetzen: die Etablierung eines auerschulischen Lernortes,

    in dem Schlerinnen und Schler von weiter-fhrenden Schulen Produktions- und Entwick-lungsprozesse ganz praktisch kennenlernen knnen und somit zugleich auch einen Blick auf die Innovations- und Schaffenskraft der heimischen Wirtschaft werfen knnen. Ange-dockt ist das Technikzentrum an eine ebenso groe Idee: das Science Center Phnomenta im neuen Wissensquartier, das zum Mitmachen und Entdecken einldt und als Aushngeschild der Stadt und als Bildungszentrum fr Sd-westfalen mit einem Foucaultschen Pendel sowie zugehrigem 75-Meter-Turm wortwrt-lich noch einen draufsetzt.

    Frischzellenkur fr Siegen

    Auch in der Universittsstadt Siegen spr-hen Funken der Schaffenskraft: Die Bau-arbeiten in der Siegener Innenstadt glichen einer Operation am offenen Herzen, sagt Steffen Mues, Brgermeister der Stadt Sie-gen. Und das verwundert nicht: Die gesamte Stadt durchlebt eine fulminante Frischzel-lenkur. So wird der Fluss Sieg, der bislang unter einer Betondecke verborgen war und unterhalb der Stadt hindurchfl oss, freige-legt und durch eine Treppenanlage erlebbar gemacht. Die neue Uferpromenade vermit-telt urbanes Flair und setzt neue Impulse in Einzelhandel und Gastronomie. Gleichzeitig zieht die Universitt in das Untere Schloss in der Innenstadt ein und bringt somit stu-dentisches Leben in die City, das zuvor eher auf dem Universittsgelnde etwas auer-halb des Stadtkerns stattfand. hnliches ge-schieht in der Stadt Meschede: Dort wird die Henne freigelegt. Mit dem Henne-Boulevard besitzt die Stadt nun eine direkte, zwei Kilo-meter lange Verbindung zum Hennesee und legt einen neuen Stadtpark an.

    Entwicklung und Forschung

    Mutige Ideen, um dem Wandel zu begegnen: Dutzende davon werden in Sdwestfalen um-gesetzt. So entsteht ein hochmodernes Musik-bildungszentrum in Bad Fredeburg passend in einer lndlichen Region, die von ehrenamt-lichem Engagement in Vereinen und groer musikalischer Aktivitt geprgt ist. Gebaut werden branchenspezifi sche Entwicklungs-zentren, in denen viele Betriebe gemeinsam Forschungsideen vorantreiben knnen. Soge-nannte Technologiescouts helfen Unterneh-men durch Kontaktvermittlung dabei, Pro-blemlsungen zum Beispiel in der heimischen Hochschullandschaft zu fi nden. Die drfl iche Entwicklung wird durch Coaching-Prozesse und neue Vernetzungsstrukturen unterein-ander gestrkt, die zahlreichen Seen, Hhlen

    und Wlder Sdwestfalens werden mit neuen Erholungsangeboten und gemeinsamen Ver-marktungsanstzen stark positioniert, und und und die Liste ist lang.

    Gemeinsames Engagement

    Wichtig dabei: Kein Projektansatz ist isoliert, es wird in Projektfamilien mit spezifi schen Zielen gedacht, diskutiert, entwickelt. Eine Strategie fr die Gesamtregion? Das gab es vor dem Zusammenschluss zur Region Sdwestfalen nicht. Die groen Schritte der Region nach vorne bleiben nicht verborgen. Krzlich uerte sich der NRW-Minist